Germany

Olaf Scholz verspricht ein modernes Flugabwehrsystem

Olaf Scholz hat am Mittwoch eine ungewöhnliche Rede gehalten. Zumindest sprach er anfangs fließend, wirkte lebendig und aggressiv. Offenbar hat ihn der HDZ-Vorsitzende und Oppositionsführer Friedrich Merz mit seinen bisherigen Äußerungen so provoziert, dass Scholz ihm zeigen wollte, wer der Kanzler sei. Und wo der Hammer hängt. Er hatte mehrere von ihnen bei sich.

Wie fast immer bei den großen Bundestagsdebatten damals ging es um den Krieg in der Ukraine. Merz kritisierte Deutschland schnell, weil es zu wenige Waffen an die Ukraine geliefert habe. “Sie reden in letzter Zeit mehr, aber Sie sagen nichts”, warf er der Kanzlerin vor. Das wollte er nicht auf sich sitzen lassen.

So listete Scholz zunächst auf, welche Panzerabwehr- und Flugabwehrwaffen Deutschland unmittelbar nach Kriegsbeginn geschickt hatte. Er sprach auch über den Flugabwehrpanzer Gepard und sagte, wie viel Munition für wie viel Verteidigung geschickt wird. Er spricht über Panzerhaubitze 2000, über verschiedene Projekte zum Austausch von Ringen mit anderen Ländern, die hauptsächlich darauf abzielen, die Ukraine mit großen russischen Kampfpanzern zu versorgen. Kritik, Deutschland tue zu wenig, bezeichnete Scholz als “Gesprächssache”.

Luft-Luft-Lenkflugkörper Iris-T des Industrie- und Waffenkonzerns Diehl: Bild: dpa

Gab es in seinen Anzeigen anfangs meist Vertrautes, dann kam etwas Neues. Deutschland liefert das modernste Luftverteidigungssystem, das es besitzt, das „Iris-T“ des Herstellers Diehl. „Dies wird es der Ukraine ermöglichen, eine ganze Stadt vor russischen Angriffen zu schützen.“ Anschließend kündigte er an, dass ein Verfolgungsradar in die Ukraine geschickt werde, um Artillerieangriffe zu erkennen. Darüber hinaus werden die Vereinigten Staaten “nach Maßgabe unserer technischen Möglichkeiten” bei der geplanten Lieferung von Volleyschusssystemen an die Ukraine unterstützt. „Nimm das!“ Muss die Ansage an Mertz gewesen sein, der über 20 Minuten sehr aggressiv war.


Kurz nach der Rede der Kanzlerin wurden weitere Details zu den Lieferungen bekannt. Deutschland will deshalb vier Raketenwerfer aus Beständen der Bundeswehr in der Ukraine liefern, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen erfuhr. Dies geschieht in enger Abstimmung mit den USA, die auch ukrainische Soldaten auf den Systemen ausbilden werden.

Merz stellt Scholz als Zauderer dar

Als erster Redner in der Debatte arbeitete Merz vor allem an dem Image, dass Scholz ein Aufschieber sei, der sich nach seiner Rede am 27. Februar nicht viel konkret für die Ukraine getan habe. Wie es Unionspolitiker in letzter Zeit gerne tun, versucht Merz mit Äußerungen der Grünen, Scholz anzugreifen. Angesichts der unzureichenden Unterstützung für die Ukraine bleibe für Deutschland “nur Verachtung”, wurde die Europaabgeordnete Viola von Cramon zitiert.

Anschließend stellte Merz Frage um Frage in Richtung der Kanzlerin. Der Sprecher des ukrainischen Parlaments kommt nach Berlin, der Oppositionsführer wollte wissen, warum er noch kein Treffen mit Scholz bekommen habe. Warum Scholz nicht klar sagt, dass die Ukraine den Krieg gegen Russland gewinnen muss. Warum starten wir nicht eine gemeinsame europäische Initiative zur Unterstützung der Ukraine? Ob er glaubt, dass die Ukraine, Moldawien und der Westbalkan Kandidaten für eine EU-Mitgliedschaft werden sollten. Es ging also Frage um Frage. Der CDU-Vorsitzende ignorierte den Hinweis darauf, was er, Merz, zum Kandidatenstatus sagte. In einer Rede vor dem Bundestag drei Tage nach Kriegsbeginn sprach Scholz “reine Sprache”. Seitdem “ist alles in Vergessenheit geraten”.


Einen kleinen Erfolg konnte Merz dadurch verbuchen, dass Scholz in den ersten Minuten ohne Drehbuch sprach. Der CDU-Mann ärgerte sich darüber, dass der Kanzler das Manuskript liegen ließ, das seine Männer für ihn vorbereitet hatten, und stattdessen seine Fragen beantwortete. Dass der in seinen Reden oft so nüchtern auftretende Scholz solche Vorwürfe offensichtlich satt hatte, machte er deutlich, indem er sagte, Merz tanze mit vielen Fragen zu dem Thema. „Mit Fragen kommt man nicht durch.“ Und wenn Merz zu etwas Stellung beziehe, dann „wird es unangenehm“, sagte Scholz.

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Nachdem Scholz den ersten Angriff zu seiner eigenen Verteidigung präsentierte, griff er zum Manuskript. Damals ging es viel um das Gewicht der Menschen durch hohe Preise, nicht nur um Energie. Scholz zählte die Hilfsmaßnahmen auf, die seine Amp-Koalition bereits eingeleitet hat. Von günstigeren Spritpreisen bis zum Neun-Euro-Ticket ist alles dabei.

Aber auch hier hatte der Kanzler Neues im Gepäck. Er schlug vor, dass sich Sozialpartner und Arbeitgeber, Gesellschaft und Länder an einen Tisch setzen: „Wir brauchen im Ernstfall gezielte Anstrengungen. Wir wollen konzertiert gegen den Preisdruck vorgehen.“

Bulletin der FAZ Ukraine

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Auf der anderen Seite beschrieb der Regierungschef den Vorschlag des Oppositionsführers, dass er verwendet werden könnte …