Germany

Kurz vor den Feiertagen spitzt sich die Lage zu

23. Juni 2022 um 18:21 Uhr

Tausende prallen vor Checkpoints aufeinander: Der Flughafen Düsseldorf platzt aus allen Nähten

Kurz vor Urlaubsbeginn spitzte sich die Lage am Flughafen Düsseldorf zu. Vor Checkpoints prallen Menschenmassen aufeinander, es kommt zu Ausschreitungen und immer wieder muss die Bundespolizei eingreifen.
Foto: Christian Schwerdtfeger

Düsseldorf Die Lage am Düsseldorfer Flughafen spitzte sich zwei Tage vor dem letzten Schultag zu. Am Mittwochabend versammelten sich Menschenmassen vor den Checkpoints. Verdi-Sekretär Yozai Tarim spricht von einem “Tiefpunkt”.

Menschen drängen sich in der Abflughalle des Düsseldorfer Flughafens am frühen Mittwochabend. Tausende drängen sich vor Luftsicherheitsposten. Die Bundespolizei versucht dort, die aufgebrachten Passagiere zu beruhigen. Die Leute schreien und schreien. Und es gibt Applaus, wenn das Heck nur noch wenige Zentimeter vorn ist. Gegen 19:15 Uhr empörten sich einige wütende Passagiere. Die Bundespolizei muss eingreifen. Nach kurzer Zeit beruhigt sich die Stimmung wieder. Viele Passagiere haben Angst, ihren Flug zu verpassen.

29 Bilder Chaos am Flughafen Düsseldorf – ein Rückblick auf die letzten Jahre
Foto: dpa / Henning Kaiser

Ein Passagier, der um 18.50 Uhr nach Berlin fliegen sollte, teilte unserer Redaktion mit, dass er Schwierigkeiten hatte, den Checkpoint rechtzeitig zu passieren. Aber auch das nützte ihm nicht viel. Sein Eurowings-Flug wurde in der Nacht zum Mittwoch zweimal verschoben – und schließlich ganz gestrichen. „Was für eine große Katastrophe“, sagte der genervte verhinderte Fahrgast.

„Das ist die schlimmste Situation, die ich hier seit Jahren je gesehen habe. Ein neuer Tiefpunkt, ein absolutes Desaster“, sagte Verdi-Sekretär und Flughafen-Experte Yozai Tarim. „Ich habe kurz vor den Ferien nicht mit so vielen Menschen gerechnet. Schlimmer kann es nicht werden“, sagte er. Zwei Tage vor dem letzten Schultag in Nordrhein-Westfalen spitzte sich die Lage am Flughafen Düsseldorf zu.

Den Grund dafür sehen der Flughafen Verdi und die Dienstleistungsgewerkschaft im Personalmangel bei der zuständigen Sicherheitsfirma. Teilweise fehlen bis zu 100 Schichtleiter, kritisieren sie. Passagiere an den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn müssen sich laut Experten angesichts des bevorstehenden ersten Feiertagswochenendes auf die größten Probleme einstellen.

Kurz vor dem Feiertag kündigte die Bundespolizei am Mittwoch Verstärkung für Sicherheitskontrollen am Düsseldorfer Flughafen an. Es sei ein zweiter Dienstleister gefunden worden, der ebenfalls drei Kontrollspuren übernehmen werde, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Verdi fordert die Kontrolleure nun auf, sogenannte Stauzettel zu schreiben. „Dieses Missmanagement sollte nicht länger auf dem Rücken der Kontrollbeamten geschehen“, sagte Tarim.