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Buschmann bezweifelt Maskenpflicht – Montgomery ist dagegen

Deutschland “Wirtschaftliche Interessen”?

Bundesjustizministerin bezweifelt Maskenforderung – Montgomery ist dagegen

Bis: 18:10 | Lesezeit: 4 Minuten

Bushman ist gegen die künftige Maskenpflicht, Montgomery dagegen

In der vermeintlichen Fahrlässigkeit Krone entwickelte sich ein Streit darüber, wie mit der Maskenpflicht umzugehen und eine Ansteckung zu verhindern sei. Justizminister Bushman steht den Maßnahmen skeptisch gegenüber, Ärzte und Virologen widersprechen vehement.

Marco Buschmann (FDP) hält die Bedeutung der Maskenpflicht nicht für hinreichend wissenschaftlich belegt. Der Präsident des Weltärztebundes sieht das anders. Er vermutet, dass hinter den Einwänden des Justizministers gegen die neuen Corona-Maßnahmen ein ganz bestimmtes Motiv steckt.

Bundesjustizminister Marco Buschmann hat sich skeptisch gegenüber einer Wiedereinführung der Maskenpflicht geäußert, falls die Coronavirus-Infektionen wieder stark zunehmen. Offensichtlich hält er deren Nutzen für nicht wissenschaftlich belegt. „Wenn der Staat eine Maskenpflicht zum Beispiel in Innenräumen einführen will, muss dies evidenzbasiert und verhältnismäßig sein. Ob dem so ist, werden wir diskutieren, wenn alle Berichte vorliegen“, sagte der FDP-Politiker der Düsseldorfer „Rheinischen Post“.

„Evidenzbasiert“, wie Bushman sagte, bedeutet laut Duden „basierend auf gesammelten und ausgewerteten wissenschaftlichen Erkenntnissen“. Buschmann sagte, er habe selbst eine Maske im Supermarkt getragen, aber freiwillig. Der Präsident des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, erklärte in den Zeitungen der Funke Mediengruppe, dass „die wissenschaftliche Evidenz für die Bedeutung von Masken- und Impfpflicht“ „erstaunlich“ sei.

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Der Expertenrat, dessen Bericht Bushman abwarten will, soll am 30. Juni seine Stellungnahme zu einer Überprüfung bisheriger Maßnahmen zum Schutz vor der Krone vorlegen. Im Sommer sollen laut FDP künftige Maßnahmen beraten werden, nach Ende der Ferien im Bundestag muss das Infektionsschutzgesetz kurz vor seinem Auslaufen am 23. September novelliert werden.

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Beharren auf neuen Regelungen für den Herbst

Angesichts der wachsenden Corona-Fälle und der erwarteten neuen Welle im Herbst forderte Montgomery die Politik auf, schnell einen Aktionsplan zu entwickeln.

Den Gegnern starker Gesetze geht es nicht um Medizin und den Schutz der Menschen vor Krankheit, Leid und Tod. “Es geht ihnen nur um wirtschaftliche Interessen, geschmückt mit einem absoluten Freiheitsbegriff, der den Schutz vernachlässigt”, sagte er. Auch wenn die aktuellen Corona-Regelungen erst im Herbst auslaufen, könne man “die Regelungen für die Nachfolge jetzt schon festlegen, statt alles auf September zu verschieben, wie es die FDP will”.

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Der „Passauer Neuen Presse“ sagte der Ärztevertreter: „Darüber sollte es keine lange, ermüdende parteipolitische Debatte geben, bis das Kind in den Brunnen fällt.“

Grünen-Chef Omid Nuripur rechnet damit, dass eine Einigung in der Ampelkoalition möglich ist. „Ich hoffe, gemeinsam vorzusorgen und weitere Sperrungen zu verhindern“, sagte er dem Nachrichtenportal t-online. “Alle Experten gehen davon aus, dass sich die Situation im Herbst verschlechtern könnte.”

Kostenlose Tests für Corona-Bürger und Impfstellen braucht es im Sommer aus Sicht der Ärztekammer Marburger Bund nicht mehr. Die Testregelung läuft Ende Juni aus, soll aber laut Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) verlängert werden.

Und was ist mit den Tests für Bürger?

„Das Ende der kostenlosen Tests für Bürgerinnen und Bürger (seit Juli) ist nachvollziehbar und konsequent, weil die Isolation nach einem positiven Test auch die Bürgerinnen und Bürger in die Pflicht genommen hat“, sagte Verbandspräsidentin Susanna Jona der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ).

„Forschung bleibt notwendig in Krankenhäusern und Heimen, vor Ort und auch kostenlos für Besucher.“ Impfzentren könnten ihrer Meinung nach zunächst komplett durch Hausärzte ersetzt werden. Massenimpfungen können nur wieder durchgeführt werden, wenn an die Virusvarianten angepasste Impfstoffe zugelassen werden. “Das wird aber vor September kaum nötig sein.”

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Die O-to-O-Regel in Corona

Anders als Lauterbach sieht sie derzeit keinen Anlass für eine neue Aktion zur Auffrischung der dritten Impfung. „Wer gesund und bereits gestärkt ist, kann auf den angepassten Impfstoff warten, der für September versprochen wird“, sagte Jonah.

Die Vorfälle häufen sich wieder

Das Robert-Koch-Institut (RKI) gab am Samstagmorgen mit 445,1 eine bundesweite Sieben-Tages-Frequenz an. Am Vortag lag die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner pro Woche bei 427,8 (Vorwoche: 348,9; Vormonat: 407,4), da einige Bundesländer keine RKI-Daten an Fronleichnam übermittelten).

Experten spekulieren schon länger, dass es eine Vielzahl von Fällen geben wird, die vom RKI nicht registriert werden – vor allem, weil nicht alle Infizierten einen PCR-Test gemacht haben. In der Statistik werden nur positive PCR-Tests gezählt. Zudem können verspätete Anmeldungen oder Übertragungsprobleme zu Verfälschungen einzelner Tageswerte führen.