Frank Hoffmann wurde am 16. Juli 1938 in Radebeul / Dresden geboren. Er besuchte die Otto-Falkenberg-Schule in München. Auch im Rückblick hätte er seine Schulzeit anders verbringen können, sagt der Schauspieler. „Ein paar Momente mit Größen wie Attila Horbiger sind wertvoller als jahrelanges Training“, sagte Hoffmann. Er erinnerte sich an einen Moment kurz vor seinem Auftritt in “Nathan der Weise”: Der große Schauspieler Horbiger bot ihm das bekannte Wort an, und der damalige Schauspieler, ein Bühnenneuling, vergaß den Text vor Schreck.
Nach der Matura war er unter anderem in Heidelberg, Köln, Dortmund und am Residenztheater München, Schauspielhaus Graz und Stadttheater Basel engagiert. Hoffmann hat Rollen in Stücken wie „Heldenplatz“, „Maria Stewart“, „Fiesco“, „Götz von Berlichingen“ oder „La Cage aux Folles“. Außerdem stand er an der Wiener Nationaloper, den Salzburger Festspielen, dem Zürcher Schauspielhaus, der San Francisco Opera und der Tokyo Opera auf der Bühne.
APA / HELMUT FOHRINGER Frank Hoffmann ist im Alter von 83 Jahren gestorben
Moderierte ORF-Sendung „Trailer“
1967 wurde Hoffmann Ensemblemitglied des Burgtheaters in Wien. Bekanntheit erlangte er durch die Moderation der ORF-Sendung „Trailer“. Von 1975 bis 1994 präsentierte Hoffman dort wöchentlich Filme. Doch schon bald wechselte er das Land: Seine erste Filmrolle spielte er 1982 in „Ace of Aces“ mit Jean-Paul Belmondo und Marie-France Pissier.
In den nächsten Jahren folgten Werke wie Die Rückkehr der Zeitmaschine (1983) und Zum Glück meine Frau, in denen er mit Christian Hörbiger, Erwin Steinhauer, Elfriede Ott und der Burg-Kollegin Bibiana Zeller zusammenarbeitete. Xavier Schwarzenbergs Nacht der Nächte entstand 1996, gefolgt von Bela Chao, für den er 1998 erneut mit Horbiger vor der Kamera stand.
Eine “geteilte Verbindung” nach Wien
Hoffmans Ehrungen sind so lang wie seine Filmografie. 1986 wurde ihm das Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst der Republik Österreich verliehen. Zwei Bundesländer ehrten Hoffmann mit Auszeichnungen – seine burgenländische Wahlheimat verlieh ihm 1999 den Großen Preis des Landes, 2008 erhielt er das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien.
Die jüngste Auszeichnung hat den Schauspieler besonders berührt. Er habe einmal gesagt, er habe ein “gespaltenes Verhältnis zu Wien” und ein typisch deutsches Vorurteil gegenüber den Österreichern. Sie verblassten mit dem Alter. Im selben Jahr erhielt er die Berufsbezeichnung „Professor“.
Großes Engagement abseits des Rampenlichts
Er nutzt das Rampenlicht auch, um auf wohltätige Zwecke aufmerksam zu machen. 2013 moderierte er beispielsweise ein Benefizkonzert für die Opfer des Taifuns Haiyan auf den Philippinen. 2010 war er Botschafter des österreichischen Bundesministeriums für Soziales und Arbeit im Internationalen Jahr zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung. Frank Hoffmann war außerdem Mitglied des Österreichischen Roma- und Sinti-Kulturbundes und des Internationalen WWF.
Von 2013 bis 2014 war Hoffman wieder regelmäßig im Fernsehen zu sehen. Gemeinsam mit der Moderatorin Miriam Hie analysierte er einen wöchentlichen Film für „Lichtspiele – Das Filmmagazin“ auf ServusTV. Seit 2015 sitzt der Schauspieler jedes Jahr auf dem Regiestuhl des „Güssinger Kultursommers“ – er inszenierte Georges Feidos „Einer muss der Dumme sein“, Michael Freyns Komödie „Der nackte Wahnsinn“ und 2017 das Theaterstück „Pension Schöller“. – mehr dazu auf Burgenland.ORF.at.
„Theater ist wie Atmen“, sagte Hoffman einmal, „bis mein Kopf oben ist, bleibe ich beim Theater.“
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