Germany

Grundversorgung in Wartestellung – wien.ORF.at

Die Gesundheit

Im Herbst soll in Margaretten die neunte Primary Care Unit (PVE) in Wien eröffnet werden. Bis 2025 soll es in Wien 36 PVEs geben. Aber die Erweiterung ist langsam. Grund sei die schwierige Immobiliensuche, teilt die Ärztekammer mit.

29.05.2022 05.00 Uhr

Heute online, 5.00

Primärversorgungseinheiten sind Gesundheitszentren, in denen Hausärzte, Fachärzte, Pflegekräfte und andere Gesundheitsfachkräfte flexibel und an einem Ort zusammenarbeiten. Acht davon gibt es derzeit in Wien, und einer davon – der in Mariahilf – wurde besonders berühmt, weil er von Wolfgang Mükstein (Grüne) gegründet wurde, bevor er Gesundheitsminister wurde.

60 neue PVEs in Österreich bis 2026

In dieser Position kündigte er im Jänner auch eine österreichweite Expansion an. Österreich erhielt 100 Millionen Euro von der EU, um dies voranzutreiben. Doch das ursprüngliche Ziel war bereits verfehlt: 75 PVE sollte es im vergangenen Jahr in ganz Österreich geben, nur 33 in Betrieb. Mukstein erhöhte die geplante Zahl. Bis 2026 müssen zu den bestehenden 60 weitere PVE hinzukommen.

mehr zum thema

Mehr Erste-Hilfe-Kliniken bis 2023

Bereits 2019 hat Wien im „Regionalstrukturplan Gesundheit“ für den ambulanten Bereich eine Verlängerung der PVE in Wien bis 36 bis 2025 festgelegt. Hierfür wurden bereits Standortzonen ausgewiesen. Im Februar kündigte die Stadt Wien zehn weitere PVEs an. Eine wird im Herbst eröffnet. Das Gesundheitszentrum muss an der Wiedner Hauptstraße 120 seine Pforten öffnen.

Ärzteteam, um andere Ärzte zu überzeugen

Doch laut Thomas Holzgruber, Kammerdirektor der Ärztekammer Wien, ist das Hauptproblem für die weitere Expansion die Nachfrage nach Immobilien. „Man braucht mindestens 300 Quadratmeter, am besten ebenerdig“, sagte er der Wiener Zeitung. Gerade in der Stadt ist das ein Problem. Hinzu kommt laut Holzgruber, dass viele nicht an Ärzte vermieten wollen. “Manchmal haben wir ein Team, aber wir haben keinen Platz dafür.”

Holzgruber erklärte auch, dass die Ärztekammer kürzlich Teams aus der Ärzteschaft eingesetzt habe, die Kollegen zum Thema PVE beraten. „Denn die Erfahrung zeigt: Wenn Politiker sagen, dass Gesundheitszentren aufgebaut werden sollen, funktioniert das nicht so gut, wie andere Ärzte sagen.“