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Robert Habeck zur Gaskrise: „Atomenergie wird uns überhaupt nicht helfen“

Deutschland Habeck über die Gaskrise

„Wärme- und Stromproblem, kein Stromproblem. Atomkraft wird uns überhaupt nicht helfen.”

Stand: 14:16 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

So will Robert Habeck die Gasversorgung in Europa sichern

Angesichts der bevorstehenden Gaskrise wollen Österreich und Deutschland ihre Zusammenarbeit verstärken. Hier können Sie die Rede von Wirtschaftsminister Robert Habeck zur geplanten Zusammenarbeit und Versorgungssicherheit in Deutschland verfolgen.

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Deutschland und Österreich wollen künftig noch enger in Fragen der Gasversorgungssicherheit zusammenarbeiten. Wirkliche Unabhängigkeit und ein Ende der Erpressung werden laut Wirtschaftsminister Robert Habek erst später erreicht.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) und Österreichs Energieministerin Leonore Gevesler (Grüne) haben nach gemeinsamen Gesprächen eine Solidaritätsvereinbarung zur Energieversorgung unterzeichnet. „Autonomie haben wir nur, wenn wir unabhängig von russischen Energielieferungen sind“, sagte Gevesler am Dienstag in Wien. “Dieses Ziel können wir nur gemeinsam erreichen.” Denn bei der Energieversorgung sind wir in Europa aufeinander angewiesen.

Zu den drei Kernpunkten des Abkommens gehören Transitrechte, damit sich Österreich und Deutschland bei Gasengpässen auf eine gegenseitige Versorgung verlassen können. Zudem ist die Mitbenutzung des Erdgasspeichers geregelt. Österreich verfügt über große Speicherbasen, die auch als Puffer für Deutschland dienen können.

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Der dritte Punkt des Abkommens betrifft die Diversifizierung der Erdgasversorgung. Als Binnenstaat könnte Deutschland LNG-Terminals bauen, was Österreich aufgrund seiner geografischen Lage verwehrt bleibt. Allerdings forderte Gewessler österreichische Unternehmen auf, sich an entsprechenden Ausschreibungen zu beteiligen.

„Kein Land ist allein stark genug“

Laut Wirtschaftsminister Habek müssen wir neben den Vereinbarungen zur Versorgungssicherheit mit Erdgas künftig noch viel mehr über erneuerbare Energien sprechen. “Wahre Unabhängigkeit und ein Ende der Erpressung werden wir nur erreichen, wenn wir die erneuerbaren Energien ausbauen”, sagte Habeck in Wien. “Wir brauchen sie für stabile Preise und für eine gute und sichere Klimazukunft.”

Kernenergie sieht Habek nicht als echte Alternative: „Wir haben ein Problem mit der Heizung und mit der Versorgung, nicht mit dem Strom. Und Atomenergie hilft uns überhaupt nicht.”

Die Gesellschaft hat sich zu lange in einer Welt vorgestellt, in der alle Fragen beantwortet sind. „Hätten wir vor zehn Jahren mit den Maßnahmen der letzten zehn Wochen begonnen, wären wir in einer anderen Situation.“ Erst jetzt zeige sich, wie abhängig wir sind.

Privathaushalte müssen “ihren Anteil zahlen”

Bei seinem Besuch in Wien stellte Habek auch den Vorrang der Verbraucher vor der Industrie bei Gasknappheit in Frage. Auch private Haushalte müssten “ihren Anteil zahlen”, sagte Habek am Dienstag. Denn eine “dauerhafte oder langfristige Störung der industriellen Produktion” hätte “weitreichende Folgen” für die Versorgungslage.

„Die europäische Notgasverordnung sieht vor, dass kritische Infrastrukturen und Verbraucher geschützt werden, Industrie und Wirtschaft jedoch nicht“, erklärte der Wirtschaftsminister. Dies ist sinnvoll bei kurzfristigen und regionalen Problemen, wie beispielsweise einem Kraftwerksausfall. “Und dann sagen sie, naja, wir reiten das mit kurzfristigen Job Benefits für die Industrie aus und beheben das später, aber niemand soll eingefroren werden.”

„Aber das ist nicht das Szenario, das wir jetzt haben“, sagte Habeck. „Wir sprechen wahrscheinlich von einer monatelangen Unterbrechung des Gasflusses.“ Deshalb müssen wir umdenken und an diesem Thema arbeiten.

Allerdings sei man der aktuellen Situation nicht hilflos ausgeliefert, sagte Habek: „Wir können immer gegensteuern. Wir sind auf die Szenarien vorbereitet.“ Die europäische Zusammenarbeit ist jetzt zentral, weil kein Land allein stark genug ist.

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