Wie angekündigt zog die Sturmfront am Sonntagnachmittag ostwärts über Vorarlberg. Innerhalb einer Stunde wurden am Ländle 31 Löscheinsätze registriert, hauptsächlich wegen heruntergefallener Äste, überfluteter Straßen und Keller. Auch bundesweit wurden Einsatzkräfte nach Tirol gerufen, bei starkem Hagel vor allem im Ahtental im Unterland und Außerfern.
Im vorarlbergischen Schruns ist auf der Baustelle eines Hotels an der Silvretstraße aufgrund eines Unwetters ein Gerüst eingestürzt. Zudem wurden die isolierenden Fassadenplatten durch den starken Wind weggeweht. Der dort aufgestellte Turmdrehkran zitterte von dem starken Sturm, und der Pfeil wirbelte hin und her. Aus Angst vor einem Absturz des Baukrans wurde die Silvrettastraße vorübergehend für 30 Minuten gesperrt. Nach Abflauen des Sturms wurde die Bewachung der Silvretstraße entfernt. Die örtliche Feuerwehr hat 30 Personen und drei Autos.
In Tschagguns hat der Sturm das Blechdach sowie Teile des Holzunterbaus und Schornsteins eines Mehrfamilienhauses weggefegt. Die Freiwilligen Feuerwehren Tschagguns und St. Die Gallenkirch beherbergte 21 Personen, drei Fahrzeuge und eine Drehleiter. Unterstützt wurden sie von der Bergrettung Schruns/Tschagguns mit acht Mann und einem Fahrzeug sowie der Polizei Schruns. Auf der Rasafeibrücke in Tschagguns fiel ein Baum auf die Fahrbahn und blockierte diese. Acht Feuerwehrleute beseitigten das Hindernis.
Schäden in Tirol
Auch in Tirol gibt es getrennte Schäden im Ober- und Unterland. Laut Polizei wurde ein Teil des Blechdachs des Bahnhofsgebäudes Imst/Pitztal durch den Sturm und damit verbundene starke Winde abgedeckt. Keiner wurde verletzt. Erdrutsche gab es in Elmen und Stanzach (beide im Landkreis Royte). In Stantsi ist die Staatsstraße 80 Meter lang und etwa zwei Meter hoch überflutet.
In Kösen im Bezirk Kitzbühel wurde ein Zelt von starken Böen heruntergerissen und stürzte ein, berichtete ORF Tirol. Auch hier gab es keine Verletzten. Vielerorts stürzten Bäume auf die Straße, so etwa auf der Unterinntaler Landesstraße in Kramsach im Landkreis Kufstein.
In der benachbarten Schweiz gibt es hingegen auch Opfer des Sturms: Im Kanton Wallis wurden drei Menschen verletzt – zwei davon, weil ein für ein Fussballturnier aufgestelltes Zelt davonflog und Menschen traf, wie der Kanton Wallis mitteilte Polizei auf Anfrage von Keystone – SDA. Außerdem wurden Dächer abgetragen und Skelette eingestürzt.
Gewitterwarnung für den Abend
Zuvor hatte die ZAMG (Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik) in Salzburg für Sonntagmorgen eine Gewitterwarnung herausgegeben. Beginnend mit Invirtel in Oberösterreich, Flachgau und Tenengau im Salzburger Land werden starke Gewitter mit Starkregen, Windböen und Hagel erwartet, die sich bis nach Mitternacht nach Osten und Süden ausbreiten werden, hieß es in der Mitteilung. In der Nacht auf Samstag und Sonntag gab es im südlichen Burgenland und in Niederösterreich starke Gewitter.
In den burgenländischen Gebieten Güssing und Oberwart waren beispielsweise zwölf Stauseen im Einsatz, sie mussten Keller auspumpen und Straßen räumen. Auch die “Sternennacht am Neusiedlersee” in Mörbisch sollte für eine halbe Stunde unterbrochen werden, wurde nach dem Sturzbach aber fortgesetzt, teilten die Veranstalter mit.
Niederösterreich
Auch in Niederösterreich müssten Feuerwehren zahlreiche Einsätze machen, sagte Franz Resperger, Sprecher der Landesfeuerwehr. Besonders betroffen war beispielsweise die Stadt Gmünd, wo Überschwemmungen oder umgestürzte Bäume die Straßen blockierten.
Oberösterreich
Am Sonntag wird das schlechteste Wetter in Oberösterreich zwischen 17:00 und 21:00 Uhr vom Innviertel bis Pyhrn-Eisenwurzen erwartet. Die stärksten Niederschläge werden im Inviertel erwartet, Stürme mit Spitzengeschwindigkeiten von 80 km/h und mehr seien in allen Landesteilen wahrscheinlich, heißt es in der Warnung der ZAMG. Es kann Hagel geben.
Das Zentralinstitut riet dazu, die Blitzgefahr sowie Warnungen vor Gewittern und Seen zu überwachen und die schnelle Entwicklung und Veränderung der Gewitterbahn zu berücksichtigen. Bewegliche Gegenstände im Freien wie Partyzelte, Trampoline und Gartenmöbel müssen gesichert, Fenster, Türen und Tore geschlossen sein. Es ist wichtig, früh mit Sportflugzeugen zu landen und mit dem Boot schnell in den Häfen anzukommen. Es kann zu vorübergehenden Stromausfällen kommen.
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