Die Arbeiterkammer ist der Ansicht, dass mehr Unterstützung für Arbeitslose vielen Menschen helfen kann, sich auf dem Arbeitsmarkt zu etablieren. Sie plädiert für höhere Arbeitslosenunterstützung und mehr Weiterbildungsmöglichkeiten. Dem widerspricht der Wirtschaftsverband.
ÖSTERREICH. Die Arbeiterkammer (LC) forderte die Menschen am Samstag mit einer besonderen Anforderung auf, sich hinzusetzen und aufzupassen. Die Wirtschaft klagt manchmal über Fachkräftemangel – aber den gibt es gar nicht. Die aktuelle Arbeitslosenquote liegt jedoch bei 7,3 Prozent.
„Das macht deutlich, dass der Arbeitsmarkt keineswegs leer ist“, sagte Sylvia Hrushka-Frank, Leiterin des Sozialreferats der AK. Im Gegenteil, es wurde zu wenig in die Weiterbildung und Qualifizierung von Arbeitsuchenden investiert. Mit anderen Worten: Arbeitslose müssen einfach besser ausgebildet und unterstützt werden, damit sie sich wieder auf dem Arbeitsmarkt etablieren können.
Mehr Geld für Arbeitslose?
Hrushka-Frank forderte insbesondere auch eine Erhöhung des Arbeitslosengeldes. „Das Arbeitslosengeld ist bereits so niedrig, dass es viele Menschen an die Armutsgrenze treibt“, sagte sie. Auch die Unternehmen selbst müssen mehr tun, um Arbeitnehmer zu halten und weiterzubilden.
Insbesondere ist es notwendig, die Nettoersatzquote auf 70 Prozent zu erhöhen – das heißt, wenn jemand arbeitslos bleibt, muss er noch einige Zeit 70 Prozent seines bisherigen Einkommens erhalten.
Unternehmen müssen ihre Mitarbeiter besser schulen
„Viele kleine und mittelständische Unternehmen sind sich des Weiterbildungsbedarfs ihrer Mitarbeiter kaum bewusst, haben aber gleichzeitig wenig Möglichkeiten und Ressourcen für eine strategische Personalplanung“, sagt Hrushka-Frank. Auch Unternehmen brauchen mehr Unterstützung.
Auch für Beschäftigte über 25 Jahre wurden gezielt bessere Rahmenbedingungen gefordert. So sollen beispielsweise allen Arbeitnehmern über 25 Jahren für insgesamt drei Jahre Aus- und Weiterbildung 15 Jahre lang monatlich 1.220 Euro zustehen. Das muss der Bund finanzieren.
Der Wirtschaftsverband sieht andere Probleme
Der Österreichische Wirtschaftsverband, eine Unterorganisation der ÖVP, reagierte umgehend mit Argumenten. „Ich habe selten so viele Widersprüche und Verzerrungen lesen müssen wie in der heutigen Pressemitteilung der Arbeiterkammer zum Arbeitskräftemangel“, sagte Kurt Eger, Generalsekretär des Wirtschaftsverbandes, der auch Mitglied im ÖVP-Nationalrat ist. .
Soll das Arbeitslosengeld in Österreich erhöht werden?
Österreich ist weltweit führend bei Arbeitnehmerschutz, Sozialleistungen oder Urlaubstagen. Auch das Wohl der Mitarbeiter liegt dem Unternehmen am Herzen. “Aber die Arbeiterkammer ist jetzt in einer schlechten Arbeitsposition, wenn Sie wirklich arbeiten müssen”, sagte Eger wütend.
Arbeitskräftemangel überall
Gleichzeitig lässt der Wirtschaftsbund das Argument nicht gelten, man müsse Arbeitslose nur qualifizieren, um sie in den Arbeitsmarkt zu bringen.
„Arbeitermangel herrscht in allen Branchen, da geht es nicht mehr um hochqualifizierte Techniker“, sagt Eger, „Unternehmen brauchen alle, die arbeiten wollen.“ Sie wollen nicht arbeiten.
Deshalb fände Eger es “zynisch”, wenn das Arbeitslosengeld in Österreich auf 70 Prozent erhöht würde. „Wenn Arbeitslosigkeit noch lukrativer wird als Arbeit, dann sind nicht die Arbeitslosen schuld, sondern das System, das sie arbeitslos hält“, sagte Eger.
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