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Mehr als 100 Stunden in der Ukraine im Herbst

Die ersten New in Vienna-Klassen wurden vor etwa zwei Monaten in Wien eingerichtet. Derzeit gebe es 35 solcher Klassen, doch das werde nicht ausreichen, sagte Chimer am Montag dem Ö1-Mittagsmagazin. Angesichts der rund 7.000 ukrainischen Kinder, die das Schulamt im Herbst an den Wiener Schulen erwartet, müssten „viel mehr Klassen“ eröffnet werden. Die 35 Klassen sollten im Herbst bestehen bleiben, und „mehr als 100 werden wahrscheinlich benötigt“, sagte Chimer und nannte eine genaue Zahl.

Aktuell oft noch im Fernstudium

Denn die Stadt geht davon aus, dass viele Jugendliche aus dem Kriegsgebiet, die bereits in Wien gemeldet sind, hier aber noch nicht zur Schule gehen, dies im Herbst tun werden. Nach Informationen der Bildungsabteilung von wien.ORF.at gehen bereits 3.100 ukrainische SchülerInnen in Wien zur Schule. 2.800 von ihnen sind im schulpflichtigen Alter.

Andere in Wien gemeldete schulpflichtige Kinder lernen oft noch im Fernunterricht an Schulen in der Ukraine. Aber je länger die Kinder hier bleiben, desto eher gehen sie hier zur Schule.

Die „Neu in Wien“-Klassen werden im Herbst umbenannt

Die New in Vienna-Klassen sollen laut Chimer im Herbst umbenannt werden, „weil sie nicht so neu in Wien sind, aber wir werden sie ‚Ukrainisch-Deutsch-fokussierte Klassen‘ nennen“, sagte Chimer wie möglich, wie es zum größten Teil bereits der Fall ist.

Da der Unterricht in Wien oft überfüllt ist, ist das oft nicht möglich: „Wir werden beides brauchen. Wir werden die Kinder dort in (Regel-)Klassen unterbringen, wo Platz ist.“ Aber man kann nicht tausende Kinder in bestehende Klassen integrieren.

Kritik an mangelnder Information

Man sei jedenfalls auf alle Szenarien vorbereitet, sagt Chimer. Zuvor hatte es Kritik gegeben, dass es zu wenig Informationen und Sicherheit bezüglich der notwendigen Vorbereitungen für das nächste Schuljahr gebe, wie das Ö1-Morgenmagazin am Montag berichtete. Er kann die Kritik an der Schule nachvollziehen, dh. Bei der Organisation des Unterrichts werden Schulleiter in der Ukraine allein gelassen, sagt der Bildungsdirektor:

„Weil wir in Wien wirklich alle Register ziehen, um (den Kindern wohlgemerkt) die Schulen so schnell, gut und pädagogisch wie möglich zu bekommen. Ich will nicht bestreiten, dass die Kommunikation mit der einen oder anderen Schule vielleicht nicht optimal funktioniert. Leider ist es in einem so riesigen System wie dem Schulsystem immer so, dass Informationen nicht immer dort landen, wo sie hingehören.

Eigene Stelle in der Bildungsabteilung

Schulstunden seien jedenfalls bereits vergeben und nun müsse auch sichergestellt werden, dass Schulen, die bereits Unterricht in der Ukraine haben oder haben werden, auch die entsprechenden Informationen erhalten, versprach Chimer.

Jede Schule bekommt im Herbst auch den Unterricht, den sie jetzt für ukrainische Schüler bekommt und “der dann logischerweise auch im Herbst in der Schule ist”. Als Anlaufstelle wurde zudem eine eigene Militärgruppe für die Ukraine im Bildungsministerium eingerichtet.

Ukrainische Lehrer werden erweitert

Seit März arbeiten rund 80 ukrainischsprachige Lehrkräfte in Wien. Allerdings hatten sie nur Verträge bis Anfang Juli. Laut Chimer sollen diese Verträge verlängert werden. Der Studiengang wird zweisprachig unterrichtet. Es gibt Betreuung auf Deutsch, aber auch in der Muttersprache.