Germany

Interview mit Baerbock: „Putin verstößt gegen Völkerrecht“

Stand: 20.09.2022 23:28

Russlands Präsident Putin trampelt auf dem UN- und Völkerrecht herum, sagt Außenminister Berbok in Topics of the Day. Dem muss sich die internationale Gemeinschaft entschieden entgegenstellen.

Außenministerin Analena Berbok hat die “Volksabstimmungen” über den Beitritt von vier ukrainischen Regionen zu Russland erneut scharf kritisiert. Die Weltgemeinschaft werde deutlich machen, dass sogenannte Gun-to-the-Head-Votings niemals akzeptiert werden können, sagte sie in Daily Threads. Es war ein Hohn auf das ukrainische Volk und die UNO, dass der russische Präsident dieses Zeichen zu Beginn der Generalversammlung aufstellte.

Putin habe so deutlich gemacht, dass er dem Treffen seinen Angriffskrieg aufzwingen wolle, sagte Baerbock. Es signalisiert auch den nicht betroffenen Ländern, dass über ihre Probleme und Sorgen nicht gesprochen werden kann, weil Russlands Angriffskrieg erneut im Mittelpunkt stehen wird. Es zeigt auch, wie der russische Präsident die UNO, das Völkerrecht, eigentlich alle anderen Länder der Welt mit Füßen tritt.

Außenministerin Analena Berbok: „Russland verspottet die Ukraine und die UN mit gefälschten Referenden“

Tagesthemen 22:15 Uhr 20.09.2022

Die Verzweiflung des russischen Regimes ist offensichtlich

Baerbock sagte, trotz Putins Drohung, jeder Angriff auf die betroffenen Gebiete sei ein Angriff auf russisches Territorium, solle man einen kühlen Kopf bewahren. Nicht zuletzt zeigt die Ankündigung des Referendums deutlich die große Verzweiflung des russischen Regimes: Die Ukraine sei massiv unterschätzt worden, aber auch, dass die internationale Gemeinschaft einen solchen Völkerrechtsbruch einmütig und einhellig ablehnt.

Da es keine militärischen Fortschritte gebe, wolle sich Putin nun die “Referenden” nutzen, um sich die Gebiete, die er angeblich befreien wollte, völkerrechtswidrig anzueignen, sagte Baerbock. Dies sind keine normalen Abstimmungen, insbesondere wenn Militärpräsenz, Raubüberfälle, Schießereien und Vergewaltigungen stattfinden.

Sie müssen klarstellen, dass Sie so keine Politik machen würden. Andernfalls wäre es eine Einladung an jedes autokratische und diktatorische Regime, in seine schwächeren Nachbarn einzudringen. Die Vereinten Nationen wurden nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet, um den Einsatz von Gewalt und Gewalt zum Brechen jeglicher Regeln zu verhindern.

Deutsche Waffenlieferungen an die Ukraine würden fortgesetzt, weil sie Leben retten würden, erklärte der Außenminister.