Germany

Gassparzwang: Die Steiermark bereitet sich vor

Zeitleiste

Der Gas-Notplan der EU sieht vor, dass die Mitgliedsstaaten bis zum Frühjahr 2023 15 Prozent weniger Gas verbrauchen. Energiesparen wird angesagt sein – auch in der Industrie, die allerdings wenig Potenzial sieht.

21.07.2022 31.06

Ab heute 6.31 Uhr online

Die Europäische Kommission hat am Mittwoch ihren Notfallplan für Gasengpässe vorgestellt. Bis zum Frühjahr müssen 15 Prozent des EU-Bedarfs eingespart werden. In Notfällen sollen die Ziele verbindlich festgelegt werden, heißt es im Vorschlag – mehr dazu will die EU bei Gaseinsparungen in Notfällen (news.ORF.at)

Stolitska: „Da ist viel passiert“

Der Notfallplan der EU sei für die steirische Industrie keine Überraschung, sagt der Obmann des Steirischen Industriellenverbandes, Stefan Stolitzka. Industrieanlagen in der Steiermark sind aber bereits energieeffizient: „Das machen wir zum Beispiel am besten auf der Welt – das heißt, wir brauchen am wenigsten Energie für unsere Produkte aus eigener Produktion. Aber als dieser Krieg begann und auch der Wirtschaftskrieg begann, haben wir alle Maßnahmen ergriffen, um weiter zu reduzieren, umzustellen. Da ist schon viel passiert und wir werden natürlich dazu beitragen.“

Debatte

Wie bereitet man sich auf eine mögliche Energiekrise vor?

80 Prozent des Gasverbrauchs in der Steiermark entfallen auf die Industrie – die Papiermaschinen bei Sappi in Gratkorn beispielsweise kommen ohne Gas nicht mehr aus. „Es gibt noch einige Unternehmen, die auf andere Energiequellen umsteigen können – falls sie es noch nicht getan haben, wäre das auch eine Option. Ich sage Öl, die Tanks müssen gefüllt werden.”

Andere EU-Länder forderten mehr

Wie viel Gas die steirische Industrie einsparen kann, kann Stolitzka nicht beziffern; Im Allgemeinen stehen die Industrien anderer EU-Länder vor viel größeren Herausforderungen.

Haushalte: Die Erde startet eine Informationskampagne

Auch im Winter sind Haushalte Gasverbraucher, was nicht zu vernachlässigen ist: Laut Statistischem Österreichischen Amt beziehen rund 48.000 Haushalte in der Steiermark Gas, rund 198.000 Haushalte verfügen über eine Zentralheizung, die häufig mit Gas betrieben wird. Das Büro von Klimaschutzreferentin Ursula Lackner (SPÖ) kündigt an, im Herbst eine breit angelegte Informationskampagne zu starten: Sie soll zeigen, warum es so wichtig ist, Energie zu sparen, und Tipps geben, wie das ohne viel Aufwand geht Anstrengung. Die Kampagne soll im September vorgestellt werden.

Turbine als Figur auf dem russischen Schachbrett

Seit Tagen ist der Standort der Turbine von Siemens Energy ein großes Rätsel. Für Russland wurde es zum Spielball seiner Aktionen gegen den Westen. Für die EU ist jedoch klar, dass das Ziehen der Fäden für die Turbine nur eine Rechtfertigung des Kremlherrn Wladimir Putin ist. Ab Donnerstag soll jedenfalls wieder Gas fließen – mehr dazu in Turbine als Figur auf dem russischen Schachbrett (news.ORF.at).