Im Laufe des Tages bestätigte sich jedoch die Vermutung, dass die Täter vor ihrer Attacke im Umkreis von mehreren Kilometern um den Tatort offenbar Pfähle geschnitten hatten. Zweck der Aktion: Auf diese Weise bekamen sie eine freie Fahrt durch die Stadt, bedeckt vom dichten Grün der Parks und abseits der Hauptstraßen mit möglichen Polizeiblockaden.
Als das Fluchtauto, ein dunkelblauer VW Passat, am Dienstag mit völlig zerstörter Frontpartie im Stadtteil Großzschocher gefunden wurde, war der Fluchtweg endlich frei. Sie führte von der Innenstadt durch Parks bis zum südwestlichen Rand von Leipzig.
Entfliehen Sie einer wilden Fahrt quer über die Sachsenbrücke
Bei ihrem wilden Ritt mit einem liegengebliebenen Auto über Gehwege und Parks setzen die Täter Menschenleben aufs Spiel, denn selbst in einer Sommernacht sind Leipzigs Parks noch bevölkert.
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Einbettung
Vom Tatort in der Fußgängerzone rasten die Männer mit dem blauen Passat über den Ring bis zum Neuen Rathaus, dann quer durch die Tauchnitz-Straße bis zum Kreisverkehr und – jetzt das Highlight – direkt in den Clara-Zetkin-Park. Von dort fuhren wir wild über die Sachsenbrücke in westliche Richtung, kurz vor dem Ende des Parks bogen wir links in den Nonnenweg ein.
Das Befahren ist dort verboten, der Weg führt durch das waldreiche Gebiet „Die Nonne“ und endet am Schleußiger Weg. Es gibt dort Poller, um die Autofahrer zu stoppen, aber die Täter haben sie abgeholzt. So bogen sie sanft nach rechts auf den Schleußigen Weg, weiter bis zur Einmündung Könneritzstraße, bogen dort links in die Pistoriusstraße ein und rasten durch das Villenviertel, am Tennisplatz vorbei zum Elsterbad.
Versuchter Juwelenraub: Den Tätern gelang es zumindest, den Fluchtplan ihres Kinocoups durchzuziehen – vorerst
Dort, am Hauptsitz des Leipziger Kanu-Clubs, ist eigentlich Schluss mit den Autos: Ein Pfahl verbietet die Überquerung des Flusses bis zum Wehr der Weißen Elster. Aber auch hier hatten die drei Männer vorgesorgt und die Stangen geschnitten. Dadurch konnten sie ihren Fluchtweg fortsetzen, was die Polizei nicht vorhersehen konnte.
Die Bande hat sogar geschätzt, dass es in der Nähe der ausgewählten Passagen keine bewohnten Häuser gibt. So konnten sie mitten in der Nacht die Riegel lösen, ohne dass ein Anwohner wegen des Lärms Alarm schlägt.
Schließlich steuern sie ihren schwer beschädigten Passat in eine Seitenstraße im Stadtteil Großzschocher, stellen ihn am Straßenrand ab und setzen ihre Flucht auf unbekannte Weise fort. Großzschocher liegt am Stadtrand, mehrere Bundesstraßen und die Autobahnen A9 und A38 sind schnell zu erreichen.
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