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“Maischberger”: “Putin war ein blasser Apparatschik, den keiner auf der Leinwand hatte”

Panorama “Meischberger”

“Putin war ein blasser Apparatschik, den niemand auf seinem Radar hatte.”

Zustand: 07:05 Lesezeit: 4 Minuten

„Putin verachtet EU und Nato“

“Die EU ist dem russischen Präsidenten ein Dorn im Auge”, sagte Christoph Wanner. “Alles, was aus dem Westen kommt und institutionell verankert ist, wie die Nato oder die EU, behindert die Ausweitung von Putins Einflussbereich”, sagte unser Russland-Korrespondent.

In “Maischberger” beschreibt ein Russland-Experte, was Wladimir Putin bewegt – und warnt vor allzu ängstlichen Blicken auf ihn. Außerdem äußerte sich Hendrik Strike zur Zukunftspolitik von Corona – und sprach darüber, ob es eine neue Blockade geben könnte.

An dem Tag, an dem sie mit ihrem Mann zu einer Weltreise aufbrechen wollte, wurde er positiv auf die Krone getestet. Knapp einen Monat später starb er an dem Virus – im Alter von 59 Jahren, ohne Vorerkrankungen, als „Sportler“. „Die Krone ist für mich da, weil mein Mann nicht mehr da ist und die Trauer mich jeden Tag begleitet“, sagte Witwe Anita Schedel am Mittwoch gegenüber Meischberger.

Das Virus begleitet sie bis heute. Weil sie deswegen plötzlich ihren Mann verloren hat. Und weil sie selbst immer noch unter den Auswirkungen von Long Covid leidet. Sie ist chronisch erschöpft und oft nicht mehr tragbar. Dir fehlt es oft an Fitness.

Mittlerweile hat das Kronenvirus dank der omicron-Variante und Impfmöglichkeiten für viele seinen Schrecken verloren. Doch Virologe Hendrik Streek warnte in Meischberger, dass Deutschland vor allem bei der Erfassung der Kronenlage nachbessern müsse, und schlug vor, ein „digitales Lagebild in Echtzeit“ zu erstellen. Am Mittwoch gab der Kronen-Expertenrat, dem auch Streek angehört, mit Blick auf den Sturz eine Stellungnahme gegenüber der Bundesregierung ab.

Virologe Hendrik Streek (links) und Witwe Anita Schedel (Mitte) mit Sandra Meischberger (rechts)

Quelle: WDR / Oliver Ziebe / © WDR

Generell zeigte sich Strike optimistisch: Aufgrund der vielen Impfungen und Genesungen bestehe eine hohe Grundimmunität in der Bevölkerung. „Ich denke, da sind wir bei über 95 Prozent.“ Deshalb müsse man nicht mehr jeder Infektion hinterherjagen.“ Es mache zum Beispiel keinen Sinn mehr, auf Menschen zu testen, die keine Symptome haben. Er schloss: „Persönlich würde ich das Blockieren nicht mehr empfehlen.“

„Putin will Rache an den USA“

Neben der Krone war der Krieg in der Ukraine das zweite große Thema bei Meischberger. Udo Lielishkis, ehemaliger ARD-Korrespondent in Moskau, beschrieb, wie er Wladimir Putin wahrnahm, bevor er im Jahr 2000 russischer Präsident wurde: “Er war ein blasser Apparatschik, den niemand auf dem Schirm hatte.”

Udo Lielishkis

Quelle: WDR / Oliver Ziebe / © WDR

Mit Beginn des Tschetschenienkrieges gelang es ihm, sich als “harter Hund” zu präsentieren. So sei er in den Kreml gekommen, “obwohl vorher niemand davon gewusst hat”, sagte Lielishkis. Schon damals sah der Russland-Experte Putin nicht als Demokraten. „Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion entwickelte Putin Rachegefühle. Er will sich an den USA rächen.“

Putin hat immer Lügen benutzt, um seine Macht aufrechtzuerhalten: „Putin hat sein Volk viele Jahre lang mit dem imperialistischen Virus infiziert.“ „Besorgt.“ die Lüge. Zu lügen und davonzukommen ist ein Zeichen von Stärke.“

Wladimir Putin im Jahr 2000

Merkel habe “einfach zu viel gewunken”.

In einem Interview mit Sandra Meishberger kritisierte Lielishkis die Russlandpolitik von Angela Merkel. Zunächst wollte sie mit Putin “pragmatisch reden” und Handlungsfreiheit suchen. “Seit ein paar Jahren läuft es gut, aber es wird immer grenzwertiger.” Souveränitätsverletzungen im Donbass und auf der Krim 2014 habe Merkel “einfach durchgewunken”. Er kritisierte auch, dass Deutschland derzeit zu zögerlich sei und die Waffen zu spät eintreffen würden. Lielishkis Prognose: „Putin wird nicht verhandeln, wenn er nicht militärisch gedemütigt wird.“

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Meishberger verwies in seiner Gästegruppe auch auf mögliche Fehler von Merkels Regierungen im Verhältnis zu Putin. „Putin wurde in seiner Aggression und auch in seinem imperialistischen Machtanspruch offensichtlich völlig unterschätzt“, sagte ARD-Korrespondentin Julie Kurz. Mehr Reue wünschte sich Kurz auch bei Merkels erstem großen Auftritt seit dem Ende ihres Kanzleramts am Berliner Ensemble am Dienstag: “Sie hat von ihrer Seite kein Fehlverhalten gesehen.”

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Auch Kabarettist Urban Priol stimmte zu: „Sie hat sich für den Osterfrieden entschuldigt, der niemandem außer Russland geschadet hat.“ Er verglich die Relativierung von Merkels Russlandpolitik mit der von Altkanzler Gerhard Schröder.

Gregor Peter Schmitz verteidigte die Altkanzlerin einigermaßen: „Viele haben sich bei Putin geirrt.“ Allerdings habe sie es versäumt, mit Putin richtig umzugehen: