Der Codename für den Bullenkommunikator von Nord Stream 2 war ein Stasi-Informant
18. Juni 2022, 2:27 Uhr
Der frühere Kommunikationschef von Nord Stream 2 in Deutschland, Steffen Ebert, war Berichten zufolge in den 1980er Jahren ein inoffizieller Agent der Stasi. Ebert erklärte gegenüber Bild und äußerte die Erwartung, dass seine Arbeit „im Kontext der damaligen Zeit“ betrachtet werde.
Der ehemalige Kommunikationschef der stillgelegten deutsch-russischen Gaspipeline Nord Stream 2 in die Ostsee war einem Medienbericht zufolge in den 1980er Jahren inoffizieller Mitarbeiter der Stasi (IM). Laut Bild unter Berufung auf eine Akte aus dem Stasi-Archiv hat Steffen Ebert, der seit vielen Jahren für die Kommunikation bei Nord Stream 2 verantwortlich ist, 1984 zugesagt, mit den Geheimdiensten der DDR zusammenzuarbeiten. Dem Bericht zufolge hat Ebert seine Tätigkeit gegenüber der Stasi bestätigt.
Ebert sagte der Zeitung, er sei als “normalerweise fast alle” Rekruten der Nationalen Volksarmee “von der Stasi missbraucht” worden. Heute bereut er es, Informationen über andere an die Stasi weitergegeben zu haben. Ebert, heute 57, fügte hinzu: “Ich bin wie viele Menschen in der DDR in meiner ahnungslosen Art der Indoktrination des Systems zum Opfer gefallen.” Er rechne deshalb damit, „dass das auch im Rahmen dieser Zeit berücksichtigt wird“. 1987 weigerte sich Ebert, der den Spitznamen „Steer“ wählte, laut dem Bericht, mit sofortigen Botschaften auf „Gewissen“ weiterzuarbeiten.
Nord Stream 2 sollte russisches Gas unter Umgehung der Ukraine unter der Ostsee nach Deutschland liefern. Angesichts der russischen Aggression gegen die Ukraine hat die Bundesregierung das Genehmigungsverfahren für das Pipeline-Projekt gestoppt. Die Pipeline wurde viele Jahre vor Beginn des Angriffskrieges kritisiert. Die Vereinigten Staaten versuchten, sie aufzuhalten.
Dem Bericht zufolge gilt Ebert nach Offenlegung interner E-Mails als zentrales Bindeglied von Nord Stream 2 zu Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schweizig und der Landesregierung. Dieser hat sich kürzlich zu den entsprechenden Entscheidungen geäußert. Schwezig räumte ein, dass aus heutiger Sicht “das Festhalten an Nord Stream 2 ein Fehler war”. “Einschließlich der Schaffung des Fundaments, das die Fertigstellung der Pipeline ermöglichen sollte.”
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