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++ Krieg in der Ukraine: Russland erobert weitere Gebiete

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Erstellt: 12.06.2022, 12:08 Uhr

Von: Daniel Dillmann

Trennung

Die russische Armee rückt im Krieg in der Ukraine weiter vor. In der Region Luhansk finden schwere Kämpfe statt.

  • Russland auf dem Vormarsch: In den kommenden Wochen könnte die gesamte Region Luhansk erobert werden.
  • Heftige Kämpfe um Sewerodonezk: Russland gelingt eine strategisch wichtige Stadt im Krieg in der Ukraine.
  • Einsatz neuer Waffensysteme: Die Ukraine wirft dem Kreml vor, themenbezogene Raketenartillerie einzusetzen.
  • Die Lage am Vormittag: Alle Infos und Entwicklungen zum Konflikt in der Ukraine in unserem neuen Ticker.

+++ 11.46 Uhr: Der ukrainische Militärgeheimdienst schlägt vor, dass sich Russland bis Oktober auf einen Krieg vorbereitet. US-Militärexperten des Institute for War Studies (ISW) zitierten den stellvertretenden Geheimdienstdirektor Vadim Skibizki. Er schlägt vor, dass Russland den Krieg weitere 120 Tage fortsetzen will. Der Erfolg im Donbass ist jedoch immer entscheidend für die Pläne. ISW-Experten gehen derweil davon aus, dass Russland keine großen Reserven an ausgebildeten Streitkräften im Ärmel hat. Diese Annahme ist dem Personalmangel an der Front geschuldet. Darüber hinaus kündigte Skibizki an, dass die Russen weitere 40 Bataillone haben. Es gibt bereits 103 Bataillone in der Ukraine.

+++ Update, Sonntag, 12. Juni 2022, 08.40 Uhr: Ein US-Beamter sagte der Washington Post, dass Russland in den kommenden Wochen voraussichtlich die gesamte Region Luhansk übernehmen werde. Die ukrainischen Städte Severodonetsk und Lisichansk, die zum Epizentrum der Schlacht um Donbass geworden sind, könnten innerhalb einer Woche in die Hände russischer Streitkräfte fallen, so ein US-Beamter, der wegen der Sensibilität der Angelegenheit darum bat, anonym zu bleiben an die Washington Post. Dies könnte de facto eine neue Frontlinie schaffen, die einige Zeit andauern könnte.

Ein Soldat der russischen Armee, der im Krieg in der Ukraine dient. © Yuri Kabodnov / dpa

Lage am Morgen im Krieg in der Ukraine: Russland kontrolliert die Stadt Sewerodonezk

Kiew – Im Krieg in der Ukraine haben die Angreifer aus Russland offenbar den nächsten großen Erfolg. Nach Angaben der ukrainischen Behörden kontrollieren die Armeen des Kreml jetzt die Stadt Sewerodonezk im Osten des Landes. In vielen Teilen der Stadt toben jedoch weiterhin erbitterte Straßenkämpfe. „Die Situation bleibt schwierig. Die Kämpfe gehen weiter, aber leider ist die Stadt weitgehend unter russischer Kontrolle“, sagte Sergei Haidai, Gouverneur der Region Lugansk, nach Angaben des amerikanischen Nachrichtensenders CNN.

Der Krieg in der Ukraine in Bildern – Zerstörung, Widerstand und Hoffnung

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Aber der Krieg in der Ukraine tobt nicht nur in Sewerodonezk. Auch die umliegenden Kleinstädte wie Popasna oder Lisichansk sind Schauplatz heftiger Kämpfe. Vielerorts heißt es, die russische Armee habe begonnen, von überall her zivile Infrastruktur zu bombardieren. Nach Angaben des ukrainischen Militärs gelang es den Verteidigern, einen Angriff im Vorort Metelkino abzuwehren. Die russische Armee musste sich aus den Vororten zurückziehen.

Situation heute Morgen im Krieg in der Ukraine: Russland setzt neue Artillerietypen ein

Die Gebietsgewinne Russlands im Krieg in der Ukraine sind offenbar hauptsächlich auf den Einsatz thermobarer Raketenartillerie zurückzuführen. Das sagte Haidaj im ukrainischen Fernsehen. Mit dem neuen Waffensystem werde Russland Gebäude, die der ukrainischen Armee als Versteck dienen, “Etage für Etage räumen”. Dies wiederum zwingt die ukrainischen Truppen dazu, ihre Positionen ständig zu ändern.

Präsident Wolodymyr Selenskyj lobte in seiner Abendansprache an die Menschen in der Ukraine die Streitkräfte im Osten des Landes. Er sei „stolz auf unsere Verteidiger, die es geschafft haben, den Vormarsch des Feindes und der Besatzer über viele Wochen aufzuhalten“. „Sewerodonezk bleibt das Epizentrum des Krieges im Osten des Landes“, sagte Selenskyj.

Ukraine-Krieg: Der Kampf um Sewerodonezk erinnert an Mariupol

Wie Mariupol könnte der Kampf um Seyerodonetsk schließlich vor einer großen Industrieanlage enden. In der betreffenden Stadt befindet sich die Azot-Chemiefabrik, ein großer Baukomplex, der bis zu 800 Zivilisten Unterschlupf geboten haben soll. Außerdem sollen sich dort 400 ukrainische Soldaten niedergelassen haben. Die Zahlen basieren auf Angaben von Rodion Miroshnik, Führer der selbsternannten Republik Luhansk, die mit Russland verbündet ist. Man verhandle bereits mit den Soldaten über die Evakuierung von Zivilisten.

Auch aus dem Süden des Landes werden schwere Kämpfe im Krieg in der Ukraine gemeldet. Die Armeen dort sind in einen Stellungskrieg verstrickt. „Die Russen sparen nicht an Munition“, sagte ein ukrainischer Armeekämpfer dem britischen Nachrichtensender Sky. Die unternehmenseigenen Reserven hingegen wären erschöpft. Dies wurde von Vadim Skibitsky, einem hochrangigen Beamten im ukrainischen Verteidigungsministerium, bestätigt. Er forderte so schnell wie möglich eine neue Waffenlieferung aus dem Westen. „Das hat sich längst in einen Artilleriekrieg verwandelt“, sagte Skibitsky laut dem britischen Guardian. (dil/dpa)