Am Rande einer Hommage an den Grazer Unternehmer Rudy Roth sagte EU-Kommissar Johannes Hahn, der Krieg in der Ukraine sei eine Herausforderung für Europa, stelle aber die Struktur der europäischen Sicherheit nicht in Frage, „denn das, was Europa darstellt, gründet auf einer Weltordnung von Regeln, Verträgen und Vereinbarungen, nicht die globale Unordnung, die auf der Grundlage von Gewalt existiert. Insofern ist unser Modell noch richtig.“
einige Dinge zu denken
Die EU habe sich mit ihren Sanktionen international einen Namen gemacht, sagte Hahn, und es gebe einiges zu überdenken: „Wir haben 29 Zerstörer und Fregatten in Europa – deutlich mehr als in den Mitgliedsstaaten. Fünf von ihnen sind Binnenland; die Amerikaner handhaben vier. Wir haben 17 verschiedene Tanksysteme; Amerikaner befassen sich mit einem. Worauf wir uns jetzt konzentrieren, ist die gemeinsame Entwicklung und der gemeinsame Einkauf.“
Wird daraus am Ende eine EU-Armee? “Wir haben bereits die sogenannten Kampfkräfte, aber das Wichtigste ist, dass wir die Fähigkeit entwickeln, Truppen schnell einzusetzen.”
ORF Khan und Roth am Rande der Vorstellung des Ehrensenators der Universität Graz
Notwendig sei jedenfalls das, was Hahn eine „Inventur“ in Österreich nennt – auch zu den Themen Neutralität und Nato: „Es ist wichtig, dass jedes Land seine eigenen Schlüsse aus dieser Situation zieht, denn wir waren uns alle einig, dass es keinen Krieg gegeben hat auf europäischem Territorium im 21. Jahrhundert möglich. Da haben wir uns anscheinend alle geirrt.”
Roth Ehrensenator der Universität Graz
Anlass für den Besuch von Johannes Hahn in der Steiermark war die Übergabe des Ehrensenators der Universität Graz an den Grazer Unternehmer Rudi Roth. Khan hielt eine Grundsatzrede, in der er Roths Engagement für Ost- und Südosteuropa lobte.
Der Titel ORF-Ehrensenator ist eine der höchsten Auszeichnungen der Karl-Franzens-Universität Graz
Rudy Roth betonte in seinen Dankesworten, dass es ihm als Unternehmer wichtig sei, seiner Hochschule etwas zurückzugeben. Mehr als 250 Studierende, die er bereits mit seinem Stipendium gefördert hat, rief er dazu auf, „das Demokratieverständnis und die Idee des Friedens in der Heimat weiterzugeben“. „Das ist heute aktueller denn je. Wir wollen Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und relativen Wohlstand für alle in Europa. Versuchen wir es gemeinsam, nicht gegeneinander“, schloss der Ehrensenator.
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