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Waldbrand bei Niesky: „Das ist eine verheerende Situation“

Waldbrand bei Niesky: „Das ist eine verheerende Situation“

Nahe der Ortschaft Trebus brannte ein großes Waldstück. Löschwasser zu bekommen ist ein Problem. Jetzt muss der THW helfen. Dies ist die Situation.

Von Romi Altman-Kur

4 Min. Waldbrand bei B115 zwischen Niesky und Stannewisch im Raum Trebus: Mehr als 130 Einsatzkräfte waren im Einsatz. © André Schulze

Fotos aus Treuenbrietzen gehen durchs ganze Land, dort brennt seit Tagen ein riesiges Waldgebiet. Nun hat ein ähnliches Drama den Landkreis Görlitz erreicht: Am Sonntagnachmittag ist im nördlichen Teil des Landkreises bei Trebus ein großer Waldbrand ausgebrochen. Am Abend kalkulieren die Feuerwehrleute: Zwei, drei Hektar Wald verbrennen. Am Nachmittag verheißen die ersten Erkenntnisse nichts Gutes. Nach Angaben eines Sprechers der Zentralen Rettungsleitstelle seien auf Nachfrage drei bis vier Meter hohe Flammen zu sehen gewesen. Rauchschwaden sind in der Ferne zu sehen.

Immer mehr Retter im Einsatz

Das Gebiet ist schwer zugänglich. Zunächst wurde eine Drohne eingesetzt, um das Ausmaß zu erkennen und die Lage einzuschätzen. Und es wird im weiteren Verlauf der Mission notwendig sein. Denn die Versorgung mit Löschwasser wird zum Problem. Es gibt keine Löschwasserquelle im Wald. Die Drohne muss nun Auskunft geben, wohin geliefert werden kann. Das Gerät gehört der Fernmeldestelle des Landkreises.

Die Feuerwehrautos der Tankwagen waren unterwegs, um Wasser zu holen. © André Schulze Eine Fläche von mehreren Hektar Wald. © André Schulze Die Wasserversorgung ist ein Problem. © André Schulze Retter beraten die Situation. © André Schulze

Außerdem sind viele weitere Rettungsschwimmer und Helfer vor Ort. Ein Großaufgebot an Feuerwehren kam aus der Umgebung: unter anderem aus Rothenburg, Niski, Ritschen, Henichen, Trebus, Horka, Kuolsdorf und See. Plus Polizei und Krankenwagen. 30 Fahrzeuge mit rund 130 Rettern seien im Einsatz, sagte Feuerwehrsprecher Matthias Krause – Tendenz steigend. Die meisten Autos sind Tanklöschfahrzeuge, sie fahren Shuttles, um Wasser zum Löschen des Feuers zu bringen. Außerdem wurde nun ein Technisches Hilfswerk (THW) angefordert. Seine Aufgabe: eine stabile Wasserversorgung herzustellen.

Auch aus der Luft gelöscht, per Helikopter, sagte der diensthabende Beamte am Abend in der Leitstelle. Aber auch hier gibt es ein Problem. Dafür gibt es kaum Löschhubschrauber. Da auch in Brandenburg große Waldbrände ausgebrochen sind, werden sie dort derzeit eingesetzt.

Feuerwehrleute wurden verletzt

Matthias Zshaile, Bürgermeister der Gemeinde Heichen, zu der Trebus gehört, findet klare Worte zum Dilemma vor Ort: „Die Situation ist verheerend, wir haben hier ein echtes Wasserproblem.“ Dies muss in Zukunft gelöst werden.

Feuerwehrsprecher Matthias Krause lobte das große Engagement und die Hilfsbereitschaft nicht nur der Feuerwehrleute. Auch Nachbarn helfen: Seebesitzer, Landwirte, landwirtschaftliche Genossenschaften. Sie stellen Gülletanks zur Verfügung, um Wasser in größeren Mengen bereitzustellen.

Noch eine traurige erste Bilanz des Waldbrandes bei Trebus: Es gibt auch Verletzte. Mehrere Feuerwehrleute wurden laut Sprecher Matthias Krause leicht verletzt und konnten vor Ort behandelt werden. Ein Freund musste jedoch ins Krankenhaus.

Gleichzeitig mit dem Großbrand brach nach Angaben der Rettungsstelle ein weiterer, kleinerer Waldbrand nördlich von Trebus auf einer Fläche von rund 200 Quadratmetern aus. Inzwischen wurde es gelöscht.

Der Landkreis Görlitz spricht eine Abmahnung aus

Bereits am Freitag hatte das Landratsamt eine Waldbrandwarnung für den Landkreis Görlitz herausgegeben. „Die anhaltend trockene und warme Witterung hat die Waldbrandgefahr im Landkreis Görlitz verschärft“, heißt es in der Mitteilung. Am Wochenende wird höchste Gefahr erwartet.

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Aus diesem Grund wurden im Landkreis Görlitz Verhaltensregeln aufgestellt: Offene Feuer sind im Wald ganzjährig verboten, unabhängig von der Waldbrandgefahr. Das bedeutet, dass Rauchen, Grillen und Lagerfeuer im Wald generell verboten sind. Auch nicht öffentliche Waldwege dürfen mit Kraftfahrzeugen befahren werden. Behörden warnen, dass getrocknete Pflanzen unter geparkten Fahrzeugen Feuer fangen und großflächige Waldbrände verursachen könnten. Das Anzünden von Himmelslaternen ist ebenfalls verboten.

Bei hoher oder sehr hoher Waldbrandgefahr wird zudem empfohlen, den Wald überhaupt nicht zu betreten.