Germany

Tatort-Kritik “Schattenleben” (13.6.): FLINTA-Szene & Geheimnisse – SWR3

Bei einer politisch motivierten Aktion wird ein Haus in Brand gesteckt. Unfall oder Vorsatz? Die Ermittler Falke und Grosch tauchen in den Tatort von Hamburg Flint* ein. Ein guter und lustiger Krimi für den Sonntagabend, findet SWR3-Redakteur Michael Haas.

FLINTA Bühnenuntersuchungen *

Eine junge Frau schneidet in ihrer Küche Gemüse. Sie ahnt nicht, dass der vermummte Mann direkt hinter ihr steht und sie plötzlich angreift. Die Person ist jedoch kein Dieb, sondern der Freund der Frau. Ein kleiner Scherz unter den Radikalen, denn das sind die beiden. Sie leben in einer Art Kommune für lesbische linke militante Autonomistinnen. Die Polizei spricht von der FLINTA-Szene*, womit Frauen, Lesben, Intersexuelle, Non-Binary, Trans- und Gender-Menschen und nicht-binäre Geschlechtsidentitäten gemeint sind.

Vorfall oder Körperverletzung?

Einige von ihnen stuft die Polizei im Film als militant ein, als freie Radikale, die auch mal gerne geparkte Jeeps anzünden. Doch als das nächste Auto Feuer fing, breitete sich das Feuer auf das Haus eines Polizisten aus. Seine Frau wurde schwer verletzt. Die Polizei sprach sofort von einem Angriff auf die Aufsichtsbehörden.

Falke und Grosch nehmen die Ermittlungen auf und Ella, ihre Ex-Geliebte, nimmt schnell Kontakt mit dem Kommissar auf. Kennengelernt haben sich die beiden beim Polizeitraining. Aber Ella ist irgendwie in diese FLINTA-Szene geraten.

Freundin oder Polizistin – Julia Grosch braucht Hilfe

Ella erzählt Grosch von ihrem Verdacht, wer den Angriff ausgeführt haben könnte, bittet sie jedoch, es geheim zu halten. Allein das ist für die Kommissarin schon schwierig, denn eigentlich müsste sie als Beamtin den Verdacht melden. Doch dann verschwindet Ella spurlos. Spätestens jetzt braucht Julia Grosch Hilfe. Sie bittet ihren Kollegen Falke um Unterstützung. Und ja, Falke steht zu ihr und vertraut ihr. Welch ein Segen, wenn man am Sonntagabend den Lärm zwischen den Kontrolleuren nicht mitansehen muss! Falke einfühlsam und verständnisvoll. Das ist gut für die Beziehung zu seinem Kollegen und gut für den ganzen Tatort.

Fazit aus der Tatortbesprechung: Etwas zu ruhig erzählt, aber trotzdem gute Ideen

Ich frage mich nur, ob die Geschichte wirklich 90 Minuten dauert. Es schien ein wenig eng. Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden. Auf jeden Fall sind einige gute Ideen dabei und es wird auch etwas Spannendes. Aber das Wichtigste: Sie sehen wirklich gerne zu. Guter Tatort! Drei von fünf Elchen.

Leben im Schatten

Bewertung: 3 von 5 Altersfreigabe: 12 Produktionsland: Deutschland Produktionsjahr: 2022 Erscheinungsdatum: 12. Juni 2022 Dauer: 90 Minuten Sendezeit: 20:15 Uhr.