Germany

Schweigen in Paris mit Virus: Droht in Wimbledon ein Kronen-Chaos?

Hat sich Novak Djokovic mit Corona angesteckt? Er zeigt immer noch keine Symptome. Bild: Schlussstein

In Wimbledon wird mit Eigenverantwortung gearbeitet, wenn es um die Krone geht. Doch das kann für Veranstalter teuer werden. Gibt es nach zwei bekannten Fehlschlägen noch mehr?

29. Juni 2022, 17:18 Uhr 29. Juni 2022, 17:47 Uhr

Gabriel Vilares / Chief Media Officer

42.000 Tennisfans strömen in die Anlage des All England Club. Im Südwesten Londons kann die volle Kapazität wiederverwendet werden. Nachdem Wimbledon 2020 wegen der Pandemie abgesagt wurde und im vergangenen Jahr nur unter strengen Richtlinien ausgetragen werden konnte, kehrt bei dieser Ausgabe wieder Normalität ein. Keine Masken, keine Tests, kein Impfnachweis und keine soziale Distanzierung. Bedeutet: keine Sorge. Doch die Sorglosigkeit dürfte bald enden, zumindest für Profis.

„Der Traum ist für dieses Jahr vorbei, aber ich werde stärker zurückkommen“, schrieb Matteo Beretini (ATP 11) am Dienstag vor seinem Erstrunden-Match gegen Christian Garin (ATP 43) auf Instagram. Der 26-jährige Italiener war an Corona erkrankt und musste zwei Stunden vor dem Spiel absagen. „Ich habe Grippesymptome und war die letzten Tage in Isolation.“

Mit den Titeln bei den Stuttgart- und Queen’s-Turnieren stieg der letztjährige Wimbledon-Finalist auf die Pole-Position, um gegen den Favoriten Novak Djokovic (ATP 3) um den Grand-Slam-Titel anzutreten. Der Italiener war deprimiert: “Er hat mir das Herz gebrochen.” Nach eigenen Angaben hatte der Römer keine schwerwiegenden Symptome. Er entschied sich jedoch, sich auf das Virus testen zu lassen.

„Ich wollte die Gesundheit und Sicherheit meiner Konkurrenten und aller anderen schützen.

Das Vorgehen von Matteo Beretini ist vorbildlich und verantwortungsbewusst, denn er konnte auf dem heiligen Rasen kriechen und sich irgendwie durch das Spiel quälen. Als alle Beschränkungen für die Krone fielen, würde niemand sie stoppen.

Von den Maßnahmen will der Veranstalter (noch) nichts wissen

Marin Cilic (ATP 17) hatte im Finale von Wimbledon vier Jahre Vorsprung auf den Italiener. Auch er wurde positiv getestet. „Ich fühle mich immer noch nicht gut und kann nicht mein Bestes geben“, schrieb der Kroate am Montagabend. Die Formkurve des Siegers der US Open 2014 zeigt zuletzt steil nach oben. Der 33-Jährige erreichte die letzten Vier der French Open und Queen’s.

Beide Profis hatten vor ihrer Erkrankung Kontakt zu anderen Spielern. Am vergangenen Donnerstag trainierte Beretini bei Rafael Nadal (ATP4), Cilic bei Djokovic. Klar, dass man bei den beiden Topstars mittlerweile jede noch so kleine Ermüdungserscheinung mit Argusaugen sieht. Die Frage der Ansteckung könne nur durch Tests beantwortet werden. Doch wer testet, läuft Gefahr, sich seiner Titelchancen zu berauben.

Novak Djokovic und Marin Cilic trainieren auf dem Mittelplatz. Es ist normalerweise keine große Sache, aber es ist für Wimbledon, da dies das erste Mal ist, dass Athleten vor dem Event auf einer beleuchteten Oberfläche trainieren dürfen. Zumindest wenn ich hierher komme. Guter Schachzug des Vereins. pic.twitter.com/BBYRnLgYrN

– Darren Cahill (@darren_cahill) 23. Juni 2022

Sollte der All England Club also nicht reagieren? In einer Stellungnahme versicherte der Veranstalter, sich weiterhin an die britischen Richtlinien zur Infektionsbekämpfung zu halten. Mit anderen Worten: Die Maßnahmen zur Reinigung und Desinfektion der Hände werden verstärkt und das medizinische Team wird weiterhin Gesichtsmasken tragen. An der Strecke des prestigeträchtigsten und ältesten Tennisturniers der Welt wird sich vorerst nichts ändern.

Deshalb müssen sich Tennisprofis eigenverantwortlich verhalten. Alize Cornet (WTA 37) sagte am Dienstag nach ihrem Match in der ersten Runde, Eigenverantwortung funktioniere nicht. „Jeder in der Umkleidekabine von Roland Garros hatte den Virus und wir haben nichts gesagt. Laut dem 32-jährigen Franzosen gab es zwischen den Spielern des Grand-Slam-Turniers in Paris eine Vertraulichkeitsvereinbarung, damit sie keine Probleme bekommen. Explosive Aussagen.

Cornett hofft jedoch, dass die Organisatoren am aktuellen Crown-Regime festhalten werden. Die Person, die das anders sieht, ist Andrea Petkovic (WTA 57). Die 34-jährige Deutsche, die am Dienstag gegen die Schweizerin Victoria Golubic (WTA 58) verloren hatte, hat vermutet, dass sie sich in Paris angesteckt hat. „Wenn ich etwas zu sagen hätte, würde ich die Maske drinnen wieder einführen. Petkovic war tatsächlich drei Tage krank und dann fünf.

Petkovic hat in Paris keinen Fuß vor den anderen gesetzt. Bild: Schlussstein

Das 135. Wimbledon-Event droht vor allem bei den Herren zu einem mit nennenswerten Ausfällen zu verkommen. Insgesamt fünf Spieler aus den Top 20 fehlen krankheitsbedingt oder weil russische und weißrussische Spieler ausgeschlossen sind. Der Weg zum Traumfinale zwischen Novak Djokovic und Rafael Nadal scheint geebnet. Vorausgesetzt sie sind gesund.

Ein Helm wird im Herrentennis bewundert

1/28

Ein Helm wird im Herrentennis bewundert

Quelle: Keystone / Justin Lane

So reagiert Roger Federer auf ein Fan-Tattoo

Das könnte Sie auch interessieren:

Verpassen Sie keine weiteren wichtigen Änderungen oder aufregenden Gerüchte: Nehmen Sie jetzt den Push von Watson für einen Transfer an! Es ist so einfach: