“Ich mag Mutationen überhaupt nicht”
Corona-Experte warnt vor neuer Option
Variante Corona BA.2.75 ist auf dem Vormarsch: Im Juni in Indien entdeckt, mittlerweile in sieben Ländern zu finden. Forscher sind besorgt. Denn die neue Variante hat acht Mutationen und kann damit eine neue Infektionswelle auslösen.
Gepostet: 15:37 Uhr
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Aktualisiert: vor 16 Minuten
Ursprünglich in Indien entdeckt, wurde es inzwischen in sieben Ländern entdeckt, darunter auch in Deutschland. Die im Juni entdeckte Corona BA.2.75-Variante breitet sich rasant aus und bereitet Forschern schlaflose Nächte, berichtet “Focus”.
Die Variante ist hoch ansteckend. Und: weist erschreckend viele Mutationen auf. „Noch bevor wir mit der BA.5-Welle fertig sind, müssen wir uns möglicherweise auf die nächste vorbereiten“, sagte Molekularbiologe Ulrich Elling von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften gegenüber Focus. Auch in der Schweiz steigt die Zahl der Coronaviren seit März stetig an. Unter anderem, weil die dominante Variante BA.2 die bisherige omicron-Mutation BA.1 ersetzte.
Das beunruhigt den Biologen. „Mir gefallen die beobachteten Mutationen überhaupt nicht“, sagt Elling. In Deutschland ist derzeit die Variante omicron BA.5 vorherrschend. Dies könnte sich jedoch mit BA.2.75, das auf dem Vormarsch ist, stark ändern.
Schnelle Zahlen in Griechenland
Im Vergleich zum Vorgänger BA.2 weist die neue Variante acht Mutationen im Spike-Protein auf. Es kann sogar zu einer neuen Infektionswelle kommen. Im Vergleich dazu wies der Vorgänger BA.2 nur drei Mutationen auf.
BA.2.75 macht derzeit jedoch einen geringen Anteil der Infektionen aus. Daher kann noch nicht abgeschätzt werden, welche Auswirkungen die Variante auf die Pandemie haben wird.
Unterdessen explodieren die Zahlen in Griechenland. Überall in touristischen Hotspots steigen nun wieder neue Corona-Infektionen. Experten zufolge gibt es aber auch Positives zu berichten: Trotz steigender Infektionszahlen war auf den Intensivstationen bisher nicht mehr los.
BAG intensiviert Abwassermonitoring
Und in der Schweiz nehmen die Infektionen seit Mitte Juni stark zu. Die Bundesregierung macht sich darüber keine Sorgen. Die Atmosphäre in den Krankenhäusern und besonders auf den Intensivstationen ist ruhig. «Die Situation ist stabil», sagte Celine Gardiol, Leiterin der Abteilung Infektionsschutz und Impfprogramme beim Bundesamt für Gesundheit (BAG), am Dienstag. Trotz der hohen Fallzahlen und der gestiegenen Positivität ist die Situation nicht alarmierend.
Unabhängig davon sagt die Bundesregierung, dass in den kommenden Wochen und Monaten erhöhte Wachsamkeit geboten ist. Das BAG stellt den Kantonen die notwendigen Informationen zur Verfügung. „Wir haben die Abwasserüberwachung intensiviert“, sagte Guardiol. Mittelfristige Prognosen bleiben jedoch schwierig.
Die Genfer Virologin Isabella Eckerle (42) empfiehlt angesichts der wachsenden Zahl Corona-Massnahmen wie das Tragen einer Maske. Denn: „Mindestmaßnahmen können die Inzidenz reduzieren und so die Folgen der Krankheit verhindern“, schrieb sie auf Twitter. An zusätzlichen Maßnahmen führt kein Weg vorbei. „Entweder gibt es wieder behördliche Einschränkungen, oder das Virus sorgt für Einschränkungen, weil zu viele Menschen gleichzeitig erkrankt sind.“ (dzc)
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