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Erstellt: 07.02.2022 04:45 Uhr
Von: Stella Henrich
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Arbeitnehmer können mit einem höheren Mindestlohn rechnen und auch für Rentner soll es mehr Geld geben – die Änderungen im Überblick.
München – Im Juli stehen wichtige Veränderungen für die Bürger an. Dazu gehören eine Vielzahl neuer Gesetze zu Renten, Verträgen und Mindestlöhnen. Die gute Nachricht: Angestellte und Rentner bekommen mehr Geld. Auch für Hartz-IV-Empfänger gibt es einen Bonus. Zudem entfällt die EEG-Zuzahlung, was in Zeiten steigender Strompreise die Haushaltskasse der Bürgerinnen und Bürger entlasten soll. Für Raucher wird es allerdings teurer. Und für einen Corona-Test müssen Bürger künftig 3 Euro zahlen.
Neu im Juli: Mehr Geld für Rentner, Angestellte und Hart-IV-Empfänger
Gute Nachrichten für rund 21 Millionen Rentner hierzulande. Im Westen steigen die Renten um 5,35 Prozent, im Osten sogar um 6,12 Prozent. Das starke Wachstum ist auf die guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in der Vergangenheit und die daraus resultierende positive Entwicklung der Einkommen der Mitarbeiter und der Einnahmen der Pensionskasse zurückzuführen.
Auf einem Feld bei Bad Dürenberg wachsen Sonnenblumen. Speiseöl wird hauptsächlich aus Sonnenblumenkernen gewonnen. (Ikonenbild) © Hendrik Schmidt/dpa
Auch die Mitarbeiter sollen zufrieden sein. Denn sie erhalten ab dem 1. Juli einen höheren Mindestlohn. Er steigt nun auf 10,45 Euro pro Stunde und steigt dann am 1. Oktober wieder auf 12 Euro pro Stunde. Bundeskanzler Olaf Scholz machte die Erhöhung zu einem zentralen Versprechen im Bundestagswahlkampf.
Auch Sozialhilfe- und Hartz-IV-Empfänger bekommen mehr Geld. Sie erhalten eine einmalige Bonuszahlung von 200 Euro. Damit erhalten Alleinstehende nun 649 Euro statt 449 Euro. Die Förderung wird zum Regelsatz von Hartz IV gezahlt. Der Corona-Bonus von 200 Euro betrifft alle älteren Hartz IV-, Sozialhilfe- oder Grundversicherungsempfänger, die im Juli 2022 leistungsberechtigt sind. Eine Übersicht über die aktuellen Regelsätze finden Sie auf der Seite der Bundesregierung.
Dies wird sich für Benutzer im Juli ändern – Rückblick
Mindestlohnerhöhungen Stundenlohn steigt auf 10,45 Euro Rentner in West und Ost bekommen mehr Geld +5,35 % (West), +6,12 % (Ost) Entlastung für Hartz-IV-Empfänger Maßnahme des Bundes-Hilfspakets Die zusätzliche Abgabe für das EEG wurde gestrichen. Die Änderungen betreffen alle Stromkunden Digitaler Krankenstand Automatisch von der Kasse zum Arbeitgeber. Der Austauschführerschein erlischt. Ein Umtausch ist nur bis zum 19. Juli möglich. Altgeräte abgeben ist jetzt einfacher bei Aldi, Lidl und Co. Neue Einzahlungsregeln. Keine pfandfreien Flaschen und Dosen mehr. Rauchen wird teurerAuch E-Zigaretten sind betroffenKündigung per Knopfdruck Vertragskündigungen werden einfacherDHL erhöht Postpreise für Paketzustellung erhöhtCorona-Test nicht mehr kostenlos3€ pro Test wegen Änderung der Einkommensteuer Mehr Geld für Mitarbeiter
Änderungen im Juli: Die EEG-Umlage entfällt
Was viele User vielleicht noch nicht wissen, aber umso mehr freuen dürfte. Die EEG-Umlage entfällt zum 1. Juli. „Die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) werden per Gesetz die EEG-Umlage zum 1. Juli 2022 von bisher 3,72 Cent pro Kilowattstunde auf null Cent pro Kilowattstunde senken“, heißt es in einer Mitteilung der Bundesregierung.
Stromversorger sind nun verpflichtet, den Verlust an ihre Kunden weiterzugeben. Strom wird nicht billiger, weil der Aufschlag nur ein Teil des Preises ist und Anbieter beim Kauf an der Börse mehr als ein Jahr nachzahlen müssen. Das hat Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) im März dieses Jahres deutlich gemacht. „Die Abschaffung der EEG-Umlage kann den Druck auf die Verbraucher etwas verringern“, erklärte Habek. Nach Berechnungen von Verivox spart ein Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 1.500 Kilowattstunden in diesem Jahr rund 33 Euro (brutto) durch den Wegfall.
Neuerungen im Juli: Digitaler Krankenstand und Führerscheinersatz
Seit vergangenem Oktober übermitteln Arztpraxen den Krankenstand elektronisch an die Krankenkassen. Krankmeldungen müssen seit Juli nicht nur an die Krankenkassen, sondern auch an den Arbeitgeber geschickt werden. Damit müssen Mitarbeiter die bisherige „gelbe Bescheinigung“ nicht mehr selbst beim Unternehmen einreichen. Patienten erhalten nur ein gedrucktes Exemplar für ihre eigenen Unterlagen.
In diesem Jahr wurde die Frist für die Umschreibung des Führerscheins vom 19. Januar bis zum 19. Juli verlängert. Aber dann war es vorbei. Bis dahin muss jeder, der zwischen 1953 und 1958 geboren ist und noch einen rosa oder grauen Führerschein im Portemonnaie hat, diesen bei der zuständigen Behörde umtauschen – oder riskiert ein Bußgeld. Laut ADAC bleibt Ihr neuer EU-Führerschein zeitlich unbegrenzt gültig, unabhängig davon, wann Sie Ihre Fahrprüfung abgelegt haben.
Neuheiten im Juli: Kostenlose Rücknahme von Elektronik bei Aldi, Lidl und Co.
Tatsächlich ist das Gesetz seit Anfang des Jahres in Kraft. Händlern wurde jedoch eine Übergangsfrist eingeräumt, um elektronische Geräte wie Handys, Mixer und Toaster zurückzunehmen. Ab dem 1. Juli sind Supermärkte und Discounter wie Aldi, Lidl und Co. sollte diese Geräte jetzt kostenlos annehmen. Auch Online-Händler sind künftig zur Rücknahme von Altgeräten verpflichtet, berichtet Nordbayern.de (siehe Video).
Ab dem 1. Januar gilt für alle Getränke in Flaschen oder Mehrwegdosen eine Pfandpflicht. Bereits produzierte Getränke konnten ohne Pfand verkauft werden. Ab Juli wird dieser entfernt. Ab diesem Zeitpunkt müssen auch Säfte und andere Getränke das Pfandsymbol tragen. Das bedeutet, dass nicht mehr der Inhalt der Verpackung bepfandet wird, sondern das Verpackungsmaterial entscheidend ist. Mit dieser strengeren Pfandregelung will das Bundesumweltministerium Plastik weiter reduzieren.
Neuerungen im Juli: Raucher werden aufgefordert, mehr zu zahlen, aber es ist einfacher aufzuhören
Shisha-Tabak, erhitzbarer Tabak und sogenannte „Liquids“ werden nun teurer. Diese Änderung tritt am 1. Juli in Kraft. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Liquids Nikotin enthalten oder nicht. Flüssigkeiten, die in einer elektronischen Zigarette verdampft werden, kosten jetzt 5,60 Euro. Davor lag der Preis bei etwa 4 Euro. Von 2022 bis 2026 soll nach Angaben des Bundesfinanzministeriums jede Zigarettenschachtel jährlich acht Cent mehr kosten. Das berichtet Merjkur.de.
Verbraucher, die einen Vertrag online abgeschlossen haben, sollen diesen nun bequem online kündigen können. Daher ist ein Abbrechen-Button auf der Unternehmenswebsite ein Muss. Niemand muss mehr einen Brief schreiben oder ein Fax schicken. Chip.de berichtet, dass man nicht mehr zum Telefon greifen muss. Wenn ein Unternehmen diesen Button bis zum 1. Juli nicht hat, haben Verbraucher das Recht, fristlos zu kündigen.
Neuerungen im Juli: Das Geld wird für einen Corona-Test fällig – auch die Paketpreise steigen
Der kostenlose Corona-Test endet am 1. Juli. Tests für gefährdete Gruppen bleiben kostenlos. Schwangere können sich weiterhin kostenlos testen lassen. Doch nicht nur Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) dreht an der Preisschraube. Auch Nutzer, die Pakete verschicken wollen, müssen ab dem 1. Juli mehr Geld auf den Tisch legen. Das S-Paket kostet dann 3,99 Euro statt 3,79 Euro und das M-Paket 4,79 Euro. Hier eine Preisübersicht.
Neu im Juli: Mehr Netto als Brutto für Mitarbeiter
Das dürfte Millionen Menschen freuen, denn der Einkommensteuertarif wird angepasst. Drei Dinge ändern sich zugunsten der Beschäftigten: Grundfreibetrag, Entfernungszuschlag und Personalzuschuss. Das bedeutet, dass Berufstätige weniger Steuern an das Finanzamt abführen müssen.
Da die Lebenshaltungskosten für viele Menschen trotz einiger Erleichterungen immer noch unerschwinglich sind, schlägt Bundeskanzler Olaf Scholz nun auch eine steuerfreie Abfindung der Arbeitgeber vor. Unter Ökonomen findet er jedoch keine Unterstützung.
Zehn Lebensmittel zur Senkung des Blutdrucks
Siehe Fotogalerie
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