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DIE ECHTEN GEWINNER – Forbes

10. Juli 2022

Mit einem Gesamtumsatz von 63,7 Millionen Franken pro Jahr ist Swiss Casinos eines der grössten Casinounternehmen der Schweiz. Ab 2019 können Swiss Casinos ihre Glücksspiele auch online anbieten. Das Geschäft boomt – nicht zuletzt, weil Swiss Casinos CEO Mark Baumann das Marktpotenzial ausschöpfen will und die Spieler immer wieder mit innovativen Ansätzen überrascht.

Grelle Lichter, schrille Geräusche. Die fröhliche Stimme eines elegant gekleideten Croupiers hinter dem Roulettetisch begrüßt alle Spieler, die den Raum betreten. Dann wirft sie eine kleine Kugel aus Elfenbein in einen sich drehenden Kessel. Es sind Hunderte von Spielern in der Halle, die alle auf einen großen Gewinn hoffen. Die Spannung steigt. Schließlich bleibt die Kugel bei 36 stehen. Der Croupier gratuliert den Gewinnern Black Bard, Vickie009, Baran123 und vielen anderen – die alle den virtuellen Roulettetisch mit einem Gewinn von mindestens 500 € bis 2000 € verlassen.

Live-Gaming ist vielleicht eine der größten Innovationen in der E-Casino-Branche in den letzten zehn Jahren. Ein virtueller Casino-Spieltisch wird von einem echten Croupier betrieben, wobei mehrere Kameras und Sensoren rund um den Tisch das Spiel einrahmen und es den Spielern ermöglichen, online zusammen zu spielen. Außerdem können die Spieler mit den Croupiers und anderen Spielern chatten. Ob morgens um 8:30 Uhr auf dem Weg zur Arbeit oder kurz nach dem Abendessen, das Live-Casino ist die perfekte Unterhaltung.

Im vergangenen November lancierte Swiss Casinos zusammen mit dem britischen Gaming-Software-Hersteller Playtech den ersten Schweizer Online-Roulette-Tisch für alle Spieler mit Wohnsitz in der Schweiz. „Wir versuchen, uns mit innovativen Produkten vom Wettbewerb abzuheben. Wir waren die ersten in der Schweiz, die das Live-Feature eingeführt haben. Wir haben auch eine Swiss Poker Championship und Jackpot-Spiele online eingeführt. Mit unserer neuen ‚Gambling Night Show‘ im TV haben wir ein völlig neues Format lanciert“, sagt Mark Baumann, CEO von Swiss Casinos.

Dass die Leute gerne und oft spielen, ist nichts Neues. Sie begannen lange vor der Geburt des Internets – schon im alten China, wo das Glücksspiel auf Kacheln entdeckt wurde, oder in Ägypten, wo die ältesten bekannten Würfel entdeckt wurden. Als sich das Glücksspiel ausbreitete, verbesserte sich seine Organisation und Regulierung: Die ersten Kasinos oder Kasinos entstanden im 17. Jahrhundert in Italien, und von dort aus verbreiteten sich die Spielhallen im 19. Jahrhundert in ganz Kontinentaleuropa.

Ende der 1970er Jahre gründete der Schweizer Glücksspielunternehmer Hans Jäcklin die Swiss Casinos AG. Als er sie im Jahr 2000 an Phonaks Hauptaktionär Hans-Weli Riches verkaufte, gründete er die Nachfolgegesellschaft Swiss Casinos Holding AG. Heute hat Swiss Casinos vier Häuser im ganzen Land: in Zürich, Pfäffikon, St. Gallen und Schaffhausen. Ein weiteres soll 2025 in Oftringen eröffnet werden – sofern die Konzession erfolgreich vergeben wird.

Als eines der ersten Casinos in der Schweiz hat Swiss Casinos 2019 sein Angebot im digitalen Bereich ausgebaut. Auslöser dafür war die Neufassung des Schweizerischen Glücksspielgesetzes (BGS): «Das war ein wichtiger Schritt für die Schweiz bei der Liberalisierung des Glücksspielmarktspiele, damit lizenzierte Anbieter ihre Dienste ab dem 1. Januar 2019 online anbieten können”, sagt Swiss-Casinos CEO Baumann.

Online Casino ist ein Phänomen, das erstmals 1994 ausprobiert wurde. Es hat in Europa erst in den letzten zehn Jahren an Dynamik gewonnen und ist heute ein boomendes Geschäft. Die Größe des globalen Marktes für Online-Casinos betrug im Jahr 2021 rund 67,7 Milliarden Euro – es wird erwartet, dass er bis 2027 auf satte 123 Milliarden Euro anwachsen wird. Auch in der Schweiz zeigt sich deutlich, dass der Trend zu virtuellen Spielen geht: 234,4 Millionen Franken wurden 2021 als Bruttoumsatz mit Spielen verbucht.

Das Online-Segment von Swiss Casinos hat sich in den letzten drei Jahren recht schnell etabliert – mittlerweile stehen über 100 Spiele zur Auswahl: ein bunter Mix aus klassischen Spielen wie Online-Poker und -Roulette, Online-Blackjack und Online-Slots. Der größte Teil des Gaming-Spektrums kommt vom britischen Gaming-Software-Hersteller Playtech; dies generierte 2021 einen Umsatz von 1,2 Milliarden Euro. Zu den weiteren E-Gaming-Anbietern gehört der österreichische Spieler Novomatic mit einem Jahresumsatz von 1,8 Milliarden Euro.

Obwohl Swiss Casinos in vielen Dingen Vorreiter ist, liegt das Unternehmen beim Verkauf von Online-Casinos auf Platz zwei – denn Marktführer im Markt der elektronischen Casinos in der Schweiz ist mycasino.ch, das Online-Casino der Grand Casino Luzern Gruppe, das wird Eröffnung 2021. knapp 74 Millionen Franken. An zweiter Stelle steht swisscasinos.ch mit 63,7 Mio. CHF, gefolgt von der Stadtcasino Baden Gruppe (jackpots.ch) mit 44 Mio. CHF.

Doch nicht einmal die Hälfte dieser hohen Einnahmen bleibt in den Spielbanken selbst. In der Schweiz werden Spielbanken seit Inkrafttreten des BSG im Jahr 2019 doppelt besteuert: einerseits durch eine Spielbanksteuer von 40 bis 80 %, andererseits durch Körperschaftsteuer. Bis heute haben die Schweizer Casinos insgesamt 7 Milliarden Schweizer Franken an Casinosteuern an die AHV und die Kantone abgeführt.

Aber Casinos fördern nicht nur das Gemeinwohl, sondern auch die Spielsucht unter den Spielern. Eine Studie der Eidgenössischen Spielbankenkommission (ESBK) zeigt, dass 2,8 % der Schweizer ein risikoreiches Spielverhalten und 0,2 % ein pathologisches Spielverhalten aufweisen. Mit diesen Zahlen liegt die Schweiz im internationalen Durchschnitt, allerdings stammt die Studie aus dem Jahr 2017 – zwei Jahre bevor Online-Casinos erstmals in der Schweiz zugelassen wurden.

„Wir sind verpflichtet, eine Sperre auszusprechen, wenn wir glauben, dass ein Gast über seine finanziellen Möglichkeiten spielt. Deshalb prüfen wir oft die Gehaltsabrechnungen und Betreibungsunterlagen der High-Stakes-Gäste“, sagt Baumann. Aktuell gibt es in der Schweiz 70’000 Spielunterbrechungen pro Spiel.

Ungebannten Spielern soll immer wieder etwas Neues geboten werden: „Virtual Reality in elektronischen Casinos ist sicher eine Möglichkeit, Spielern etwas Neues zu bieten. Hier wollen wir die Möglichkeiten in einem Trial-and-Error-Prozess testen und so flexibel bleiben.“ Experten gehen davon aus, dass verschiedene technologische Fortschritte wie die Entwicklung von Virtual-Reality- und Blockchain-Tools einerseits und das Aufkommen des Bitcoin-Glücksspiels andererseits dazu führen werden fahre in zukunft weiter.

Mark Baumann… ist diplomierter Betriebsökonom und seit 2017 CEO der Swiss Casinos Gruppe. Davor war er drei Jahre Verwaltungsrat der Swiss Casinos Zürich AG.

Nyla Baldwin, Redakteurin und Redakteurin unter 30