Zweiter Sieg in der Zentralschweiz
Vicky triumphiert in Ennetbürgen
Der Joel-Wiki-Wirbelwind weht noch einmal durch das Sägemehl. Ein blitzschneller Sieg folgt dem nächsten. Um den starken Berner Matthias Eschbacher in Schach zu halten, braucht er allerdings einen genialen Schachzug eines Mitspielers.
Gepostet: 13:50 Uhr
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Aktualisiert: vor 19 Minuten
Am Zentralschweizer Schwingfest wird schnell klar: Wollen die Einheimischen den Sieg in den eigenen Reihen halten, müssen sie Matthias Aeschbacher eliminieren. Immer wieder sorgte der Berner Gast mit seinem furchterregenden Innenhaken für Probleme. Beim ersten Essen begrub der Familienvater den fünffach geborenen Christian Schuler in Sägemehl.
Wie mächtig der Freimaurer ist, erlebte Publikumsliebling Joel Wickie an diesem Sonntag aus erster Hand. Vor dem Mittagessen brachte Aschbacher den Entlebucher mehrfach ins Schwitzen. Mit viel Geschick und einer Prise Dummheit kommt Wicki ungeschoren davon. Nach dem Mittagessen rasten die beiden Top-Favoriten in einem Zug von Sieg zu Sieg. Alles deutet auf ein Wiedersehen im Schlusskurs hin, wäre da nicht Reto Nötzli. Der ISAF-Sieger von 2014, der seine Frau vor wenigen Wochen kirchlich geheiratet hat, beschmiert alles, was ihm in die Finger kommt. Und so stellt sich für den fünften Gang die Frage: Wicki oder Aeschbacher? Wer folgt dem zweifachen Kranzfestsieger im letzten Zug?
Der taktische Trick hilft nur zum Sieg
Eine Trennung braucht Zeit, viel Zeit. Ob der umstrittene endgültige Kursentscheid im Hinterkopf von Stoos zu spüren war, bleibt unklar. Wie beim Bergklassiker werden auch diesmal die Einheimischen bevorzugt. Wicki rückt vor und drückt Nötzli mit einem fehlerfreien Sprung ins Sägemehl. Sekunden später im Interview vor Ort äußerte er die bemerkenswerten Worte: „Ohne mein Team wäre ich nicht der einzige Gewinner des Festivals.“
Alarmwort? Gar nicht! Das Entscheidende passierte Minuten zuvor, als der Entlebucher noch in der Kabine saß und sich langsam auf den Weg zum vielzitierten «Tunnel» machte. Matthias Eschbacher tat sich mit Urs Doppmann zusammen. Die Ausgangslage war klar. Gewinnt der Gast aus Bern mit einer Zehntelnote, sind er und der erste gekrönte Sieger aus Zug 2019 die Sieger, wenn Wicki in der Finalrunde triumphiert.
Ein Szenario, das Doppmann kannte und erfolgreich abwendete. Die Divisionskrone bedient sich eines taktischen Tricks. Mit einer wundersamen Rettungsaktion verhinderte er die platte Rolle. Als das Schlimmste abgewendet war, ließ er sich zu Boden rollen. “Ich wusste um die Ausgangslage”, sagt er nach der Party spitz. Aus der Zehn wurde eine Punktzahl von 9,75. Und aus einem gemeinsamen Festivalsieg wurde ein Ein-Mann-Festivalsieg. Teamwork in Perfektion und Balsam für die angeschlagene Zentralschweizer Seele. Trotz des zweiten ISAF-Sieges ist dies eine Premiere für Wicki. Denn beim ersten Triumph 2018 musste er sich den Sieg teilen. In Russville gab es mit Christian Schuler, Christian Stuckey und Wicky sogar einen Triple-Sieg.
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