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Interne Unterlagen von Ernst und Scholz im Müll gefunden

Aus der Redaktion der BZ

Vorsicht beim Wegwerfen sensibler Unterlagen – Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD, 64) und seine Frau Britta Ernst (SPD, 61) machen das offenbar nicht so. Wie der Spiegel berichtet, fanden Nachbarn des Politikerpaares im Hausmüll unter anderem interne Dokumente zum G7-Treffen.

Trash bietet tiefe Einblicke. Eine der weggeworfenen Tüten enthielt einen Entwurf einer Rede, die der brandenburgische Kultusminister wenige Tage zuvor vor dem brandenburgischen Landtag gehalten hatte.

Weitere Funde im Hausmüll: Auszüge aus Ernsts Kalender; eine Liste, mit der sie Outfits für wichtige Anlässe auswählte. Das zeigt zum Beispiel die Garderobe für den Tag der Bundestagswahl. Am Abend der Wahlparty im Willy-Brandt-Haus hieß es: “Schwarzer Hugo-Boss-Anzug, graues Hemd, steinerne Halskette, schwarze Turnschuhe, schwarze Anke-Runge-Tasche.” Ebenfalls im Papierkorb: eine getippte E-Mail, in der angeblich Ernst nach Englischunterricht gefragt hat.

Aber nicht nur das. Scholz und Ernst sollen über als amtlich vertraulich eingestufte Dokumente verfügt haben. Kurz nach dem G7-Gipfel im bayerischen Elmau landete ein Zettel im Hausmüll, auf dem Fotos und “Partnerkurzprofile” der Staats- und Regierungschefs markiert waren. Die Informationen sind oft gemeinfrei – aber Ernst müsste das Papier nicht im Hausmüll entsorgen, weil das Auswärtige Amt es als „Verschlusssache – nur für den Dienstgebrauch“ eingestuft hat. Sie müssen „so vernichtet werden, dass der Inhalt weder erkannt noch erkennbar gemacht werden kann“.

Weder das Kanzleramt noch das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport des Landes Brandenburg antworteten auf die SPIEGEL-Anfrage, warum das Ehepaar so sorglos mit vertraulichen Dokumenten umgegangen sei.