Germany

Sondervermögen der Bundeswehr: Panzer auf Pump

Die Zäsur, die Putin mit seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine brachte, markiert nun auch in Deutschland eine Verfassungsänderung: die Schaffung eines „Sonderfonds“ für die Bundeswehr. Stimmt auch der Bundesrat nach dem Bundestag zu, könnte die Regierung in den kommenden Jahren zusätzlich zum bestehenden Verteidigungshaushalt 100 Milliarden Euro ausgeben, um die Streitkräfte so auszustatten, dass sie ihren Auftrag zur Landes- und Bündnisverteidigung erfüllen können.

Tatsächlich muss man dafür tief in die Tasche greifen. Nicht nur unter Schröder, sondern auch in der Ära Merkel war die deutsche Politik so auf die Friedensdividende ausgerichtet, dass die Bundeswehr zum Armenhaus verkam. Schließlich legte der Armeeinspektor einen Eid ab, um zu offenbaren: Wir sind leer.

Wer soll den „Sonderfonds“ zahlen?

Deutschlands zweite Aufrüstung fand im Bundestag eine große Mehrheit. Putins verbrecherischer Vernichtungskrieg macht es selbst (ehemaligen) Pazifisten schwer, für Abrüstung zu plädieren. Allerdings wurde die Zustimmung der Linken in der Ampelkoalition mit der Versicherung erkauft, zumindest in der Sozialpolitik, die derzeit noch großzügiger als sonst ist, nicht zugunsten der Aufrüstung zu sparen. Die neuen Panzer werden auf Kredit finanziert, dh. auf Kosten künftiger Generationen; sie sind es, die einen ganz besonderen „Sonderfonds“ zahlen müssen.

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Das war nicht der einzige Frosch, den der Finanzminister schlucken musste. Auch die Ausschließlichkeitsklausel in der Schuldenbremse musste die Regierung nutzen. Das schließt Lindner für den nächsten Haushalt aus. Der „Ausnahmezustand“, den die Regierung jetzt ausruft, könnte jedoch andauern oder sich wiederholen – gemeint sind die Pandemie der Krone und der Krieg in der Ukraine. Dann schlägt für die Koalition womöglich die Stunde der Wahrheit, die sie mit dem „Sonderfonds“ vermieden hat.