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Splügen GR: Schutzhund stirbt nach Kampf mit Wölfen

Veröffentlicht am 17. Juni 2022, 21:56 Uhr

Bei einem Angriff, vermutlich durch ein Wolfsrudel Beverin, auf einen Bauernhof auf der Stutzalp in Splügen GR, stürzte ein Schutzhund bei der Verteidigung einer Schafherde auf einen Felsen. Sie starb dabei. Das Rudel konnte noch ohne Verlust für die Herde zurückgeschlagen werden.

Obwohl die Alpsaison erst vor wenigen Tagen begonnen hat, muss sich der Pächter der Stutzalp bei Splügen GR im Rheinwald nun mit Wolfsattacken auseinandersetzen. Die ersten beiden Schafe wurden am Sonntagabend getötet. „Oft sind Wölfe sehr schlau, sie lenken die Wachhunde ab oder die Hunde waren gerade am falschen Ort“, sagt Philippe Jacobi, Pächter der Stutzalp.

Drei Wölfe griffen in der Nacht zum Dienstag erneut an. „Ein einheimischer Jäger hat die Nacht vor den Alpen verbracht und diesen Angriff mit einer Wärmebildkamera gefilmt.“ Die Raubtiere seien von den fünf Wachhunden erfolgreich vertrieben worden.

Die Hündin fällt über einen Felsen

„Als die Wölfe entkamen, trafen sie auf das dreieinhalbjährige Weibchen. Im Kampf mit den Wölfen ist sie auf einen Felsen gefallen und gestorben“, sagte Philip Jacobi in 20 Minuten.

Am nächsten Morgen fand er die Leiche der Hündin. „In der Schnauze wurden Haare unbekannter Herkunft gefunden. Die DNA-Analyse läuft noch, bis die Ergebnisse vorliegen, wird es noch mindestens drei Wochen dauern.“ An der Leiche selbst seien keine Bissverletzungen festgestellt worden.

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In der Schnauze wurden Haare unbekannter Herkunft gefunden.

Philipp Jacobi

Der dreieinhalbjährige Abwehrhund stürzte bei einem Kampf auf einen Felsen und starb.

Philipp Jacobi

Die folgenden Bilder können verwirrend sein.

20 Minuten

Sie war die erfahrenste Hündin

Seit Oktober 2019 zieht Philip Jacobi die Hündin bei ihm auf. Mit dreieinhalb Jahren war sie die erfahrenste der fünfköpfigen Schutzhundegruppe. Schutzhunde sind nicht speziell für den Kampf gegen Wölfe ausgebildet. „Das ist ihr natürlicher Instinkt. Die Hunde aus dem Tierheim werden vom ersten Tag an in Herden gehalten. Man muss ihnen nur etwas Gehorsam beibringen.”

„Das Video beweist die oft in Frage gestellte Schutzwirkung von Hunden. Kangal-Hunde sind äußerst zutraulich und verspielt. Ich habe am hellichten Tag einen Wolfsangriff miterlebt, und innerhalb von drei Sekunden war der Hund bereit für pure Aggression gegen den Wolf und rannte auf ihn zu.“ Rund 20’000 Franken gab er auf der Stutzalp jährlich für den gesamten Herdenschutz aus.

Die Stutzalp mit rund 750 Schafen liegt im Revier der Beveriner Herde. Aufgrund des deutlich größeren Wuchses des Wolfes vermutet Philip Jacobi, dass es sich dabei um das Hauptmännchen aus dem Rudel Beverin M92 und zwei Jungtiere handelt.

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