Diese letzte Ruhestätte mit rund 1.500 Gräbern wurde von der Friedhofsstiftung 2014 bis 2020/21 in mehreren Etappen saniert, von der Fachplanung über die Ausführung, Räumung und Generalplanerleistungen bis hin zur statischen Sanierung der Gräber.
Die Stadt Graz will die Versorgung verstärken
Eli Rosen, Präsident des Kulturrats der jüdischen Gemeinde, hoffte, dass die Show dazu beitragen würde, das Bewusstsein für das historische Erbe des Friedhofs zu schärfen. Er betonte auch die Bedeutung der Zusammenarbeit mit der Stadt Graz: „Auf jeden Fall ist das Bewusstsein für die Notwendigkeit der Unterstützung bei der Pflege des Friedhofs vorhanden.“
APA/KATHARINA DOLESCH Jüdischer Friedhof in Graz für 1,1 Millionen Euro saniert, um 1.500 Gräber zu umfassen
Bürgermeisterin Elke Karr (KPÖ) freute sich über den Erfolg der gemeinsamen Anstrengung und sprach über die Zukunft des Friedhofs: „Von Seiten der Stadt Graz haben wir uns verpflichtet, den Pflegerhythmus zu erhöhen – darüber wurde auch mit diskutiert Holding Graz. Dazu gehört nicht nur der Rasen, sondern auch die Pflege der Bäume, die Bepflanzung des Grabsteins selbst und vieles mehr.“ Bisher hat das Militärkommando Steiermark den Friedhof immer wieder mit Rekruten und älteren Soldaten betreut.
Der Friedhof als “moderner Zeuge”
Nationalratsvorsitzender Wolfgang Sobotka (ÖVP) war bei der Eröffnung in Graz anwesend und betonte die lange Geschichte der Mosaikgemeinde: „Jüdisches Leben gibt es in Österreich schon sehr lange. Aber warum gab es damals keinen Friedhof?”, fragte der Nationalratsvorsitzende die Anwesenden und konzentrierte sich auf den grassierenden Antisemitismus. Landespräsidentin Manuela Khom (ÖVP) betonte die mit dem Friedhof verbundene Geschichte: „Er ist auch Teil der stillen Neuzeit, ein moderner Zeuge.“
1.500 Gräber auf einer Fläche von 14.000 Quadratmetern
Bewirtschaftet wird der Friedhof von der Jüdischen Gemeinde Steiermark, Kärnten und Südburgenland mit rund 130 Mitgliedern. Derzeit befinden sich darin etwa 1.500 Gräber auf einer Fläche von etwa 14.000 Quadratmetern. Aus Sicherheitsgründen ist der Friedhof nicht öffentlich zugänglich. Sie kann jedoch mehrmals im Jahr im Rahmen von Führungen oder im Rahmen des Bildungsprogramms der Jüdischen Gemeinde besichtigt werden. Auch Einzelpersonen können die Gräber besichtigen – nach vorheriger Anmeldung bei der Israelitischen Kultusgemeinde Graz, Vorlage eines Lichtbildausweises und Unterzeichnung eines Sicherheitsmerkzettels.
Prominente haben hier ihre letzte Ruhestätte gefunden
Zu den bedeutendsten Persönlichkeiten, die auf dem Jüdischen Friedhof in Graz beigesetzt wurden, gehören der langjährige Grazer Rabbiner Samuel Mussam (1838-1907), der (Mit-)Gründer des berühmten Kaufhauses Kastner & Öhler, Hermann Öhler (1847-1918). ). ) und der Stadtbaumeister Alexander Zerkovits (1860-1927). Mehrere Massengräber erinnern an jüdisch-ungarische Zwangsarbeiter der Todesmärsche, die im März/April 1945 von den Nationalsozialisten ermordet wurden.
Der Friedhof wurde 1864 angelegt und 1901 erweitert, damals noch außerhalb der Stadtgrenzen. Zuvor wurden die Toten der jüdischen Gemeinde auf dem nächstgelegenen jüdischen Friedhof in Güssing im Burgenland beigesetzt. 1910 baute der Stadtbaumeister Zerkowitz eine Kuppel für den Grazer Festsaal. Während der Novemberpogrome 1938 wurde der Festsaal zerstört und 1991 wieder aufgebaut.
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