Stand: 13.09.2022 03:48 Uhr
Nach Angaben von Präsident Selenskyj hat die Ukraine in ihrer Gegenoffensive seit Anfang September 6.000 Quadratkilometer zuvor von Russland besetzte Gebiete zurückerobert. Er forderte auch eine schnellere Lieferung von Flugabwehrwaffen.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nannte die Größe der Gebiete, die die Ukraine von Russland zurückerobert hat. In den östlichen und südlichen Landesteilen seien seit Anfang September mehr als 6.000 Quadratkilometer von den russischen Besatzern befreit worden, sagte er in seiner abendlichen Videoansprache.
Ukrainischen Quellen zufolge werden in diesen Gebieten jetzt Antipersonenminen und andere nicht explodierte Kampfmittel entsorgt, und es wird nach russischen Soldaten gesucht, die möglicherweise dort geblieben sind. Die ukrainische Armee sagte zuvor, sie habe im Rahmen der laufenden ukrainischen Großoffensive mehr als 20 Städte innerhalb von 24 Stunden befreit.
Das britische Verteidigungsministerium teilte am Montag mit, die Ukraine habe in den vergangenen Tagen ein Gebiet eingenommen, das mindestens doppelt so groß sei wie Greater London. Laut einem Bericht der russischen Nachrichtenagentur TASS wurden Bewohner eines russischen Dorfes nahe der Grenze evakuiert, nachdem eine Person durch ukrainischen Beschuss getötet worden war.
Konfliktparteien als Quelle
Die Angaben der offiziellen Stellen der russischen und ukrainischen Konfliktparteien zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern können in der aktuellen Situation nicht direkt von einer unabhängigen Stelle überprüft werden.
Selenskyj fordert eine schnellere Lieferung von Flugabwehrwaffen
Trotz ukrainischer Gebietsgewinne geht auch Russlands Angriffskrieg weiter. Nachdem russische Raketen die Macht in der Ukraine getroffen haben, drängt Selenskyj auf eine schnellere Lieferung von Flugabwehrwaffen.
Die Hilfe internationaler Partner für die Ukraine solle verstärkt werden, sagte er in seiner Videobotschaft. „Gemeinsam können wir den russischen Terror überwinden.
Stromausfälle in weiten Teilen der Ostukraine
Russische Raketenangriffe auf ein Kraftwerk in der Nähe von Charkiw haben am Sonntagabend große Teile des Stromnetzes in der Ostukraine vorübergehend lahmgelegt. „Hunderttausende Ukrainer standen im Dunkeln – ohne Strom. Häuser, Krankenhäuser, Schulen, kommunale Infrastruktur“, sagte Selenskyj. „Russische Raketen treffen genau jene Objekte, die absolut nichts mit der Infrastruktur der Streitkräfte unseres Landes zu tun haben.
Er interpretierte den Beschuss als Rache für den Vormarsch der ukrainischen Armee in der Region Charkiw. Seit Anfang September habe die Armee mehr als 6.000 Quadratkilometer im Osten und Süden von den russischen Besatzern zurückerobert, sagte der Präsident. Deutschland hat der Ukraine das hochmoderne Luftverteidigungssystem Iris-T zugesagt. Die Ukraine hofft auf schnelle Lieferung. Laut Berichten aus Kiew soll die erste Einheit bis Ende des Jahres ausgeliefert werden.
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