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Nationalrat: Verschärfung des Parteiengesetzes

Die SPÖ ermöglichte in parteirechtlichen Fragen die notwendige Zweidrittelmehrheit – Klub-Vize Jörg Leichtfried sah viele rote „Kernforderungen“ aus den Verhandlungen erfüllt, darunter die künftige Wahl des Leiters des Rechnungshofs mit Zweidrittelmehrheit. Dazu gehört auch die Stärkung des National Special Tests Council, der es der Opposition ermöglichen soll, künftig RH-Tests zu initiieren.

Hinsichtlich des materiellen Teils des Gesetzes gebe es Bedenken, sagte Leichtfried. Deshalb werden wir dagegen stimmen. Leichtfried kündigte zudem eine Novelle an, die eine nachträgliche Legalisierung von Straftaten verhindern und die Verjährung verkürzen soll.

NEOS findet ungeschlossene Lücken

Auch der stellvertretende Vorsitzende des NEOS-Clubs, Nikolaus Sterak, wies auf einige Gesetzeslücken hin. Schließlich hält Pinken den Bau von Umgehungsstraßen für möglich. Im „Ibiza-Video“ sprach Ex-FPÖ-Chef Heinz Christian Strache solche Konstruktionen an, Scherak mahnte: „Und diese Lücke bleibt offen.“

Debatte

Parteienrecht: Wie kann Kontrolle erhöht werden?

Parteiverbände, die der Partei nicht satzungsgemäß angeschlossen sind, haften nicht. „Damit wird das ganze Parteiengesetz ad absurdum geführt“, betonte Scherak, da der oberösterreichische NGO-Verband der Senioren rechtlich nicht mit der ÖVP verbunden ist. Der von den Regierungsparteien angekündigte Beschlussvorschlag zur Klärung dieser Frage ist für Šterak unzureichend, nämlich „Vertagung für den ewigen Tag“. Stattdessen reichte NEOS seinen Änderungsantrag ein, der keine Mehrheit fand.

FPÖ lehnt ab

Die FPÖ war komplett dagegen, da der Gesetzesentwurf den zuletzt bekannt gewordenen Praktiken keineswegs ein Ende setzt. Es gibt noch ein großes Schlupfloch. Keinesfalls könne man von „transparenten Parteikassen“ sprechen, sagt Fürst: „Ganz im Gegenteil.“ Mit dieser Novelle dürfen angeschlossene Vereine unbegrenzt Beträge an die Partei zahlen, das bleibe RH verborgen, sagt Fürst.

Genau das tat der Vorsitzende des Grünen-Klubs Maurer als absurd ab. Natürlich muss jede einzelne Zahlung ausgewiesen werden und unterliegt selbstverständlich der Kontrolle durch die RZ. Mit “dem schärfsten Parteiengesetz, das die Republik je hatte” werde die Transparenz “massiv erhöht” und die Dokumentationspflicht “massiv ausgeweitet”. Auch die Offenlegungspflichten sind viel umfassender als früher.

ÖVP: Garantierter “fairer Wettbewerb” zwischen den Ländern

Der gleiche Dank kam vom ÖVP-Abgeordneten Andreas Ottenschläger. Die wesentlichen Forderungen der Opposition wurden akzeptiert. Es zeige, „dass wir versucht haben, einen breiten Konsens herzustellen“. Experten würden auch die “vollständige Neuordnung der Parteikontrolle” loben. Damit soll künftig ein „fairer Wettbewerb“ zwischen den Ländern sichergestellt werden.

Neben dem Prüfungsrecht des Rechnungshofs bei „begründetem Verdacht“ auf einen Verstoß gegen das Parteiengesetz und der Wahl des Vorsitzenden des Rechnungshofs mit Zweidrittelmehrheit müssen nun auch die Parteien ihre Stellungnahme abgeben Vermögen und Schulden. Wahlkampfausgaben werden sechs Monate nach der Wahl aufgeschlüsselt.

Teile der Pflegereform sind beschlossen

Mit den Stimmen der Regierungsparteien und der FPÖ hat der Nationalrat am Donnerstag Teile der Pflegereform auf den Weg gebracht. Der Verabschiedung von Teilen des Care-Pakets ging eine lebhafte Debatte voraus. Kritik gab es von der Opposition. ÖVP und Grüne lobten das Paket als „größte Reform seit Jahrzehnten“.

Die relative Bonusauflösung wurde vorerst entfernt. Für pflegende Angehörige, die ihre Erwerbstätigkeit aufgegeben haben oder als pflegende Angehörige versichert sind, wurden zunächst 1.500 Euro pro Jahr bereitgestellt. Voraussetzung ist der Bezug von Pflegegeld mindestens in der vierten Stufe.

Der Nationalrat beschließt Pflegereform

Um den Pflegeberuf attraktiver zu machen, gibt es bis Ende 2023 einen Lohnzuschuss in Form von monatlichen Zulagen für Pflegekräfte, Haushaltshilfen und Menschen in der Pflege von Menschen mit Behinderungen.

Da nun der Kreis der Empfänger erweitert werden soll, darunter auch Rentner, fällt die entsprechende Entscheidung erst im Herbst. Eine Initiative als parlamentarischer „Starter“ sorgt dafür, dass die revidierte Resolution im September verabschiedet werden kann.

Lob und Kritik für das Care-Paket

Insgesamt hat die SPÖ dem Care-Paket keine guten Spuren hinterlassen: Es sei weder eine große Reform noch eine Offensive für nachhaltige Bildung, so Sozialsprecher Josef Muchic. Geht es nach dem Willen des FPÖ-Abgeordneten Gerhard Kaniak, müssten sich die Koalitionsparteien mehrere Monate Zeit nehmen, um richtig einzuschätzen.

Allerdings würdigte Kaniak Sozialminister Johannes Rauch (Grüne) „für die Übernahme“, obwohl Verfahren und Inhalt einige Kritik hervorriefen. NEOS-Treuhänderin Fiona Fiedler kritisierte die Pflegegeldanpassungen, die den Pflegepersonen nicht helfen. NEOS forderte auch eine Kostenanalyse im Pflegebereich an.

Ganz anders die Regierungsparteien: „Dieses Paket ist riesig und genau das, worauf Jahrzehnte gewartet haben“, sagte Sigrid Maurer, Vorsitzende der Grünen. ÖVP-Klubobmann August Wöginger betonte das Volumen von rund einer Milliarde Euro.

Impfung abgeschafft

Die erst Anfang Februar eingeführte und vor kurzem ausgesetzte Impfpflicht ist Geschichte. Der einstimmige Beschluss machte dies möglich. Sozialminister Rauch begründete das Ende der Impfpflicht mit “ganz anderen Auflagen” als bei ihrer Einführung. ÖVP-Mandat Josef Klein verwies auch auf die weniger tödliche Variante Omicron, Immunisierung durch Impfung und die Verfügbarkeit von Medikamenten.

Von der Impfpflicht wird auch die Opposition nicht abrücken. Zumindest was die Impfpflicht betrifft, gehe der Patzer der Regierung zu Ende, sagte SPÖ-Gesundheitssprecher Philipp Kucher. Neben seiner eigenen Partei dankte der FPÖ-Mandant Kaniak auch den “Demonstranten gegen das ungerechte Gesetz”, die die Entscheidung ermöglicht hätten.

Einen Ausgleich für die allgemeine Inflation gibt es laut Rauch nicht

Sozialminister Rauch sagte in der Vorfragestunde, er wolle trotz der enormen Inflation zumindest bei den kleinen und mittleren Renten die Teuerung ausgleichen. Dabei sei zu bedenken, dass die Preise bei niedrigen Einkommen besonders hoch seien, sagte er am Donnerstagvormittag in der Fragestunde.

Ob es insgesamt einen vollen Inflationsausgleich geben werde, ließ er angesichts der anstehenden Verhandlungen offen. Die Renten werden laut Rauch die Inflation von acht bis zehn Prozent auf Dauer nicht vollständig kompensieren können. Dies ist nicht verfügbar.

FPÖ „drängt“ auf Asylpolitik

Die FPÖ richtete eine Eilanfrage an Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) zur Asylsituation. Bei der „Belastung“ pro Kopf stehe Österreich nun hinter Zypern an zweiter Stelle, empört sich FPÖ-Sicherheitssprecher Hannes Amesbauer. Carner räumte eine „Belastung“ ein. Bis Juni dieses Jahres gab es etwa 31.000 Asylanträge. Das ist eine Steigerung von 185 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum im Jahr 2021. Kritik an der FPÖ kam von Grünen, SPÖ und NEOS.

Ausgeschlossen für Volllaminatböden

Das Ende der Vollspaltenböden im Schweinestall wurde abgedichtet. Ab dem kommenden Jahr sind sie für Neubauten oder Sanierungen verboten. Das endgültige Ende steht jedoch erst 2040 fest.

FPÖ-Mandat Peter Schmidlechner nannte die Tierschutzmaßnahmen “Politik der Dummköpfe”. SPÖ-Mandarin Cornelia Ecker zeigte sich darüber “irritiert”. Außerdem ist es mit cleveren Ausnahmen möglich, die Stockwerke weit über 2040 hinaus zu nutzen. NEOS-Abgeordnete Katarina Werner spricht von einem schlechten Witz.

Für die Grünen sagte die Abgeordnete Olga Foglauer, der Ausbau der Vollspaltenböden sei ein “Meilenstein”. Für den ÖVP-Bauernbund betonte dessen Obmann Georg Strasser, dass Übergangsfristen Transformation ermöglichen.

Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig (ÖVP) sagte zu der Entscheidung: „Wir kündigen das Ende der Vollgitterkäfige an. Im Sanierungs- und Neubaubereich sind sie ab 2023 verboten. Das ist für viele Landwirte eine große Herausforderung. Aber das ist der richtige Weg.“