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46. ​​TDDL: Live vom ersten Lesetag

46. ​​​​TDDL

Die 46. Tage der deutschen Literatur beginnen am Donnerstag mit dem ersten von drei Lesetagen. Erstmals seit drei Jahren trafen sich Jury und Autoren in Klagenfurt. Kleine, aber wohl entscheidende Änderungen gibt es im Rennregime des Bachmann-Preises.

23.06.2022 09:29

Heute online, 9.29 Uhr

Hannes Stein eröffnet den Vorlesewettbewerb um 10 Uhr Eva Siechelschmidt (11:00 Uhr) und Leon Engler (12:00 Uhr) folgen dem ersten Vormittag der Lesung, vor Alexandru Buluc (1:30 Uhr) und Andreas Moster um 14:30 Uhr ) den Nachmittag zu besetzen.

Mehr dazu auf bachmannpreis.ORF.at

Nach zwei Jahren Videopräsenz finden die Lesungen wieder persönlich statt – erstmals allerdings auf einer eigens errichteten Lesebühne im Garten, und die Jury sitzt wie bisher im ORF-Theater.

Eine Fotoserie mit 5 Fotos

Das könnte für diejenigen Autoren nützlich sein, die eine allzu direkte Konfrontation mit der Jury vermeiden, denn die Geschichte des Wettbewerbs weist legendäre Charts auf, für die Marcel Reich-Ranickis grundlegende Kritik an Jörg Fousers Lesart bis heute nachhallt. Organisatorisch erinnert die Situation zwischen den Lesern und der Jury an Pandemie-Publikationen, als Lesungen aufgezeichnet und wiedergegeben wurden.

Voreingenommene politische Bedeutung

Die Eröffnung am Mittwochabend legt nahe, dass sich zumindest einige der 14 Texte auf politische Relevanz und zeitgenössische Bezüge konzentrieren könnten. Die Vorsitzende der Jury, Insa Wilke, erinnerte daran, wie der Krieg in der Ukraine uns herausforderte, unsere Meinung über uns selbst und andere zu hinterfragen – eine große Aufgabe der Literatur.

In ihrer „Wahrheit ist Unverschämtheit“-Rede mahnte Anna Baar mit ihrer umfassenden Kenntnis der Geschichte des Bachmann-Preises und des Wirkens von Ingeborg Bachmann zu einem sorgfältigen Umgang mit Meinungen und Kritik – und erinnerte an die Jugoslawienkriege: „Ein europäisches Land bricht zusammen die die Geschichte offensichtlich erst interessierte, als ein großer Dichter Reportern der Lage sozusagen den Kampf ansagte und damit Fans und Feinde der Reserve lockte, die sicher vor einem Hinterhalt selbstgemachter Meinungen schießen wollten.