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Lebensmittel: Yozdemir befürchtet weiter steigende Preise

Stand: 14.06.2022 09:25

„Leider bleibt noch viel zu tun“, sagte Landwirtschaftsminister Yozdemir, der vor allem im Herbst weiter steigende Lebensmittelpreise prognostiziert. Die Nachwirkungen des Krieges in der Ukraine sind auch ein Thema am Bauerntag, der heute beginnt.

Bundeslandwirtschaftsminister Cem Yozdemir rechnet mit weiter steigenden Lebensmittelpreisen in Deutschland. „Leider bleibt noch viel zu tun“, sagte der Minister der Düsseldorfer Rheinischen Post. Die Lebensmittelindustrie hat lange Fristen für den Einkauf von Energie. „Wir müssen im Herbst und Winter mit Steigerungen rechnen, weil der Handel jetzt mit teurer Energie versorgt werden muss und Preiserhöhungen an die Kunden weitergegeben werden.

„Teil von Russlands Strategie“

In einer gemeinsamen Morgensendung von ARD und ZDF sagte Yozdemir zum russischen Angriff auf die Ukraine, dass dies Teil der Strategie Russlands sei, Getreideexporte aus der Ukraine zu blockieren, um die globale Ernährungskrise weiter zu verschärfen. Deshalb „ist es Teil der Strategie, die Ukraine so zu trainieren, dass sie in diesem Krieg erfolgreich sein kann“, sagte Yozdemir.

Cem Yozdemir, Bundeslandwirtschaftsminister: „Dies ist Teil der militärischen Strategie Russlands, die Ukraine zu zerstören und die globale Krise zu verschärfen.“

Tagesschau 09:00, 14.6.2022

In der Rheinischen Post verteidigte Yozdemir im Kampf gegen hohe Lebensmittelpreise auch seinen Vorschlag, die Mehrwertsteuer auf Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte abzuschaffen. „Es kann nicht ernsthaft bestritten werden, dass das derzeitige Mehrwertsteuersystem grundlegend überarbeitet werden muss“, sagte er. „Logik, Einfachheit und Nachhaltigkeit sind hier die Schlüsselwörter. Schnell werden Sie mit meinem Vorschlag konfrontiert.

Tag der Deutschen Bauern in Lübeck

Die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine auf Agrarmärkte und Lebensmittelpreise werden auch zentrales Thema des heute beginnenden Deutschen Bauerntages in Lübeck sein, an dem Yozdemir voraussichtlich teilnehmen wird. Viele Betriebe hätten mit steigenden Energie- und Düngekosten zu kämpfen, teilte der Bauernverband mit. Vor diesem Hintergrund sind die Lebensmittelpreise im Supermarkt gestiegen.

Laut Statistischem Bundesamt stiegen die Preise für Agrarprodukte im April um durchschnittlich 39,9 Prozent. Das ist der höchste Preisanstieg im Vergleich zum Vorjahresmonat seit Beginn der Studie im Jahr 1961. Pflanzliche Produkte legten im April um 45,7 % besonders stark zu, tierische Produkte mit 35,8 % etwas weniger. Und im März gibt es einen Rekordpreisanstieg von 34,7 Prozent.

Angesichts des Mangels an Getreideexporten aus der Ukraine ist auch mit Lieferengpässen in einigen Ländern zu rechnen. Daher soll am Bauerntag diskutiert werden, um die angespannte Lage mit einer höheren Produktion in Deutschland zu entschärfen.

Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Ruckwid, sagte gegenüber NDR Info, dass die Lebensmittelpreise weiter steigen müssen, damit die Landwirte ihre Kosten decken können. „Dünger kostet viermal so viel, Futter ist doppelt so teuer, Diesel ist fast unzugänglich. “Wir Bauern brauchen einfach höhere Preise, um überhaupt produzieren zu können”, sagte Ruquid.

Verwenden Sie mehr Land, um Lebensmittel anzubauen

Der Bauernverband kündigte auch die Nutzung zusätzlicher Flächen für den Anbau von Nahrungsmitteln an. Yozdemir hat unter anderem ermöglicht, Gräser und Pflanzen aus bestimmten „Umweltvorranggebieten“ in Ausnahmefällen als Futter zu verwenden, widersetzt sich aber weiteren Forderungen nach Getreide und Flächenstilllegung.

Die mitregierende FDP forderte generell mehr Handlungsspielraum für die Landwirte. Landwirte brauchen Raum für eigenständige betriebliche Entscheidungen und die richtigen Werkzeuge, sagte FDP-Agrarexperte Gero Hawker. Mehr Nachhaltigkeit lässt sich nicht durch staatliche Transferleistungen erreichen, sondern durch Impulse und Förderungen.

Vorschlag zur Kennzeichnung von Nutztieren

Yozdemir hat nach jahrelangen Diskussionen auch einen neuen Anlauf zur staatlichen Viehfleischkennzeichnung gestartet. Zudem muss eine gesicherte Finanzierung vorhanden sein, damit Landwirte nicht allein gelassen werden, um in mehr Tierwohl im Stall zu investieren.

Nach den Empfehlungen der Expertenkommission wird über einen höheren Umsatzsteuer- oder Steuersatz für tierische Produkte diskutiert. Ein Aufpreis von 40 Cent pro Kilogramm Fleisch wäre möglich. Allerdings lehnt der Koalitionspartner FDP angesichts der Inflation die Erhöhung der Verbraucherpreise ab.

Thema anzeigen Der Krieg in der Ukraine