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Der Warnstreik stoppt Seehäfen NDR.de – Nachrichten

Stand: 23.06.2022 14:41 Uhr

In Hamburg traten viele Hafenarbeiter am frühen Donnerstag in einen 24-stündigen Warnstreik. Betroffen sind nach Angaben der Gewerkschaft ver.di auch die Häfen Emden, Bremerhaven, Bremen, Brake und Wilhelmshaven.

Mit dem Weggang wollen die Hafenarbeiter den Druck auf die Arbeitgeber im Tarifstreit erhöhen. Der Hamburger Hafen stand still. Der Hafenbetreiber Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) teilte mit, die Containerportale an allen Terminals seien stillgelegt. Also wurde kein Schiff geschickt. Ähnlich war die Situation bei anderen Hafenunternehmen. Das führt dazu, dass die Fahrpläne der Linienreedereien immer unübersichtlicher werden und fast kein Schiff mehr pünktlich ist.

Tausende demonstrieren in Hamburg

Begleitet wurde der Warnstreik in Hamburg von einer Demonstration in der Innenstadt. Am Morgen, so die Polizei, marschierten mehr als 3.000 Hafenarbeiter von Haffensite durch Jungfernstig bis zur letzten Kundgebung am Gewerkschaftshaus im Besenbinderhof. Die Gewerkschaft ver.di spricht von mehr als 4000 Demonstranten.

VIDEO: Tarifstreit: Hafenarbeiter demonstrieren in Hamburg (1 Minute)

Stagnation auch in anderen Seehäfen

Auch in anderen deutschen Seehäfen herrschte Stagnation. In Bremerhaven habe der Spaziergang mit der Frühschicht um 6 Uhr begonnen, sagte ver.di-Sekretär Marcus Westermann. 2.500 Hafenarbeiter aus allen drei Schichten werden daran teilnehmen. Sowohl beim Umschlag von Containern als auch beim Be- und Entladen von Lastwagen wurde gestreikt. Auch in den Städten Bremen und den niedersächsischen Häfen Brake, Wilhelmshaven und Emden stellte die Belegschaft die Arbeit fast vollständig ein.

Ver.di: Vorschlag der Arbeitgeber ist “völlig unzureichend”

Die vierte Tarifrunde wurde am Dienstag abgesagt. „Das Angebot der Arbeitgeber in der vierten Verhandlungsrunde ist völlig unzureichend. Es hat keine wesentliche Verbesserung gegenüber dem vorherigen Angebot gebracht, aber es hat sich als klassischer Fake herausgestellt“, sagte ver.di-Verhandlungsführerin Maya Schwigshausen-Gut.

Verband der Seehafenbetriebe: Der Warnstreik ist unverhältnismäßig

Der Zentralverband Deutscher Seehafenunternehmen (ZDS) hat nach eigenen Angaben eine Gehaltserhöhung von bis zu 11 Prozent vorgeschlagen, ver.di drängt auf bis zu 14 Prozent für rund 12.000 Beschäftigte in den 58 Tarifgesellschaften. Kontrovers wird auch darüber diskutiert, wie lange der Tarifvertrag gelten soll. Ver.di will nur ein Jahr, Arbeitgeber setzen auf mindestens anderthalb Jahre. Der angekündigte 24-Stunden-Warnstreik sei unverhältnismäßig, sagte ZDS-Unterhändlerin Ulrike Riedel.

Dutzende Schiffe warten in der Nordsee

Bereits vor der dritten Verhandlungsrunde wurden die Hafenarbeiter erstmals seit Jahrzehnten mit einem mehrstündigen Warnstreik von der Schiffsabfertigung weitgehend lahmgelegt. Aufgrund des Warnstreiks am Donnerstag muss die Überlastung der Schiffe in der Nordsee noch einmal deutlich zunehmen. Rund 30 Schiffe warten dort bereits auf einen Liegeplatz.

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Dieses Thema im Programm:

DDR 90,3 | NDR 90.3 Aktuell 23. Juni 2022 | 12:00