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Garten: Symbiose in der Unterwelt

Unter unserem Waldboden tut sich bekanntlich einiges. Dort heften sich die Pilze an die Wurzeln der Bäume. Dieser Vorgang wird im Fachjargon Mykorrhiza genannt. Mykorrhizapilze sind für die Nährstoffversorgung aus dem Boden verantwortlich.

Die Mehrzahl aller Baumarten der Welt stehen in Symbiose mit solchen Wurzelpilzen, auch Ektomykorrhizae genannt. Sie bilden ein dichtes Netz um die feinen Wurzeln, versorgen die Bäume mit Nährstoffen und schützen sie vor Krankheiten. Im Gegenzug erhalten die Pilze von den Bäumen Energie in Form von Kohlenhydraten, die die Bäume durch Photosynthese produzieren.

Am besten gedeihen Bäume, die dort wachsen, wo es bereits Pilzgemeinschaften gibt, die anorganische Stickstoffverbindungen wie Ammonium und Nitrate aus dem Boden aufnehmen und an die Bäume abgeben können. Anorganischer Stickstoff ist Bestandteil der meisten Düngemittel und fördert das Pflanzenwachstum. Wir nennen diese Bestandteile auch Kunstdünger, weil die chemische Industrie dazu auch mechanisch in der Lage ist.

„Um zu den Erkenntnissen zu gelangen, haben wir aus vielen europäischen Wald-Langzeitbeobachtungen Wurzelpilze in Bodenproben identifiziert. Wir haben dann das Genom jeder gefundenen Pilzart kartiert, um zu verstehen, welche Funktion die Art im Waldsystem hat. Schliesslich haben wir Pilzfunktionen mit Wachstumsdaten verknüpft und damit aufgedeckt, wie Wurzelpilze und Baumwachstum zusammenhängen», schreiben die ETH-Forschenden.

Eine optimale Inokulation von Baumpflanzungen mit Pilzen ist jetzt mit einem kommerziellen Produkt namens Root Grow möglich. Mit diesem Mittel können wir Gartenbäume, Obst und Stauden mit einer getrockneten Mischung ganz bestimmter Pilzgemeinschaften zur gezielten Wachstumsförderung impfen. Ich verwende dies seit Jahren erfolgreich bei meinen Bonsai, um das geringe Erdvolumen auszugleichen.

Ist das nicht ein bisschen Latein für einen Prozess, der im Wald seit Jahrmillionen von selbst abläuft? Aber interessant!

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