NRW. Ein heftiger Sturm hat in der Nacht zum Donnerstag Teile des Ruhrgebiets und des Rheinlandes heimgesucht. Feuerwehrleute melden viele Einsätze.
Eine starke Sturmfront mit sintflutartigen Regenfällen und Gewittern zog in der Nacht zum Donnerstag über die Region – vom Rheinland und Niederrhein über das Ruhrgebiet und das Münsterland bis nach Niedersachsen.
Besonders schlimm war es in Duisburg. Die Leitstelle schätzte, dass 300 Feuerwehrleute im Dauereinsatz waren – voraussichtlich bis Freitagmorgen. Bis 22 Uhr waren 600 Einsätze angekündigt. Viele Bäume fielen und Keller füllten sich. Auf der Ruhr kenterte ein Boot, die Feuerwehr rettete drei Menschen aus dem Wasser. Keiner wurde verletzt. Nach ersten Informationen sind die Folgen der Unwetter in der ganzen Stadt sichtbar, am stärksten betroffen ist jedoch der Westen. Im Stadtteil Bärl fiel das (Festnetz-)Telefon in einer halben Stunde aus. Doch der Schaden war schnell behoben.
Sturm Duisburg: Die Feuerwache ist im Dauereinsatz.
Sturm in NRW: Blitz spaltet eine Eiche in Mülheim
Im Kreis Wesel wurde die Feuerwehr zu rund 300 Einsätzen gerufen. In Hünxe wurde ein Traktorfahrer schwer verletzt: Ein umstürzender Baum traf den Traktor der Wilhelmstraße – der Mann wurde am Kopf getroffen. Die Feuerwehr bestätigte, dass keine Lebensgefahr bestand. Auch in Hünxe musste die Feuerwehr zum Getränkemarkt Dinslakener Straße ausweichen: Das halbe Dach stürzte durch Sturm und Regen ein. Es entstand erheblicher Sachschaden.
In Mülheim brachte ein starkes Gewitter „nur“ drei Löscheinsätze. Neben einem kleinen umgestürzten Baum in Speldorf und einem Vollkeller in Saarn gab es einen größeren Wintgensweg-Einsatz in Saarn: Hier hatte ein Blitz vermutlich eine 20 Meter hohe Eiche gespalten – die Hälfte des Baums stürzte auf ein Haus und ein Auto. Keiner wurde verletzt.
In der Winkelhauser Straße in Duisburg ist eine Eiche umgestürzt.
Foto: Martin Alers
Die Feuerwehr Moers meldete 100 Einsätze. Unter anderem standen die Keller unter Wasser. Im südlichen Teil der Stadt wurden viele Bäume entwurzelt. Der Laden in der Innenstadt in der Homberger Straße stand unter Wasser.
Auch in Wesel, Shermbeck, Dinslaken und Voerde gab es viele Einsätze. Meist umgestürzte Bäume oder umgestürzte Äste. Mehrere Autos wurden beschädigt. Zudem musste die Feuerwehr wegen überfluteter Keller mehrfach ausrücken.
Die Feuerwehr lobte die Bürger: Die Straßen wurden geräumt
In Bottrop wurde die Feuerwehr wegen umgestürzter Bäume nach heftigen Regenfällen und starken Windböen zu mehreren Einsätzen gerufen.
Die Feuerleitzentrale Oberhausen meldete bis 22 Uhr 43 Angriffseinsätze, meist umgestürzte Bäume und lose Äste. Drei Autos wurden durch Bäume beschädigt. Es gibt keine Verletzten und keine größeren Sachschäden.
In Krefeld wurden Straßen und Keller überflutet, Bäume stürzten um, einer traf ein mit mehreren Personen besetztes Auto. Keiner wurde verletzt. Mehrere Bäume stürzten auf die zeitweise gesperrte Oberleitung zwischen Krefeld und Meerbusch. Auch die A57 war betroffen. Die Feuerwehr lobte ausdrücklich das Engagement vieler Krefelder Bürger: Noch bevor die Einsatzkräfte eintrafen, waren viele Sägen und kräftige Hände im Einsatz, um die Straßen schnell zu räumen.
In Köln kündigte die Feuerwehr via Twitter 32 Einsätze an. Auch dort seien Bäume umgestürzt, berichtet dpa. Ebenso heftig war der Sturm in Aachen.
Nur wenige Termine in Bochum und Essen
In Bochum, Düsseldorf und Essen gab es mehrere Einsätze, etwa wegen abgebrochener Äste auf der Straße, aber insgesamt war es laut Leitstellen nicht dramatisch. Allerdings fiel auch mal heftiger Hagel, wie dieses Foto aus Bochum zeigt:
Hallo Bochum
Foto: Michael Weeke
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