Politik
Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) stellt die Krankenkasse der ÖGK in Frage. In einem Interview mit der Kleinen Zeitung vom Samstag bestätigte Doskozil Aussagen, die er bereits vergangene Woche bei einer Veranstaltung der SPÖ-Hornstein gemacht hatte.
06.08.2022 11:30 Uhr
Ab heute, 11.30 Uhr online
Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) hält die österreichische Krankenkasse – ÖGK – für überflüssig. „Wenn man sich anschaut, wie hoch die staatlichen Zuschüsse in den Aufgabenbereichen der Krankenkasse (ÖGK) sind, dann sage ich: Ich brauche die ÖGK nicht“, erklärte Doskozil im Gespräch mit der Kleinen Zeitung.
Anstelle des derzeit von Krankenkassen und Bundesländern finanzierten Gesundheitssystems hat Doskozil offenbar die lange diskutierte Finanzierung aus einer Hand im Sinn. „Wenn das Gesundheitssystem über das Ministerium und die Länder finanziert würde, wäre es viel effizienter. „Die Einheitspraxenverträge und den länderübergreifenden Ärztemangel hätten wir wahrscheinlich schon längst gelöst“, sagte der Landeshauptmann der „Kleinen Zeitung“.
Das Land kann Aufgaben übernehmen
Zuvor hatte er die ÖGK im Rahmen einer Veranstaltung der SPÖ-Hornstein vor der Kommunalwahl am 2. Oktober befragt, wie der Standard am Freitag berichtete. „Der Gesundheitsfonds ist nur eine große Maschine, die Geld verteilt“, erklärte er dort. Doskozil beschrieb, dass es für das Burgenland in diesen Bereichen immer schwieriger werde, da das Land ständig mehr finanzielle Mittel investiere und immer mehr Leistungen und Aufgaben von der ÖGK übernehmen müsse. Ihm zufolge kann das Land die verbleibenden Aufgaben übernehmen und wird dabei noch effektiver sein.
Derzeit werden Krankenhäuser überwiegend von den Bundesländern finanziert, während niedergelassene Ärzte von den Krankenkassen finanziert werden. Weil dies zu Ineffizienzen führt und Patienten oft zwischen Krankenhäusern und niedergelassenen Ärzten hin- und hergeschickt werden, wird seit Jahren über eine Finanzierung aus einer Hand diskutiert. Gesundheitsversorgung ist auch eines der Hauptthemen der SPÖ im Gemeinderatswahlkampf.
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