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MillstART will überraschen

Kunst kann auch riechen. Die riesigen Holzskulpturen von Johann Feilacher sind noch so neu, dass man auf der Wiese hinter dem Kloster Fichten riecht. Der Kärntner Künstler möchte den ganzen Raum mit seinen Skulpturen füllen. Sie tauchten aus Bäumen mit einem Durchmesser von 160 Zentimetern auf: “Wir haben einen modifizierten, riesigen roten Faustkeil, wir haben eine quadratische Kugel, eine Röhre, alles, was in der Natur vorkommt oder in den ersten menschlichen Funktionen vorhanden ist.”

ORF-Skulptur von Johann Feilacher

Seit seiner Kindheit ist Feilacher vom Baum fasziniert. Am Anfang waren es noch kleinere Skulpturen, dann übernahm der Zufall. Einer der Käufer des Künstlers lebt in England. Eines Tages riss ein Sturm zwei Meter dicke Zedern auf seinem Grundstück um. Um sie zu bewahren, wurden sie die ersten großen Skulpturen von Philachus.

ORF Johan Feilacher

Glatte Oberflächen mit Mario Dalpra

Ganz anders die Skulpturen des in Vorarlberg geborenen Mario Dalpra. Oberflächen sind oft glatt und bunt. Die Pandemie hat diesen Künstler nicht unberührt gelassen. Im Innenhof des Klosters steht der „Denker“ neben der jahrhundertealten Linde. Größer als das Leben, ein Held mit einem schlanken Körper und einem riesigen Kopf, sagt Dalpra: „Ich habe eine Serie entwickelt, die ich Overloaded Minds genannt habe. Da erschien der Denker, der jetzt sehr optimistisch in den Himmel blickt. Andere neigen dazu, aufgrund der Kronenzeit überhängende, belastete Gedanken zu haben.

ORF-Skulptur „Der Denker“ von Mario Dalpra

offene Türen

Völlig abstrakt und vielleicht türkisfarbenes Meerestier ist die Skulptur von Dalpra in einem kleinen Raum an der Außenmauer des Klosters. Eine normalerweise geschlossene Tür öffnet sich plötzlich. Auch die Kuratorin Tanya Prusnik will mit zeitgenössischer Kunst Türen öffnen. Mit ihrer eigenen Arbeit konzentriert sie sich auf die Sinne und vor allem auf Frauenthemen, die selten diskutiert werden. Allen diesen Arbeiten ist die Farbe Rot gemeinsam.

ORF Tanja Prusnik

Es hat einen weißen Paravent und die rote Farbe ergießt sich darauf wie Blut: „Da ist auf jeden Fall etwas Positives, Lebensbejahendes und Lebenspendendes drin. Sie hat auch einen feministischen Ansatz und beschäftigt sich mit der Rolle der Frau in der Entwicklung der Serie. Und bei der Arbeit des Backens und zurück zum Herd und bei der Menstruationsblutung.

ORF-Bildschirm von Tanya Prusnik

Häkeln für eine neue Perspektive

Barbara Bernsteiner erweckt die Objekte, die sie mit grauer Wolle häkelt, zu neuem Leben. Bekannte Dinge wie ein kleiner Tisch sehen plötzlich ganz anders aus. Zerbrochenes Glas wird zur Skulptur. Die Künstlerin betrachtet die Welt der Dinge, in der sie lebt, mit einem sehr wachsamen Auge. In graue Wolle gehüllt, verwandelt sich eine runde Wanduhr in eine Scheibe, die plötzlich ziellos klickt.

ORF-Häkelarbeit von Barbara Bernsteiner

Schönheit mit Dornen

Glauben Sie nicht blind, dass alles, was Sie sehen, eine Erkenntnis ist, die Sie aus dieser Ausstellung mit Sicherheit mitnehmen können. Die Tulpen in Franziska Maderthaners Gemälde sind märchenhaft schön, der Hintergrund, vielleicht ein Fenster, wirkt verschwommen. Es ist also noch keine perfekte Idylle. Während der Pandemie begann die Künstlerin in ihrem Atelier in Valdviertel Tulpen zu malen. Tolle Fotos voller Schönheit. Schönheit mit Dornen.

Der Titel „Tulip Mania – Tulpenmanie“ ist Programm. Franziska Maderthaner sagte, dass diese Tulpenbesessenheit und Spekulation mit Tulpen im 17. Jahrhundert durchaus in die Spekulation mit Kunst und Immobilien in der neoliberalen Gesellschaft übersetzt werden könnte. Äußerlich sehr schön, aber mit starker gesellschaftspolitischer Aussage.

ORF Franziska Maderthaner mit Tulpen

Zwei weitere Fotos des Künstlers garantieren, dass Sie Orangen und Auberginen in Zukunft nie mehr mit unschuldigem Aussehen sehen werden. Zwei Orangen, zwei Auberginen und ein gespannter Stoff reichen aus. „Dass sofort die Assoziation aufkam, das seien Frauenbrüste, sehr üppige Brüste. Es gibt etwas, das Sie heute nicht malen können. Als weiße Frau darf ich keine Schwarzen malen, und es ist sexistisch, Brüste zu malen. Aber das sind Orangen und Auberginen, denkt nicht schlecht.“

ORF Auberginen von Franziska Maderthaner

Fangen Sie ein, was das Auge nicht sehen kann

Während der Pandemie hat sich für die Fotografin Sisa Micheli viel verändert. Im Studio eingeschränkt, musste sie neue Wege finden, um zu arbeiten. Glänzender blauer Stoff schwebt dreidimensional vor schwarzem Hintergrund. Nur die Beine oder der Arm der Figur sind von hinten sichtbar: „Man muss sich vorstellen, wer dahintersteckt, und das ist der Reiz. Es geht um Vorstellungskraft. Was mich interessiert, ist der sehr kurze fotografische Moment, um etwas aus der Bewegung herauszulösen, das Auge kann nicht einmal zwei Tausendstelsekunden wahrnehmen. Ich friere für einen Moment.”

ORF Sisa Micheli

Micheli beschäftigt sich mit dem Auge, aber auch mit dem Wunsch zu berühren. Dieses Foto fängt die dritte Dimension ein und wird zur Skulptur.