Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs eines wehrlosen Mannes gegen fünf obdachlose Männer aus Afghanistan häufen sich. Sicherheitsminister Christian Gantner (ÖVP) betont, dass es Null-Toleranz gegenüber asylsuchenden Kriminellen gebe. Wer eine schwere Straftat begeht, muss sich der vollen Härte des Gesetzes stellen und notfalls auch abgeschoben werden.
Gantner lobte die Polizei. Dank ihr sitzen die fünf Verdächtigen nun in Untersuchungshaft. Unterdessen fordert die Freiheitliche Partei von Gantner Antworten zu den Misshandlungen in Bludenz und wie die Bevölkerung vor asylsuchenden Kriminellen geschützt werden kann.
Missbrauchte Frau: Fünf Männer in Haft
Später kamen Verdachtsmomente auf
Der Vorfall ereignete sich bereits im Februar, doch erst jetzt wurden die Angeklagten festgenommen. Ein Caritas-Mitarbeiter wurde von einem anderen, durch den Lärm gestörten Mieter auf das Trinken aufmerksam und rief die Polizei, um die verbotene Party aufzulösen: Alkohol wurde in der Lodge verboten, auch für Afghanen wurde der Besuch verboten. Der Verdacht auf sexuelle Gewalt entstand jedoch erst in dem Krankenhaus, in das die Frau aufgrund ihres Zustands eingeliefert wurde.
Der Vorfall Bludenz zieht weiterhin Kreise
Caritas wusste nur von der Alkoholproblematik
„Wir kannten diesen Vorfall gar nicht und es gab diese Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs“, sagt Caritas-Leiter der Flüchtlingshilfe Bernd Klish: „Wir konnten nur auf das reagieren, was wir wussten: Wir wussten, dass wir ein Alkoholproblem hatten. Wir wussten, dass wir psychisch kranke und ernsthaft psychisch kranke Menschen dort unterbrachten. Darauf haben wir reagiert, wir haben sehr konsequent reagiert, mit ganz unterschiedlichen Maßnahmen.
Gegen die Verdächtigen wurde ein Besuchsverbot verhängt
Man habe versucht, professionelle Maßnahmen in der Pflege zu ergreifen, so Klish: „Wir glauben auch, dass wir Erfolge erzielen konnten. Erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass zwei unserer Kunden wegen dieses Vorfalls festgenommen und wegen sexueller Übergriffe auf eine Frau angeklagt wurden. Wir haben damals bei diesem Vorfall nur mitbekommen, dass es Personen gab, denen der Besuch eindeutig untersagt war“, sagt Clich: „Darauf konnten wir reagieren. Bisher wissen wir nichts über den grausamen Vorfall.
Zu Gast im Atelier Bernd Klish, Leiter der Caritas für Flüchtlingshilfe
Das Alkoholverbot ist schwer durchzusetzen
In Vorarlberg werden nur drei Flüchtlingsunterkünfte rund um die Uhr betreut. Das Heim in Bludenz gehört nicht dazu, dort sind nachts keine Caritas-Mitarbeiter. Regeln wie das Alkoholverbot gelten weiterhin. Doch das sei schwer durchzusetzen, sagt Clich: „Natürlich kontrollieren wir das so gut wir können. Unsere Liegenschaften werden ambulant betreut und bei Verstößen schauen wir genauer hin, sprechen mit den Leuten und sprechen gegebenenfalls Abmahnungen aus, weil es in einigen Liegenschaften in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen gemacht hat.’
Betreuer und Flüchtlinge fürchten um ihren Ruf
Der Fall betreffe sowohl Beschäftigte als auch Flüchtlinge, so der Leiter der Flüchtlingshilfe. Man befürchtet, dass die sehr erfolgreiche Arbeit der Integration von Flüchtlingen in die Gesellschaft einen schlechten Ruf bekommt. Flüchtlinge fürchten, als Kriminelle eingestuft zu werden.
Afghanen haben die höchste Kriminalitätsrate unter den Asylsuchenden
Ein Blick in die Kriminalstatistik zeigt: Unter den Asylbewerbern haben Menschen aus Afghanistan sogar die höchsten Kriminalitätsraten. Im vergangenen Jahr wurden in Vorarlberg rund 250 Afghanen wegen Straftaten angezeigt. Das sind fünf Prozent aller Straftaten, die von Nichtösterreichern begangen werden. Insgesamt leben in Vorarlberg rund 1.900 Menschen mit afghanischer Staatsangehörigkeit. Afghanen sind die drittgrößte Gemeinschaft nach Menschen aus der Ukraine und Syrien.
„Man muss beim Dolmetschen immer ein bisschen aufpassen, damit man nicht Äpfel mit Birnen vergleicht“, warnt Klish vor Kriminalität: „Denn Afghanen sind jung, Afghanen sind männlich, und es ist klar, dass Männer zwischen 20 und 40 Jahre alt sind Die Kriminalität ist in allen Bevölkerungsgruppen höher, ebenso wie die Kriminalität bei Männern höher ist als bei Frauen. Aber es stimmt natürlich: Wir haben viele kriminelle Aktivitäten. Statistiken zeigen das deutlich von Afghanen. Aber zum jetzigen Zeitpunkt kann ich diese Zahlen nicht genauer interpretieren.
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