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Immobilien – Die Immobilienpreise steigen

Wohnraum kann man sich heutzutage kaum noch leisten. Eine im Frühjahr dieses Jahres für Raiffeisen Immobilien durchgeführte Gallup-Umfrage zeigt, wie schwierig es für Menschen mit mittlerem Einkommen in einigen Bundesländern ist, zu kaufen oder zu mieten. Die Bevölkerung fühlt sich bei bezahlbarem Wohnraum in die Enge getrieben. Wohnen sei schließlich ein Grundrecht, sagen viele.

Wenn es um den Geldbeutel geht, übersehen Kunden bei der Wohnungssuche sogar den wichtigen Klimaschutz. Der Staat interveniere nicht genug, sagte Peter Mayr, Geschäftsführer von Raiffeisen Immobilien Salzburg, am Mittwoch gegenüber Reportern. Junge Menschen sind belastet, denn ohne ein großes Erbe kann sich kaum jemand eigenen Wohnraum schaffen. Die Leistbarkeitsgrenze ist schnell erreicht, denn mit einem Nettoeinkommen unter 1.500 Euro ist es schwierig, eine Wohnung zu mieten oder eine Genossenschaft abzuzahlen.

Unterschiede in der Zugänglichkeit

Seit 17 Jahren steigen die Immobilienpreise, und selbst die Pandemie hat die Dinge nicht gebremst, sondern die Preise in die Höhe getrieben, erklärte Matthias Wright, Senior Economist bei Raiffeisen Research, am Mittwoch auf einer Pressekonferenz. Um ein typisches Einfamilienhaus abzubezahlen, müssten im Jahr 2005 fünf Haushaltsnettoeinkommen angesetzt werden, rechnete er vor. Im vergangenen Jahr waren es bereits acht Jahreshaushaltseinkommen.

Mit durchschnittlich 17,7 Prozent im Jahr 2020 lagen Österreichs Wohnkosten im Verhältnis zum verfügbaren Haushaltseinkommen laut Eurostat im oberen europäischen Mittelfeld. Laut Raiffeisen-Experten müssen die Haushalte aufgrund der steigenden Energiekosten bereits in diesem Jahr einen größeren Teil ihres Einkommens für Wohnen ausgeben. Dies wird insbesondere einkommensschwache Haushalte treffen. Schon heute benötigen sie etwa 40 Prozent ihres Einkommens zur Deckung der Wohnkosten.

Die Eigentumsquote liegt hierzulande mit 55 Prozent leicht über der Mietquote. Mehr als die Hälfte der Hausbesitzer müssen keine Hypothekenzahlungen mehr leisten.

Caspar Engelen, Real Estate Research Analyst bei Raiffeisen Research, betonte, dass nicht alle vom Rückgang der Erschwinglichkeit betroffen seien. Obwohl sich nur wenige Mittelverdiener eine Immobilie in Wien, Vorarlberg oder Salzburg leisten können, ist es im Burgenland relativ günstig, eine Wohnung oder ein Haus zu kaufen. Neben dem Ost-West-Gefälle gibt es mit Ausnahme touristischer Hotspots wie Tirol auch ein Stadt-Land-Gefälle.

Raiffeisen-Immobiliensprecher Peter Weinberger fordert Maßnahmen der Regierung, damit alle in Österreich lebenden Menschen bezahlbaren Wohnraum haben. Der Staat müsse “die Bezahlbarkeit reparieren und dafür sorgen, dass alle verfügbaren Wohnungen ordnungsgemäß genutzt werden”. Stichwort Leerstand, Wohnraum kann hier geschaffen werden.

Weinberger fordert ein vereinfachtes Mietrecht für Eigentümer von gebrauchten Immobilien, die 99 Prozent des bundesweiten Wohnraums ausmachen. Innenstädte müssen wiederbelebt werden, fordert er. Und nicht zuletzt wünscht er sich immer mehr leicht verfügbare Mittel für Reparaturen. „Wir sehen als Raiffeisen Immobilien und Raiffeisen Gruppe großes Potenzial, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen“, sagt Weinberger.

Der Index zeigt einen Preisanstieg an

Der Quadratmeterpreis für Neubauwohnungen in Österreich stieg 2021 um 11 Prozent auf durchschnittlich 4.782 Euro. Im ersten Quartal dieses Jahres gab es laut Beratungsunternehmen Deloitte eine weitere Steigerung um 13 Prozent. Laut „Immobilienindex 2022“ liegt Wien mit einem Quadratmeterpreis von 5.788 Euro 21 Prozent über dem österreichischen Durchschnitt. Im europäischen Städteranking blieb Wien jedoch weit hinter Städten wie Paris mit 13.462 Euro oder München mit 10.500 Euro zurück. „Auch wenn es für manche paradox klingen mag, unser Kapital ist relativ erschwinglich“, sagt Gabriele Etzl, Partnerin und Leiterin Immobilien bei Deloitte Legal.

Auch im internationalen Vergleich ist das Mieten von Wohnraum in Wien und Österreich günstig. In der Bundeshauptstadt ist die Durchschnittsmiete mit 8,66 Euro pro Quadratmeter sogar günstiger als in Graz (10,40 Euro) oder Linz (10,22 Euro). Damit liegen Sie europaweit im unteren Drittel.

Deloitte resümiert: Das Leben in diesem Land wird immer teurer. Die Mieten in Wien sind für die breite Masse noch erschwinglich, aber Immobilien sind mittlerweile ein Luxusgut.