In Gefangenschaft geschwächt
Das hat Azovstal mit dem Kommandanten von Mariupol gemacht
Sergei Volinski ist fast nicht wiederzuerkennen. Der ukrainische Kommandant, der das Stahlwerk Asowstal in Mariupol verteidigte, hat auf einem aktuellen Foto deutlich weniger auf den Rippen als noch vor zwei Monaten.
Veröffentlicht: vor 49 Minuten
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Aktualisiert: vor 1 Minute
Der Ukrainer Sergei Volinski (30), Spitzname „Volina“, blieb monatelang im Stahlwerk Azovstal in Mariupol. Bis er sich am 16. Mai mit anderen Soldaten ergab und von russischen Streitkräften gefangen genommen wurde.
Nun ist ein Bild aufgetaucht, das zeigt, wie der 30-jährige Kommandant der 36. Marinebrigade sein Aussehen verändert hat.
Während Volinsky in einem Video vom 13. April deutlich stärker wirkt, hat der 30-Jährige auf dem neuen Foto, das am Dienstag von verschiedenen russischen Sendern auf Telegram hochgeladen wurde, deutlich weniger auf den Rippen. Der Mann in schwarzer Hose steht mit Schaufel und Besen vor der Wand. Neben ihm steht ein weiterer schwacher Mann mit zwei Eimern – auch er ist ein ukrainischer Soldat.
„Hier isst man besser als im Kampf“
Wie hoch die Verpflegung in russischer Gefangenschaft war, ist nicht bekannt. Auch während der Zeit im Stahlwerk hat Volinski wohl mangels Nahrung stark abgenommen.
In einem Interview mit dem russischen Telegram-Kanal Milkchronicles sagte er am Montag: „Ich verstehe meine Position als Kriegsgefangener. Ehrlich gesagt esse ich hier besser als während der Kämpfe: “Es gab nur 50 Gramm Getreide pro Person und Tag. 186 Menschen mussten sich außerdem sechs bis acht Dosen Schmalz teilen”, sagte er.
Ihm zufolge aßen die Kämpfer des Asowschen Regiments viel besser. Allerdings wollte er sich nicht mit den Männern anlegen, die in der Mehrheit waren. Diese Informationen können nicht unabhängig überprüft werden.
300 Gefangene wurden ausgetauscht
Die ukrainische Armee und die russische Seite haben nach eigenen Angaben insgesamt fast 300 Gefangene ausgetauscht. Das ukrainische Verteidigungsministerium in Kiew teilte am Mittwochabend mit, dass 144 ukrainische Soldaten wieder frei sind. Es ist der größte Gefangenenaustausch seit Kriegsbeginn vor mehr als vier Monaten. Separatistenführer Denis Puschtschilin hingegen sprach von 144 prorussischen und russischen Kämpfern, die aus ukrainischer Gefangenschaft entlassen worden seien.
Unter den freigelassenen ukrainischen Soldaten befinden sich nach Angaben aus Kiew 95 Kämpfer, die die widerspenstige Stahlfabrik verteidigt haben. Weitere 43 von ihnen sollen dem Asow-Regiment angehören. Ob Volinski dabei sein wird, ist noch unklar. (männlich)
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