Verkehr
Reduziert die Anzahl der Bahnübergänge. Allerdings sind seit 2010 in Niederösterreich 260 Menschen an einem Bahnübergang verunglückt, jeder Fünfte ist gestorben. Mehr Bewusstsein sei nötig, heißt es.
08.06.2022 19:37
Heute online, 19.37
Zwischen 15 und 25 Menschen sterben jährlich an österreichischen Bahnübergängen. In diesem Jahr wurden bereits sechs Menschen getötet. „Das sind erschreckende Zahlen“, sagt ÖAMTC-Chefjurist Martin Hofer, „Unfälle an Bahnübergängen ließen sich zu fast 100 Prozent vermeiden, wenn sich alle an die Regeln halten würden.“
Allerdings ist die Zahl der Bahnübergänge seit Jahren stetig rückläufig. Im Vorjahr kam es in Österreich zu insgesamt 60 Kollisionen oder Unfällen an Bahnübergängen. 2020 waren es bei 66 Unfällen zehn Prozent mehr, 2010 bei 103 Unfällen sogar 72 Prozent mehr.
Die Zahl der Bahnübergänge nimmt ab
Um Unfallzahlen zu reduzieren, werden Bahnübergänge regelmäßig von den ÖBB und den Behörden auf Sicherheit geprüft – und nach Möglichkeit gesperrt. Denn: „Die sicherste Kreuzung ist eine stillgelegte Kreuzung“, erklärt ÖBB-Sicherheitskommunikator Herbert Ofner. Im Jahr 2000 waren in Österreich noch knapp über 6.000 Bahnübergänge in Betrieb, seitdem hat sich ihre Zahl auf aktuell 3.035 Bahnübergänge fast halbiert. Jährlich werden durchschnittlich 25 Bahnübergänge gesperrt. Die meisten Kreuzungen, nämlich 1585, sind mit einem Lichtsignal, einer Schranke oder beidem ausgestattet.
„Mangelnde Aufmerksamkeit und Routine, oft bedingt das eine das andere, ist leider der häufigste Grund“, sagt Ofner. Rund 99 Prozent der Unfälle sind darauf zurückzuführen. Wer immer zur gleichen Zeit eine Kreuzung überquert, rechnet oft nicht mehr damit, dass plötzlich ein Zug kommt. „Aber Fahrpläne können sich ändern“, erklärt Helmut Cech, Betriebsleiter der Kamptalbahn der ÖBB. Insbesondere Güterzüge haben eine sehr flexible Reisezeit.
ÖBB Dieser simulierte Unfall zeigt: Bei einem Aufprall schleift der Zug ein Fahrzeug hunderte Meter mit.
Der Bremsweg im Zug ist zehnmal länger
Auch wird oft unterschätzt, dass der Bremsweg eines Zuges zehnmal länger ist als der eines Autos. „Bei einem Zug mit 50 Tonnen und einer Geschwindigkeit von 120 km/h beträgt der Bremsweg 400 Meter, wenn er gut fährt. Aber es können bis zu 700 Meter werden“, erklärt ÖBB-Fahrer Andreas Schlögl. Daher ist die Sensibilisierung für die Gefahren an Bahnübergängen die wichtigste Maßnahme der ÖBB, um die Zahl der Unfälle zu reduzieren – beispielsweise in Form von Plakaten und Videokampagnen sowie der Sicherheitskampagne „Pass auf dich auf“ speziell für Jugendliche Personen.
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