Beratung der Geschäftsgruppe “Soziales, Gesundheit und Sport”.
Wien (OTS / RK) – GR Dr. Michael Gorlitzer, MBA (ÖVP), kritisierte den Kampf gegen Übergewicht. Adipositas ist eine der am meisten unterschätzten Volkskrankheiten. Laut Görlitzer sind 2,5 Millionen Österreicher übergewichtig, was die Krankheit eher chronisch als ein “Lifestyle-Problem” macht. Aufklärung und Prävention sind gefragt. Zwanzig Prozent der Wiener Jungen und zehn Prozent der Wiener Mädchen sind übergewichtig. Übergewicht führt zu Krankheiten wie Bluthochdruck, aber auch zu psychischen Belastungen wie Mobbing in der Schule. „Es wirkt sich auch finanziell aus, vor allem wirtschaftlich“, so Gorlitzer weiter. Komplikationen und Krankenhausaufenthalte werden Milliarden kosten. In Wien werden zusätzliche therapeutische Möglichkeiten benötigt. Gorlitzer erwähnte die Obesity Alliance. Dabei ist es sinnvoll, ein „Expertennetzwerk“ aufzubauen. Görlitzer warnte auch vor den Folgen des Personalmangels im Gesundheitssystem. Dazu gehört die Betreuung von Neugeborenen und Kleinkindern auf der Intensivstation. Mit dem St. Josephs Krankenhaus verfügt Wien über die größte Geburtsklinik im deutschsprachigen Raum mit 4.000 Geburten pro Jahr. Allerdings gebe es dort keine Kinderintensivstation, die „schnell“ installiert werden müsse, betonte Görlitzer.
GR Georg Prack, BA (Grüne) sagte, Aufgabe der Politik sei es, soziale Leistungen zu erbringen, die vor Armut schützen. Vieles im Sozialsystem laufe “sehr gut”, die Mitarbeiter würden “super Job” machen. Prak sagte jedoch, dass „bessere Arbeitsbedingungen und eine bessere Bezahlung“ erforderlich seien, um „frühzeitig“ auf potenziellen Personalmangel zu reagieren. Prak sagte auch, dass viele Menschen mit der bestehenden Unterstützung nicht mehr erreicht werden. In Wien werde dies „mit einem Achselzucken hingenommen“. Prak rief zu einer Informationskampagne auf. Prack begrüßt den Ausbau im Bereich der Wohnungslosenhilfe. Inflation ist eine Herausforderung, insbesondere für Menschen mit niedrigem Einkommen. Er lobte auch den Energiebonus der Stadt, warnte aber davor, dass Kinder und Familien nicht ausreichend berücksichtigt würden. Die Bundesregierung ergreift Maßnahmen wie einen automatischen Inflationsausgleich, den Prak auch in Wien gefordert hat, etwa Familienbeihilfen. Auch die Bundesregierung hat eine Negativsteuer auf den Weg gebracht. Das habe die SPÖ immer gefordert, “es kam nie”. Prack stellte einen Vorschlag vor, um die Armutsgrenze für Kinder anzuheben und mehr Hilfe zu leisten. Außerdem wird das Mindesteinkommen nicht oft genug gezahlt und die Situation ist schlimmer als beim Mindesteinkommen. Prack stellte einen Vorschlag für Bonuszahlungen für Mindesteinkommensbezieher vor. Prak kritisierte den Abbau von Plätzen für Notunterkünfte von Obdachlosen im Sommer. “38 Grad sind genauso gefährlich wie Minusgrade im Winter.” Nur die Hälfte der Fläche bleibt erhalten. Prack bewarb sich während des heißen Sommers um genügend Sitzplätze.
GRin Dr. Katarzyna Greco, MBA (ÖVP), sagte, man könne im internationalen Vergleich stolz darauf sein, in Wien zu leben. Die Stadt positioniert sich “strategisch richtig” als “Hotspot der Lebenswissenschaft”. Laut Greco gibt es 600 Unternehmen mit 41.000 Beschäftigten. Allerdings sei diese Positionierung eine „klare Ordnung“. Wörter wie Femtech und Gender-Medizin sollten nicht nur Schlagworte sein, „wir müssen Pioniere sein“. Die Analyse ergab, dass der Markt für Femtech auf 50 Millionen US-Dollar wachsen wird. In der Gendermedizin sei die unterschiedliche Behandlung von Männern und Frauen “wichtig”. So hätten Frauen bei Medikamenten „88 Prozent mehr Nebenwirkungen“. Greco forderte mehr Frauen in klinischen Studien. Solche Zukunftsthemen „sollten forciert werden“. Das spart allen mittelfristig „viel Geld“. Eine Positionierung in den Lebenswissenschaften ist „nicht gegeben“ und muss erarbeitet werden. Wiener profitieren von „vielversprechenden Therapien“. Greco reichte Anträge zur Förderung von Femtech und Gender-Medizin sowie einen Antrag zum Aufbau einer medizinischen Plattform ein.
GRin Dr.in Claudia Laschan (SPÖ) folgte dem Thema ihrer bisherigen Dozentin Greco (ÖVP). Die Gesundheit von Frauen ist wichtig. Das Frauengesundheitsprogramm gibt es in Wien seit 24 Jahren. Leider gibt es weltweit eine wachsende Tendenz, die Selbstbestimmung von Frauen in Frage zu stellen. Es heißt nicht, dass “Frauen keine kleinen Männer sind”, aber medizinisch sind sie anders. In den Packungsbeilagen erscheinen Frauen „nur als Schwangere“. Schlaf- und Schmerzmittel etwa sollten niedriger dosiert werden, aber „alles bleibt beim Alten“. Es bedarf weiterer Forschung, um geschlechtsspezifische Unterschiede beispielsweise beim Stoffwechsel aufzudecken. Laschan nennt Endometriose und andere Krankheiten Krankheiten, die von männlichen Ärzten oft erst spät erkannt und belächelt werden. Man muss Frauen ernst nehmen. Wenn ein Mann “auf der Straße” stürzt, denkt jeder an einen “Herzinfarkt”, bei Frauen an “Kreislaufschwäche”. Die Dominanz der Männer in der Medizin ist so stark, dass ähnliche Defizite noch immer bestehen. Das Frauengesundheitsprogramm sei „eine starke Stimme für Frauen in unserer Stadt“. Sport ist ein wichtiger Bestandteil der Gesundheitsvorsorge. Die MA 51 hat die Aufgabe, Menschen Sport zu ermöglichen. Die Entwicklung des Sportstützpunktes „Sport Wien 2030“ führt zu Neuanlagen und Sanierungen von Altanlagen. Sportliche Aktivitäten werden unterstützt, Breitensport in allen Altersgruppen ist wichtig. “Mit Sport gesund zu bleiben, sollte für alle Wiener selbstverständlich sein.” Dies ist ein wichtiges Thema in der WiG (Gesundheitsförderung in Wien) und in den Schulen. Die Fülle an Sportangeboten in Wien ist so groß, dass Lashan nur Zeit bleibt, die „gesunden Nachbarschaften“ zu erwähnen. Mittlerweile sind es 14 an der Zahl. “Es wird weiter gehen.” Es ist wichtig, lokale Akteure einzubeziehen. Die Gesundheit von Jugendlichen und gesunde Nachbarschaften sind Prioritäten. Gutes „Sozialkapital“ fördert die Gesundheit. Familie, Freundeskreis, Verein: Je besser der „Verankerte“, desto gesünder das Leben. Beispielsweise würden sich einsame ältere Menschen besser fühlen, wenn sie zum Beispiel in einem Verein gebraucht würden. Insofern sind Grätzls Initiativen wichtig. Jugendgesundheitskonferenzen sind wichtig, um jungen Menschen die Gesundheitsländer der Landkreise näher zu bringen. Es wird mehr Einrichtungen der Grundversorgung in Wien geben, was eine gute Nachricht ist, aber noch nicht ausreicht. Die geschaffene Fläche sei „mindestens Sache der Stadtverwaltung“. Die Ärztekammer “sperrt Entscheidungen” und ist auch gegen die “elektronische Karte und ELGA”. Lashan war der Meinung, dass es im Gremium nicht genug Ärzte gebe, in welcher Form auch immer. Außerhalb von Einrichtungen der Grundversorgung werden „neue Formulare“ benötigt. „Entlastung im etablierten Bereich“ sei nötig, um „Mehrklassenmedizin“ zu verhindern.
GRin-Meisterin Bernadette Arnoldner (ÖVP) sagte: „Sport und Bewegung bedeuten Lebensqualität.“ Die Pandemie hat dies noch verschärft. Als Sportsprecher war Arnoldner mit vielen Sportlern in Kontakt. Arnoldner lobte das Engagement der Athleten, vom Breiten- bis zum Profisport. Sie nannte die Umstände in den Turnhallen “ungünstig”, da einige davon mit Flüchtlingen aus der Ukraine geteilt würden und die Benutzung von Toiletten “unmöglich” sei. Auch beim Schwimmen ist die Situation ungewiss. Es gibt zu wenig Fitnessstudios in Wien. Der Sportentwicklungsplan, der eine Investition von 150 Millionen vorsieht, sei “vage und ungenau”. „Verständliche Statistiken und konkrete Pläne“ fehlen. Nur zweieinhalb Seiten im Regierungsprogramm sind dem Sport gewidmet. In den letzten zehn Jahren ist der Sportbereich eines Wieners um etwa elf Prozent geschrumpft. Sport ist so wichtig im Kampf gegen Fettleibigkeit. Übergewichtige Menschen und Kinder seien „unzufriedener“. Deshalb sind die Rahmenbedingungen für den Sport von großer Bedeutung. Arnoldner beantragte Sportrehabilitation und nannte das Beispiel des Ernst-Happel-Stadions. Eine zweite Anwendung erforderte eine effizientere Nutzung von Sportplätzen und Fitnessstudios sowie neue Einrichtungen. Athleten sollten nicht als „Bewerber“ behandelt werden, und ihr „Engagement für die öffentliche Gesundheit“ sollte bewertet werden. Auch der Frauensport muss aufgewertet werden.
GRin-Meisterin Andrea Mautz-Leopold (SPÖ) spricht über die Leistungen des Wiener Gesundheitsbundes. Das garantiere eine Betreuung für Wienerinnen und Wiener, „unabhängig von Alter, Einkommen, Geschlecht, Herkunft oder sexueller Orientierung“. Im Jahr 2021 gibt es beispielsweise eine Steigerung der Krankenwagenfrequenz um 8,6 Prozent. Covid19 ist nach wie vor das „beherrschende“ Thema. Die durchschnittliche Plaquedauer nahm zu, während sie bei anderen Krankheitsbildern abnahm. Trotz der zusätzlichen Herausforderung schafft es die WIGEV, ein hohes Niveau zu halten. Künftig werden es sechs Kliniken in drei Regionen sein, die mit der Med Uni Wien und dem AKH für Qualität bürgen. Laut Mautz-Leopold werden künftig zwei Partnerkliniken Wienerinnen und Wiener aus drei Regionen betreuen. Angeboten wird das gesamte Spektrum von Medizin und Forschung auf „höchstem Niveau“. Wien modernisiert alle städtischen Krankenhäuser mit dem größten Investitionsprogramm „der Geschichte“ von 3,3 Milliarden Euro. Bis 2040 werden alle Krankenhäuser modernisiert, davon profitieren auch rund 30.000 Mitarbeiter. Das Projekt „Pflegezukunft Wien“ bietet eine gemeinsame Strategie für Ausbildung und …
Add Comment