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VICTORIUS – Dinosaur Warfare Pt.2 – Der große Ninja-Krieg

Jemand bei Napalm Records, Österreichs Bestem für die verrücktere Brut der Heavy-Musik, hat sich wahrscheinlich gefragt, wie weit man gehen kann. Die schnelle Antwort von VICTORIUS war wahrscheinlich ein einfaches „JA!“, also hat das Saxophon Dinos (von der EP „Dinosaur Warfare – Legend Of The Power Saurus“) und Ninjas (vom vorherigen Album „Space Ninjas From Hell“) für ihr neues Werk zusammengebracht in ein abgedrehtes Fantasy-Universum, kotzte im LSD-Gelage aufs Cover, erfand die kuriosesten Songtitel und verschönerte das Ganze dann noch mit jeder Menge Refrains, Bombast und musikalischer Zuckerwatte. Zusammengenommen führt dies zu „Dinosaur Warfare Pt.2 – The Great Ninja War“. Und wissen Sie was – es ist großartig! (Außer du bist der musikalische Typ, der mit einem echten Holzstab im Arsch vortäuscht, dann solltest du zur Rettung deiner Seele, sorry, Spoiler, besser sofort aufhören zu lesen, dich von diesem Album fernhalten und in Ziegen baden Blut!)

Alle anderen können jetzt den Party-Modus anwerfen und die Non-Stop-Hymnen und Popkultur-Referenzen wie Schnitzel genießen. Wenn „Saurus Invictus Lazerus“ eröffnet, „Victorious Dinogods“ loslassen und lässig die Titelmelodie von „Jurassic Park“ in der Bridge zitieren, dann bleibt kein Auge von der Bühne trocken. Auch „Mighty Magic Mammoth“ füllt eine ähnliche Lücke, glänzt aber vor allem mit seinem wunderbar plumpen Animationsvideo, das ihm in seiner übertrieben epischen Schamlosigkeit Freudentränen in die Augen treibt. Das Eröffnungstrio rundet das eingängige „Jurassic Jetfighters“ ab, eine Nummer, die durchaus aus der Blütezeit von STRATOVARIUS stammen könnte.

Wer denkt, VICTORIUS hätte schon seine Waffe abgefeuert, der irrt – aber er ist es! Das frische „Dinos and Dragons“ zaubert mit seiner übertriebenen Fröhlichkeit das nächste Lächeln ins Gesicht – ähnlich wie all die übertriebenen souligen Hymnen, die das Album zu bieten hat, wie „Triceps Ceratops“ oder das jenseitige Spiel von gut und böse “Shadow Of The Shinobi”, der dir einfach im Flug den Highspeed-Zuckerschock des Jahres beschert. Zwischen Vollgas-Hymnen drosseln VICTORIUS wie bei „Night Of The Nuclear Ninja“ auch gerne mal das Tempo ein wenig, um den epischen Momenten genügend Raum zu geben, was beispielsweise bei „Katana Kingdom Rising“ zu einem extrem schnellen Ohrwurm führt Refrain oder mit rockiger Fanfare in „Powerzord“ gefeiert.

Ich habe keine Ahnung, was VICTORIUS rauchen, aber es muss verdammt gutes Zeug sein, etwas so verrücktes und gleichzeitig so musikalisch starkes herauszubringen! Vielleicht ist ja schon alles in Zuckerwatte gesagt, aber „Dinosaur Warfare Pt.2 – The Great Ninja War“ setzt einfach ein Ausrufezeichen unter alles, was man denken und spielen kann. Erlebter Eskapismus in seiner reinsten Form, Spaß und Ausgelassenheit, in Noten gegossen und zum ungezügelten Konsum präsentiert!

Ich hasse es, wenn Inflationshöchststände herumgeworfen werden. Da aber der nicht minder eskalierte Vorgänger „Space Ninjas From Hell“ von mir getrennt wurde, kann und soll er nicht hierher zurückkehren. Gönnen Sie sich den Robbenzieher, lassen Sie das Erwachsenenalter hinter sich und tauchen Sie ein in dieses knallbunte Universum aus Ninjas, Dinosauriern, Mammuts und Drachen! Ich glaube, es gibt auch irgendwo einen Hai und etwas, das einen Laserstrahl auf die Galaxie schießt. Vielleicht stampft ein Mammut durch die Kreuzung und – Shuriken! BEDECKE ES!

Pop!

…Oh

Sie müssen nicht mehr Substanzen werfen…

WIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII Jahre

MANOWAR heulen leise. Joe Di Maio stürzt sich aus dem Kellerfenster.

Es wäre nett…