Nach den ersten eigenständigen Schritten nach dem Bruch mit Huawei wagt sich Honor nun in die Oberklasse vor. Wir von GIGA konnten das neue Flaggschiff Honor Magic 4 Pro testen. Wie uns das Smartphone gefallen hat, erfahren Sie im Testbericht.
Mit dem Magic 4 Pro rüstet Honor nach oben. Das Handy hebt sich von seinen Vorgängern durch eine leistungsfähigere Ausstattung ab, wobei insbesondere die Kamera neue Maßstäbe setzt. Auf dem Papier sprechen die Werte Bände für das Smartphone und stellen es mindestens auf eine Stufe mit Top-End-Geräten der Konkurrenten Samsung und Xiaomi. Doch so gut das Smartphone in der Theorie auch klingt, der Praxistest offenbarte nicht nur Stärken.
Honor Magic 4 Pro im Test: Fazit
GIGA-Bewertung: 7,6 / 10
Honor hat mit dem Magic 4 Pro vieles richtig gemacht: Wir bekommen ein Smartphone, das äußerlich sowohl stylisch als auch robust wirkt. Das Display reagiert anstandslos, liefert farbintensive Bilder und lädt durch seine Größe auch zum Streamen und Spielen ein. Auch bei der Rückkamera wurde nicht gespart: Wir bekommen nicht nur eine Schönwetterkamera, sondern können sich auch bei wenig Licht über scharfe und detailreiche Aufnahmen freuen – dank 3,5-fach optischem Zoom auch auf größere Distanz.
Doch das Honor Magic 4 Pro ist nicht ohne Schwächen. Egal wie edel das Material ist, die Glasrückseite lässt das Smartphone schnell aus der Hand rutschen und Oberflächen abreißen. Außerdem muss man die Größe des Handys mögen und die Bedienung ist mir nicht intuitiv genug. Außerdem kann das Telefon nicht gut mit hoher Leistung umgehen und erwärmt sich bei längerem Gebrauch und Aufladen. Und so leistungsfähig die hintere Kamera auch ist, die vordere kämpft mit Bildunschärfe und Rauschen.
Honor Magic 4 Pro ist nicht perfekt, man muss die Augen schließen. Es macht jedoch Spaß, sein Smartphone dabei zu haben und Momente damit festzuhalten. Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen, aber: Für das erste Handy in der Preisklasse über 1000 Euro hat Honor mit dem Magic 4 Pro nicht alles richtig gemacht, aber einiges.
Vorteile:
- Starke Rückkamera
- Reaktionsschnelles OLED-Display
- Ein zuverlässiger Akku
- Robuster Körper
Nachteile:
- Schwache Frontkamera
- Schnelle Erwärmung
- Der Service ist nicht sehr ausgereift
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Die Verpackung
Schon der Verpackung lässt sich entnehmen, dass Honor mit dem Magic 4 Pro auf ein High-End-Produkt gesetzt hat. Das Smartphone kommt in einer mattschwarzen Verpackung mit silbernem Schriftzug an, die insgesamt sehr edel wirkt
Das SIM-Auswurfwerkzeug und die Schutzhülle sind beim Honor Magic 4 Pro in der kleinen Hülle in einer Kartonhülle versteckt, darunter versteckt sich das USB-C-Ladekabel mit passendem 100-W-Netzteil. Auf die Plastikhüllen für das Smartphone und die Schutzhülle verzichtet der Hersteller allerdings nicht. Sie können nach dem Auspacken direkt in die Tonne. Auf Nachfrage gibt Honor jedoch an, dass beide Kunststoffgehäuse recycelbar sind. Auch bei Netzteil und Kabel achtet der Hersteller auf Papierverpackung, um zumindest an dieser Stelle Plastik einzusparen.
Sogar die Verpackung vermittelt ein erstklassiges Gefühl (Bildquelle: GIGA)
Die wichtige Frage ist hier, ob Ladezubehör wirklich notwendig ist. Viele Käufer werden wahrscheinlich ein passendes Ladegerät (zB mit USB-C-Anschluss) zu Hause haben. Der Test wird aber zeigen, dass Kabel und Netzteil für das Schnellladen eigentlich unerlässlich sind.
Optik und Haptik
Nimmt man das Honor Magic 4 Pro in die Hand, sollte man aufpassen, dass es nicht gleich wieder herausrutscht. Auch auf der Rückseite besteht das Smartphone aus Glas. Dadurch fühlt es sich sehr hochwertig und gewissermaßen wie aus einem Guss an, allerdings sieht man jeden Fingerabdruck und die Griffigkeit ist deutlich eingeschränkt. Außerdem liegt es ohne Schutzlack nicht fest auf Oberflächen. Er rutschte während des Tests mehrmals vom Tisch.
Aber nicht nur wegen des gewählten Materials, sondern auch wegen der Diagonale des 6,8 Zoll Displays muss ich das Telefon immer mit zwei Händen bedienen. Mit dem Daumen einer Hand kann ich nicht das gesamte Display abdecken. Auf der rechten Seite hingegen sind die Standby-Taste und die Lautstärketaste gut erreichbar und geben beim Drücken nicht zu leicht nach – Sie müssen sich also keine Sorgen machen, dass die Tasten versehentlich in der Tasche gedrückt werden.
Auf erweiterbaren Speicher muss man beim Honor Magic 4 Pro verzichten (Bildquelle: GIGA)
Der USB-C-Anschluss befindet sich auf der Unterseite und der Dual-SIM-Kartensteckplatz auf der linken Seite. Eine Speichererweiterung gibt es nicht, sodass man sich mit 256 GB internen Speicher begnügen muss. Platz für Fotos, Videos, Dokumente und Co. bleibt natürlich trotzdem, aber ein Micro-SD-Slot würde die Ausstattung abrunden. Der Pluspunkt ist jedoch die Robustheit: Das Gerät ist laut IP68-Zertifikat wasserdicht – es bietet also einen guten Schutz vor Wasser und Staub. Hat die Dusche im Test geräuschlos überstanden.
Oben und unten befinden sich Lautsprecher, auch auf einen Infrarotsensor wurde nicht verzichtet. Damit können Sie Ihr Smartphone als Fernbedienung verwenden. Auf der Rückseite ist die Kamera in einem erhabenen, kreisförmigen Design angebracht. Die Form erinnert sehr an das Honor 50 Lite, das wir ebenfalls getestet haben.
Ein Smartphone das Spaß macht
Einrichtung und Betrieb
Honor Magic 4 Pro funktioniert mit Google-Diensten. Wenn Sie bereits ein Google-Konto haben, ist die Einrichtung schnell und einfach. Zum Entsperren des Smartphones können Sie den Fingerabdrucksensor oder die Gesichtserkennung verwenden. Ich habe beides eingerichtet und war überrascht, wie schnell und einfach das Honor Magic 4 Pro reagierte. Auch nur ein minimales Drücken mit dem Daumen auf das Display oder ein Blick auf das Display, beides wurde erkannt und das Handy entsperrt. Andere Telefone sind Schlampen.
Dank Google-Diensten ist das Honor Magic 4 Pro schnell eingerichtet (Bildquelle: GIGA)
Generell funktioniert das Honor Magic 4 Pro (fast) problemlos: Mich hat sofort die samtweiche Bedienung überzeugt. Es ist, als ob das Telefon den Berührungsbefehl ausführt, bevor ich überhaupt den Bildschirm berühre. Aber egal wie einfach die Bedienung ist, manchmal fehlt es an Genauigkeit. Bei Screenshot-Aufnahmen gab es immer wieder Probleme, weil das Handy den Fingerknöchel-Tap-Befehl oder den 3-Finger-Befehl nicht einordnen konnte. Ich habe oft unabsichtlich etwas gedrückt oder der Befehl wurde als Blättern verstanden.
Außerdem vermisse ich die typischen Android-Befehle: Ein Doppelklick auf die Power- oder Lautstärketaste zum Öffnen der Kamera ist weder voreingestellt noch nachträglich aktivierbar. Es gibt auch keine intelligenten, anpassbaren Verknüpfungen (z. B. Doppeltippen auf die Rückseite für eine beliebige Funktion oder Doppeltippen auf eine leere Stelle auf dem Startbildschirm, um das Display auszuschalten). Solche Kürzel runden für mich die Leistung eines Smartphones ab und sollten zu einem High-End-Gerät dazugehören.
Neue Update-Garantie
Wie es sich für ein Flaggschiff-Handy gehört, ist auf dem Honor Magic 4 Pro bereits das aktuelle Android vorinstalliert, hier Android 12 mit Honor Magic UI 6. Mit dem Gerät wurde auch eine Update-Garantieverlängerung eingeführt. Wie der Hersteller angibt, können wir Android-Updates für mindestens 2 Jahre und Sicherheitsupdates für mindestens 4 Jahre vom Smartphone erwarten. Das bedeutet, dass das Honor Magic 4 Pro garantiert Android 13 und 14 erleben wird.
Auf dem Honor Magic 4 Pro ist jetzt Android 12 mit Magic UI 6 installiert (Bildquelle: GIGA)
Das ist natürlich ein Schritt in die richtige Richtung, aber er geht nicht weit genug. Wie unser Redakteur Peter in seinem Artikel zur Update-Garantie zu Recht kritisiert, verspricht beispielsweise Samsung Android-Updates für 4 Jahre. Abschließend dürfen wir nicht vergessen, dass wir mit dem Honor Magic 4 Pro ein High-End-Gerät bekommen, das zu einem Preis von über 1000 Euro mehr als 2 oder 3 Jahre ein aktuelles Betriebssystem bieten soll. Schließlich wirkt sich auch die Aktualität des Betriebssystems auf die Lebensdauer aus und in dieser Preisklasse sollte eine langjährige Nutzung des Produkts gewährleistet sein.
Viel Spaß dank starkem Display
Das Display des Honor Magic 4 Pro hat eine gebogene Form und füllt somit die Front komplett und mehr aus. Hinweis an dieser Stelle: Die Schutzabdeckung deckt die Seiten des Displays nicht ab. Fällt das Handy also ungünstig auf den Boden, endet das nicht so gut für das Display.
Egal, ob man ein Fan von gebogenen Bildschirmen ist oder nicht: Das Display kann überzeugen. Dank der verwendeten OLED-Technologie sind die Farben sehr intensiv und die Schwarzwerte wirklich schwarz. Als ich “Klaus” auf Netflix geschaut habe (Weihnachtsfilme gibt es schließlich immer, mehr zum Film auf Kino.de) war ich überrascht, dass ich in den dunklen Szenen noch Details erkennen konnte. Mit dem aktuellen Qualcomm Snapdragon 8 Gen 1 Prozessor und 120 Hertz Bildwiederholfrequenz macht das Spielen Spaß und es gibt keine Ruckler, die den Spielfluss stören. Die Bildschirmdiagonale ist zwar für meinen Geschmack zu groß, aber für Gaming, Streaming und andere Formen des Medienkonsums lohnt es sich auf jeden Fall.
Honor Magic 4 Pro hat ein gebogenes Display (Bildquelle: GIGA)
Das Display arbeitet übrigens adaptiv. Wenn Sie Ihr Mobiltelefon nicht intensiv nutzen (z. B. weil Sie einen Artikel lesen),…
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