Stand: 29.05.2022 01:19
Aktuell steigt das Renteneintrittsalter schrittweise an – auf 67 im Jahr 2029. Anträge auf eine Rente von 70 hat Arbeitsminister Heil bereits klar abgelehnt. Das können nur diejenigen suggerieren, die „in einer ganz anderen Welt“ leben.
Bundesarbeitsminister Hubertus Hale hat eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit rundweg abgelehnt. „Was ich für richtig halte, ist der flexible Übergang in den Ruhestand“, sagte Hale der Funke-Zeitung.
„Aber die Vorstellung, dass man bis 70 in einem Stahlwerk oder an der Supermarktkasse, als Polizist oder Krankenpfleger arbeiten muss, können nur Menschen haben, die in einer ganz anderen Welt leben“, fügte er hinzu : „Ich denke, ob man bis 70 arbeiten will oder muss, ist eine Phantomdebatte.“ Dies sei eine Diskussion, „die mit der Lebenswirklichkeit vieler Menschen in Deutschland nicht vereinbar ist“.
“Das wird sich nicht ändern”
Die Arbeitsministerin verwies auf die Definition der Ampelkoalition in ihrem Koalitionsvertrag. SPD, Grüne und FDP waren sich einig, “dass wir die gesetzliche Altersgrenze nicht anheben. Und daran wird sich auch nichts ändern.”
Funktioniert aufgrund steigender Preise länger
Davor wurde wieder über ein längeres Leben diskutiert. Volkswirte wie der Leipziger Ökonom Günther Schnable fordern eine deutliche Anhebung des Renteneintrittsalters, auch um die Folgen steigender Preise abzufedern.
DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi sagte, eine Anhebung des Renteneintrittsalters auf 70 sei “völliger Unsinn”. „Die Rentendiskussion mit 70 ist eine Dummheit, die uns jedes Jahr präsentiert wird – mal von der Politik, mal von der Wissenschaft“, sagte sie kürzlich der Funke-Zeitung.
Fahimi erklärte, dass den meisten von ihnen nicht bewusst sei, dass sie sich länger engagieren können. „Aber es sollte nicht passieren, dass Arbeitgeber Rentner einstellen oder weiter einstellen, um Versicherungskosten zu sparen“, sagte sie. Wer die flexible Rente nutzt, muss keine Beiträge mehr an die Rentenkasse oder Arbeitslosenversicherung zahlen. „Dieses Modell sollte jüngere Mitarbeiter nicht unter Druck setzen“, sagte sie.
Nach derzeitiger Rechtslage wird das Renteneintrittsalter bis 2029 schrittweise ohne Abschläge von 65 auf 67 Jahre angehoben.
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