Trend Micro, einer der weltweit führenden Anbieter von Cybersicherheitslösungen, will das Bewusstsein für die Gefahren von Cyberangriffen in Unternehmen schärfen und sieht dafür die Verantwortung in der Vorstandsetage. Michael Unterschweiger, Regional Director Österreich und Schweiz bei Trend Micro, im Interview mit LEADERSNET.
LEADERSNET: Herr Unterschweiger, was sind derzeit die wichtigsten Bedrohungen für die IT-Sicherheit?
Unterschweiger: Betrügerische E-Mails und Phishing-Versuche sind auch in diesem Jahr noch ein Renner, aber sie werden immer raffinierter und zielen vor allem auf kleine und mittelständische Unternehmen ab. Im schlimmsten Fall kommt es zu einem Ransomware-Angriff, der Daten verschlüsselt oder stiehlt und damit Unternehmen erpresst. Durch die großflächige Transformation zum Homeoffice stehen viele vor der Herausforderung, die Angriffsfläche ihres Unternehmens größer, komplexer und unübersichtlicher zu gestalten. Das öffnet Angreifern Tür und Tor. 85 Prozent der Unternehmen in Europa waren im letzten Jahr von Cyberangriffen betroffen – die gesamte Cybersicherheitsstrategie ist also nicht mehr nur „benutzerfreundlich“, sondern ein Muss.
LEADERSNET: Wie sollten Unternehmen am besten vorgehen, um sich effektiv vor Angriffen zu schützen?
Unterschweiger: Um eine wirksame Strategie zu entwickeln, müssen Unternehmen Cyber-Risiken aus zwei Dimensionen betrachten. Externe Faktoren wie Cyberangriffe treten in vielen Formen auf und entwickeln sich ständig weiter, da Cyberkriminelle immer wieder neue Schwachstellen finden, die sie ausnutzen können. Mit der Intelligenz der Bedrohungen – dh. Bedrohungserkennung und -analyse – Unternehmen sind sich der Risiken stets bewusst. Auch intern gilt es, bestehende IT-Strukturen zu analysieren: In den meisten Unternehmen ist die IT-Umgebung und damit die Angriffsfläche in den letzten Jahren stark gewachsen. Daher ist es wichtig, sich einen Überblick über den Sicherheitsstatus aller Systeme zu verschaffen und mögliche Sicherheitslücken auszufüllen. In unserer aktuellen Cyber-Risiko-Umfrage von Trend Micro gaben 62 Prozent der Befragten an, dass es immer noch blinde Flecken in ihrer IT-Landschaft gibt – das sind potenzielle Portale!
LEADERSNET: Wie kann Trend Micro zur Minderung von Cyberrisiken beitragen?
Unterschweiger: Die Bedrohungslandschaft wird immer undurchsichtiger. Optimierte Technologien und Services sind für Unternehmen essenziell, und dank solcher Lösungen kommt es im Idealfall gar nicht erst zu Angriffen. Mit Trend Micro One haben wir kürzlich eine umfassende Cybersicherheitsplattform auf den Markt gebracht, die es einfacher macht, mit Cyberrisiken umzugehen, Schwachstellen zu erkennen und Angriffe effektiv zu verhindern. Wenn es zu einem Angriff gekommen ist, ist es wichtig, schnell zu reagieren. Unsere umfassende fortschrittliche Erkennungs- und Reaktionslösung ermöglicht es, Bedrohungen schneller zu suchen, zu finden, zu untersuchen und zu beseitigen. So bekommen die Verantwortlichen ein Bild von der ganzen Bedrohungslage und können schnell reagieren – das ist wichtig!
LEADERSNET: Sollten sich Manager noch mehr mit Cybersicherheit befassen?
Unterschweiger: Natürlich: ja! Laut dem Versicherer Allianz sind Cyber-Risiken heute die größte Bedrohung für Unternehmen und daher hat Cybersicherheit oberste Priorität. Das bedeutet, dass das Management das Problem priorisieren und mit der IT-Abteilung zusammenarbeiten muss, um praktikable Lösungen zu finden. Mit den zunehmenden Angriffen wird die Rolle des Chief Information Security Officers (CISO) immer wichtiger: Als entscheidendes Bindeglied zwischen den oft einzelnen Disziplinen IT, Security und Business sorgt er im gesamten Unternehmen für das notwendige hohe Sicherheitsniveau .
LEADERSNET: Zum Schluss noch ein Blick in die Zukunft: Welche Themen werden in den nächsten Jahren eine große Rolle in der IT spielen?
Unterschweiger: Ich gehe davon aus, dass uns der Fachkräftemangel noch mehr Sorgen bereiten wird. In der IT im Allgemeinen und in der IT-Sicherheit im Besonderen sind bereits tausende Stellen vakant. Darauf müssen wir als Branche reagieren. Einerseits werden Managed Services weiter an Popularität gewinnen, bei denen wir als Hersteller gemeinsam mit Partnern unsere Kunden mit Services unterstützen und entlasten. Andererseits müssen wir die IT noch attraktiver machen und mehr Fachkräfte ausbilden. Deshalb unterstützen wir als Trend Micro Programme, die mehr Frauen für IT-Berufe gewinnen wollen. Wir gehen auch gezielt an Schulen, um Kinder und Jugendliche für das Thema Cybersicherheit zu sensibilisieren und zu begeistern. Ein weiteres Zukunftsthema ist Green IT, denn immer mehr Stakeholder legen zu Recht zunehmend Wert auf eine nachhaltige Unternehmensführung. Wir arbeiten mit unseren globalen Partnern in den Bereichen Cloud und Rechenzentren zusammen, um den Ressourcenverbrauch zu reduzieren und den Anteil erneuerbarer Energien zu erhöhen. Bis 2025 sollen unsere Cloud-Infrastrukturen vollständig mit Strom aus erneuerbaren Quellen betrieben werden (rot)
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