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U-Ausschuss: Finanzminister Schuster wurde befragt

Dietmar Schuster, der derzeitige Generalsekretär des Finanzministeriums, wird heute die Ermittlungen in der ÖVP-Untersuchungskommission Korruption aufnehmen. Schuster löste in dieser Funktion Thomas Schmid ab, als er in den Vorstand der Landesholding ÖBAG berufen wurde und als Referatsleiter unter anderem für die Aufstellung und Einhaltung des Bundeshaushalts zuständig war. Anfang 2021 wurde er vom damaligen Finanzminister Gernot Blumel (ÖVP) zum Sektionsleiter ernannt, davor war er im Kabinett von Hans-Jörg Schelling und Michael Spindelegger (beide ÖVP).

Bis Ende März 2019 fungierte Schuster als Stellvertreter von Schmid – er leitete mit später gesicherten Chats vertiefende Ermittlungen der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) ein. WKStA-Ermittlungen werfen den Verdacht auf, dass Vertraute von Altkanzler Kurz seinen politischen Aufstieg durch manipulierte Umfragen unterstützt und möglicherweise Gelder des Finanzministeriums verwendet haben.

SPÖ: „Missbrauch von Steuergeldern durch Ministerien“

SPÖ-Fraktionschef Kai Jan Krainer sprach zu Beginn von „dem Missbrauch von Steuergeldern durch Ministerien“. Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig (ÖVP) intervenierte persönlich als „Werbeagent“ in seiner bisherigen Funktion als Geschäftsführer des Bauernverbandes. So sei in der Bauernzeitung eine Anzeige für Mitarbeiter gefunden worden, deren Inhalt laut Krainer bedeutungslos sei, im Grunde gehe es offenbar nur darum, Anzeigen in der eigenen Parteizeitung zu schalten.

Aufhänger: “Legal”

Anzeigen in der Bauernzeitung im öffentlich-rechtlichen Bereich seien „legal“, sagte eingangs ÖVP-Fraktionsvorsitzender Andreas Hanger. Auch die ländliche Bevölkerung hat das Recht, über Investitionsfragen informiert zu werden. Die SPÖ und die FPÖ haben gleich – ebenso rechtlich – nachgegeben. Bei der SPÖ Wien muss man sich auch parteinahe Verlage anschauen. Generell gilt: “Wer im Glashaus wohnt, soll nicht mit Steinen werfen.” Insgesamt sei er dafür, über Veränderungen zu diskutieren. “Meinungsbeeinflussung ist eine Idee der SPÖ”, sagte Hanger.

FPÖ: „Steuergeld wird in ÖVP-Geld umgewandelt“

FPÖ-Fraktionschef Christian Hafenecker sagte, „es ist egal, wer das System von wem übernommen hat“. Sicherlich sind die Anzeigen in der Bauernzeitung legal, nur der Schein ist „zerstörerisch“. Sie müssen die moralische Komponente berücksichtigen. Dem Finanzministerium sei es gelungen, “Steuergelder in ÖVP-Gelder umzuwandeln”. Heute möchten Sie sehen, wie die Anzeigeninitiierung funktioniert.

Hafenecker hob auch einen „Side Letter“ aus dem Jahr 2015 hervor, dass dies die Initialzündung für das Projekt Ballhausplatz gewesen sei. Es war ein Brief zwischen dem ehemaligen Finanzminister Hans Jörg Schelling und dem damaligen Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP).

NEOS: „Ministerien im Dienste der ÖVP“

NEOS-Fraktionschefin Stephanie Crisper sagte, die Ministerien „bewegen sich nicht, um dem Land zu dienen, sondern der ÖVP“. Laut einem NEOS-Politiker wurden “Guerillas” “unter Kontrolle gebracht”, ebenso wie die heutigen Informanten. Es seien “die richtigen Leute am Steuer”, “das Sparschwein wird aufgedeckt”. „Dieses System funktioniert noch heute“, sagte Crisper, „es war eine unbeschreibliche Kühnheit, es weiter zu machen“, sagte Crisper.

Grüne: „Studienlücke und Werbelücke“

Die Fraktionschefin der Grünen, Nina Tomaseli, sprach zu Beginn von der “Schlupflöcher in der Umfrage”, mit der die Türken nicht nur die Bevölkerung, sondern auch “ihr Volk” getäuscht hätten. Zudem entstünde eine “Werbelücke”, zuletzt standen das Landwirtschaftsministerium und die Bauernzeitung im Fokus. Tomaseli sagte, diese Schlupflöcher würden durch eine interne Prüfung im Landwirtschaftsministerium geschlossen. Letztlich muss das Geld „bezahlt“ und die Republik unschädlich gemacht werden.