Es ist eine besondere Super League-Saison, die Fans und Vereine gleichermaßen erwartet. Die Winterpause kommt ausnahmsweise erst im Dezember und (nach nur 16 statt 18 Runden) am 13. November. Denn nur eine Woche später startet die WM in Katar!
Ebenfalls besonders: Durch den beschlossenen Regimewechsel und die Aufstockung auf zwölf Mannschaften ab der Saison 2023/24 gibt es für einmal keinen direkten Absteiger – dafür aber zwei direkte Aufsteiger. Die Schlusslichter der Super League haben mit zwei Playoff-Spielen gegen den Tabellendritten in der Challenge League noch die Chance, sich an der Spitze zu halten.
Der SonntagsBlick unterzieht die Teams zwei Wochen vor Beginn der finalen Non-Playoff-Saison dem großen Sommertest.
Zürich
Von null auf hundert! Auf den FCZ wartet zum Saisonstart ein monströses Programm: Sechs englische Wochen von Mitte Juli bis Ende August – 13 Spiele in der Super League, der Europapokal-Qualifikation und im Pokal. Auf keinen Fall stolpert der neue Trainer schon früh über seine eigenen Worte: „Ich bin mir sicher, dass wir auch im Winter in Europa noch vertreten sein werden.“ Mit 24 Toren in den bisherigen 4 Spielen ist die Tormaschine gut geölt, aber alle Gegner haben kassiert. Der Nachfolger von Top-Stürmer Assan Cizey fehlt noch – der frisch verpflichtete Ivan Santini (33) nicht. Und dann ist da noch die Willy-Gnonto-Akte, die den Verein bis zum Verkauf des Schmuckstücks in Atem halten wird. Bis zum Saisonstart hat der FCZ noch viel zu tun.
Basel
Der FCB hat offensiv einige Ausrufezeichen auf dem Transfermarkt gesetzt. Grüße von Jean-Kevin Augustin und Zeki Amdouni. Dazu kommen zwei vielversprechende Talente aus Deutschland, Kade und Onigbule. Dahinter gibt es aber noch Baustellen. Auf der linken Abwehrseite reagiert Lyons Hugo Vogel auf den Abgang von Raul Petret. In der Innenverteidigung braucht der FCB aber noch einen soliden Mann. Auch weil Barcas Crack Comas immer noch krank ist und einen großen Teil des Trainings verpasst hat. Klar ist, dass David Degen die Lücke schließen wird. Der FCB-Boss ist zu beschäftigt auf dem Transfermarkt. Die Frage ist, ob alle neuen auf Anhieb auf den Markt kommen. Oder ob die Katastrophe am Ende doch zu groß war.
YB
Bei YB sind nicht mehr viele Steine da, wo sie am Ende der Saison waren. Interimscoach Vanetta wurde blamiert und gnadenlos in die Wildnis geschickt, ebenso wie Co-Legende Gamperle. Es gibt einen neuen Wicky als Trainer und zwei neue Assistenten. Für Head of Sport Spycher wurde die Position des VR-Delegierten Sport geschaffen. Neuer Sportdirektor ist von Bergen, aber als solcher ist er ein Lehrling. Viele Spieler sind zurück wie Nsame und Jankewitz. Ganz neu sind Ugrinic, Itten, Rrudhani und Chaiwa. Suleimani, Faivre, Fernandes sind weg. Auch nicht der Torschützenkönig Sibacheu. Auch Kenga kann/sollte gehen. Und das ein oder andere wird noch kommen. Das nennt man totalen Aufruhr! Die Entthronung des viermaligen Champions hinterließ größere Narben, als sich irgendjemand hätte vorstellen können.
Super League, 1. Runde
Samstag 16. Juli
18:00: YB – Zürich
20.30 Uhr: Winterthur – Basel
Sonntag, 17. Juli
16.30 Uhr: Lugano – Sitten
16.30 Uhr: Servetus – St. Gallen
Hinweis: Das Spiel Luzern-GC wurde von der Liga auf den 10. August (19.00 Uhr) verschoben, weil in der Hinrunde nicht genügend Stadien zur Verfügung standen. In Luzern ist das neue Revier noch nicht fertig und die Toten Hosen spielen am selben Wochenende ein Konzert im Zürcher Letzigrund.
Das 3. Vorrundenspiel zwischen Luzern und Basel (ursprünglich 31. Juli) kann nicht wie geplant stattfinden, da die Polizei keine Genehmigung erteilt hat. Grund ist die gleichzeitig stattfindende Nationalfeier auf dem Europaplatz in Luzern. Der Nachholtermin ist noch offen.
Samstag 16. Juli
18:00: YB – Zürich
20.30 Uhr: Winterthur – Basel
Sonntag, 17. Juli
16.30 Uhr: Lugano – Sitten
16.30 Uhr: Servetus – St. Gallen
Hinweis: Das Spiel Luzern-GC wurde von der Liga auf den 10. August (19.00 Uhr) verschoben, weil in der Hinrunde nicht genügend Stadien zur Verfügung standen. In Luzern ist das neue Revier noch nicht fertig und die Toten Hosen spielen am selben Wochenende ein Konzert im Zürcher Letzigrund.
Das 3. Vorrundenspiel zwischen Luzern und Basel (ursprünglich 31. Juli) kann nicht wie geplant stattfinden, da die Polizei keine Genehmigung erteilt hat. Grund ist die gleichzeitig stattfindende Nationalfeier auf dem Europaplatz in Luzern. Der Nachholtermin ist noch offen.
Lugano
Pokalsieg und Platz vier. Obwohl Mattia Croci-Torti und sein Team erfolgreich waren, hat Lugano mit 2.935 Fans den mit Abstand niedrigsten Durchschnitt in der Superliga. Deshalb ist das Ziel für die neue Saison klar: Lugano muss attraktiver werden. Die Mannschaft ist jünger, ihr Spiel ist schneller und intensiver. Mit FCZ-Protagonist Ousmane Doumbia, Ex-Bayern-Juwel Lucas Mai und GC-Verteidiger Alan Arrigoni haben die Tessiner ihr Spiel am Ball bereits verstärkt. Nun fehlt es noch an Verstärkung in der Offensive: Lugano will einen Flügelstürmer und mindestens einen Stürmer verpflichten. Wenn Zan Celar den Club verlässt, dann zwei. Sportdirektor Carlos da Silva: „Wir wissen, dass Sellar von verschiedenen Vereinen beobachtet wird, aber wir haben noch kein konkretes Angebot auf dem Tisch.“
St Gallen
Mit Kwadwo Duah (25) verlor der FCSG seinen Top-Stürmer aus Nürnberg, die Berner erzielten in der vergangenen Saison 15 Tore in der Liga. Vermutlich geht es um über eine Million Franken für den Angreifer. Als potenziellen Nachfolger holten die Ostschweizer mit Emmanuel Latte Lat (23) einen Stürmer, der zu Atalanta Bergamo gehört, dort aber keinen Durchbruch schaffte. Und zuletzt in der Serie B für SPAL erzielte er in 18 Spielen gerade mal drei Tore. Derzeit bleibt der Sturm die einzige Baustelle für Espen. Da die Achse St. Gallen wird wohl bleiben, die grosse Katastrophe ist nicht zu erwarten. Und mit Randy Schneider (Aarau) und Dauda Guindo (Salzburg) wurden zwei vielversprechende Newcomer verpflichtet. Kurz gesagt: Die Grün-Weißen sind in dieser Saison zu erwarten.
Servet
Genf hatte die längste Sommerpause aller Vereine in der Super League und eine komprimierte Vorbereitung wird eindeutig bevorzugt. Es gibt genug Arbeit. Servette steht am Ende einer Ära dieses Transferfensters. Mit Gaël Clichy wurde noch keine Einigung erzielt. Ob der ehemalige Premier-League-Star seine Karriere um eine weitere Saison verlängern wird, ist noch nicht klar. Castriot Imeri (22) will gehen, aber die Großen aus Europa haben es nicht eilig. Und als Referenz für die Grenats-Verteidigung von 2019 ging Vincent Sasso nach Portugal. Noch nicht abgegoltene Altersvorsorge. Generell ist es um Neuankömmlinge sehr ruhig geblieben. Bisher haben nur der senegalesische Samba Diba und der Deutsche Patrick Pflucke (beide Offensivspieler) unterschrieben.
GC
Nach der Entlassung von Sportdirektor Seyi Olofinjana am 20. Juni wollte der GC eigentlich schnellstmöglich seinen Nachfolger vorstellen. Knapp zwei Wochen später war es soweit: Der ehemalige Nati-Verteidiger Bernt Haas übernahm für Niederhasli. Und auf ihn wartet ein Berg an Aufgaben! Am besten gleich einen treffsicheren Stürmer, Flügelstürmer und Innenverteidiger aus dem Hut zaubern. GC hat weniger Personal als letzte Saison. Und dort kann man den Barrage-Platz schon allein wegen des besseren Torverhältnisses als Luzern meiden. Ein wichtiges GC-Gebäudeobjekt, das nicht mit einer einzigen Signatur repariert werden kann, sind Ventilatoren. In der vergangenen Saison waren es knapp über 5.000. In dieser Saison sollen es noch weniger werden. Dass der Rekordmeister den Zwischenstand der verkauften Dauerkarten nicht preisgeben will, spricht Bände.
Zion
CCs königlicher Neuzugang ist Lindner (FCB), der österreichische Natigoalie, der Fickentscher als Nr. 1 ablöst. Auch in Zion ändert sich wie immer viel. Aber nicht der Trainer. Trametzani hat ein Bleiberecht. Auch wenn CC Zweifel hatte, weil die letzte Saison enttäuschend war – wieder einmal. Doch der CC entschied sich für Kontinuität und setzte damit für Catenaccio anno 2022 fort. Der überproportionierte Kader muss auf Normalgröße reduziert werden. So unter anderem Ndoye, Bamert, Hoarau, Adrian, Berardi, Marquinhos, Fayulu, Martic, Serey Dieu, Tosetti, Teller, Wesley. Mit Lavanchy kommt ein Mentalitätsspieler aus Lugano. Außerdem ab dem 2. Juli drei weitere. Es werden noch ein paar mehr. Wie immer. Es sei denn, der neue Fußballdirektor Pablo Iglesias schafft endlich eine Struktur.
Luzerne
Wieder schwitzen in Luzern! Über den Winter hat Mario Frick mit hartem Training die Weichen für die Aufholjagd in der Rückrunde und den Klassenerhalt gestellt. „Die stärkste Mannschaft der Liga“, wollte er. Das ist jetzt nicht anders. In den ersten Trainingswochen schleift Frick seine Jungs so ab, dass sie nach dem Training sichtbar auf dem Zahnfleisch laufen. „Müde, aber gut“, sagt Samuele Campo lächelnd, wenn er nach seinem Wohlbefinden gefragt wird. Doch nicht nur gute Physik allein dürfte dem FCL endlich wieder eine ordentliche Vorrunde bescheren. In der Defensive dürften die Innerschweizer stabiler stehen – hier ist zumindest mit Verstärkung zu rechnen. Auch die „Differenzspieler“ (Frick) Filip Ugrinich und Marvin Schultz muss Luzern noch ersetzen. Auch deshalb freut sich der FCL über eine weitere Vorbereitungswoche aufgrund der Verschiebung des Erstrundenspiels. Auch für Stürmer Joaquin Ardais (der aus Schaffhausen kam) ist es an der Zeit, sein Fitnessdefizit aufzuholen.
Winterthur
Mit nur 45 Gegentoren stellte der FCW in der vergangenen Saison die beste Defensive in der Challenge League, dennoch sucht der Aufsteiger nach wie vor nach einem möglichst großen Innenverteidiger. Ein paar Meter dahinter Sportchef Oliver…
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