Microsoft hat sich bisher geweigert, einen Patch zu entwickeln. Der Angreifer kann möglicherweise eine ausführbare Datei einschleusen. Der Sicherheitsanbieter 0patch bietet eine inoffizielle Lösung.
Offensichtlich gibt es eine weitere Zero-Day-Schwachstelle im Microsoft Support Diagnostic Tool (MSDT). Es wurde im Dezember 2019 eröffnet und an Microsoft gemeldet. Im Januar 2020 entschied sich das Softwareunternehmen jedoch, keinen Schwachstellen-Fix zu entwickeln. Aufgrund der jüngsten Aufmerksamkeit von MSDT auf eine weitere Zero-Day-Schwachstelle hat der Sicherheitsanbieter 0patch bereits eine informelle Lösung für diese Schwachstelle entwickelt.
Die neue Zero-Day-Schwachstelle, bekannt als DogWalk, könnte es ermöglichen, schädliche Dateien in jedem Verzeichnis auf einem Windows-Computer ohne Fixes zu speichern. Als Beweis für das Konzept fügten die Forscher eine ausführbare Datei in den Windows-Startordner ein. Alle Versionen von Windows und Windows Server ab Windows 7 und Windows Server 2008 sind von dem Problem betroffen.
Der eigentliche Fehler steckt in der Bibliothek sdiageng.dll, die wiederum zum Microsoft Support Diagnostic Tool gehört. Die Bibliothek verarbeitet den vom Angreifer angegebenen Verzeichnispfad, der wiederum in einer XML-Datei im diagcab-Archiv gespeichert wird. Es ist wiederum möglich, eine auf einem externen WebDav-Gerät gespeicherte Datei in ein beliebiges lokales Verzeichnis zu kopieren. Das Opfer muss einfach dazu verleitet werden, eine diagcab-Datei zu öffnen.
Das Problem ist, dass der Dateiname nicht ausreichend verifiziert ist. Wenn eine Datei mit dem Namen „\.. \.. \ .. \ .. \ .. \ .. \ .. \ AppData \ Roaming \ Microsoft \ Windows \ Startmenü \ Programme \ Startup \ schädliche.exe“ über WebDav verfügbar ist Beim Kopieren werden für Windows-Dateinamen nicht erlaubte Zeichen wie „\“ entfernt, sodass die Datei „malicious.exe“ im Autostart-Ordner landet. Von dort läuft es automatisch beim nächsten Start von Windows, sobald sich ein Benutzer anmeldet.
0patch weist auch darauf hin, dass es möglich ist, eine diagcab-Datei über WebDav herunterzuladen, indem man das Opfer einfach dazu verleitet, auf einen Link zu klicken. MSDT ist auch eine Windows-Anwendung, die nicht davor warnt, Dateien aus dem Internet zu öffnen.
“Eine solche Datei wird von allen gängigen Browsern, einschließlich Microsoft Edge, einfach (!) durch den Besuch einer Website achtlos heruntergeladen und erfordert nur einen Klick (oder verpassten Klick) in die Downloadliste des Browsers, um sie zu öffnen.” Im Gegensatz zu anderen bekannten Dateien, die den Code eines Angreifers ausführen können, zeigt sie keine Warnung an. Aus Sicht des Angreifers handelt es sich um eine leicht ausnutzbare Schwachstelle, die alle Windows-Versionen bis hin zu Windows 7 und Server 2008 betrifft“, erläutert 0patch die Entwicklung seines inoffiziellen Patches.
Das Unternehmen bietet den inoffiziellen Patch kostenlos an. Allerdings ist eine Registrierung bei 0patch erforderlich.
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