Panzerkommunikation ist nicht der ideale deutsche Diplomat in den USA, bedarf einer Erklärung
16.09.2022, 21:39 Uhr
Trotz immer drängenderer Forderungen bleibt Bundeskanzler Scholz unnachgiebig: Deutschland wird keine Kampfpanzer in die Ukraine schicken. Daran gibt es Kritik. Dies sei jedoch nicht immer gerechtfertigt, so der deutsche Botschafter in den USA, Haber. Eines könnte noch viel besser laufen.
In der Debatte um den deutschen Beitrag zur Waffenlieferung an die Ukraine räumte die deutsche Botschafterin in den USA, Emilie Haber, ein, dass die Bundesregierung in ihrer Kommunikation versagt habe. „Unsere Kommunikation könnte besser sein“, schrieb Haber auf Twitter und verwies auf die Kritik an Deutschland, nicht genug getan zu haben, um Kiew militärisch zu unterstützen.
Aber Haber betonte, dass Deutschland hochwirksame schwere Waffen wie Haubitzen, Gepard-Panzer, Mars-Raketenwerfer und viele andere geliefert habe. Diese Waffen haben bei den jüngsten militärischen Siegen der Ukraine eine wichtige Rolle gespielt.
Wie Bundeskanzler Olaf Scholz wies der Diplomat darauf hin, dass kein anderes Land die Ukraine mit Kampfpanzern nach westlichem Vorbild beliefert habe. „Das ist kein unwichtiges Detail“, betonte sie. Die Ukraine drängt seit ihren militärischen Erfolgen bei der Eroberung von Gebieten, die von russischen Streitkräften besetzt sind, auf Kampfpanzer wie den deutschen Leopard 2.
Scholz „bleibt seiner Linie sehr treu“
Bisher hat die Bundesregierung diese Vorgabe jedoch unerfüllt gelassen. Regierungskreisen zufolge ist auf absehbare Zeit mit keiner Änderung der Kanzlerposition zu rechnen. Scholz hat in den vergangenen Tagen wiederholt erklärt, Deutschland werde in der Frage der Lieferung von Schützenpanzern und Kampfpanzern an die Ukraine keinen Alleingang gehen. Solches militärisches Gerät kann bestenfalls zusammen mit den Alliierten geliefert werden. „Er bleibt seiner Linie sehr treu“, sagte Berlin.
Die Bundesregierung sehe “derzeit keine anderen Länder für die Lieferung von Kampfpanzern”, hieß es aus Berliner Kreisen. Die Regierung wird auch nicht von den Alliierten unter Druck gesetzt. So gebe es “weder Druck noch Aufforderungen des Weißen Hauses in Washington, bestimmte Waffensysteme – zum Beispiel Kampfpanzer – in die Ukraine zu liefern”.
Gleichzeitig wurde betont, dass Deutschlands Verweigerung solcher Lieferungen nicht für immer gelten dürfe: „Wir werden weiter sehen, was wir tun können, um je nach Situation zu helfen“, so die Quellen.
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