Luka Modric (l.) führte die kroatische Nationalmannschaft bei der WM ins Achtelfinale. Bild: www.imago-images.de / imago images
WM 2022
Im letzten Spiel der Vorrunde der Gruppe F endeten Kroatien und Belgien mit einem 0:0-Unentschieden. Kroatien hatte lange mehr vom Spiel, aber die Belgier schafften es, sich bessere Chancen herauszuarbeiten. Vor allem in der zweiten Halbzeit scheiterte Romelu Lukaku zweimal, traf einmal den Pfosten. Die Belgier sind aus der WM ausgeschieden, Kroatien steht im Achtelfinale.
Der Tweet des Spiels
Vor wenigen Tagen machten Lionel Messi und Cristiano Ronaldo Schlagzeilen. Beide wurden in einem Werbebild für die Luxusmarke Louis Vuitton gezeigt. Sie saßen nachdenklich über einem karierten Louis-Vuitton-Koffer mit dem WM-Pokal und spielten darauf eine Partie Schach. Das Foto ist mit dem Satz beschriftet: „Winning is a state of mind.“
Vor dem Spiel gegen Kroatien verspottete der belgische Verband mit den Superstars Kevin de Bruyne und Romelu Lukaku Messi und Ronaldo mit einem Foto in den sozialen Medien. Die beiden belgischen Spitzenspieler sind in einem Zelt in der Wüste zu sehen, spielen auch eine Partie Schach und posieren in einer Messi- und Ronaldo-ähnlichen Pose.
Das war die Botschaft für das entscheidende Gruppenspiel der Roten Teufel und hieß es auch: “Gewinnen ist eine Geisteshaltung.”
Spielnummer: 31
Im heutigen Spiel gegen Kroatien stellte Belgiens Trainer Roberto Martinez die zweitälteste Startelf bei einer Weltmeisterschaft in diesem Jahrhundert auf. Genau genommen waren die elf Belgier, die gegen Kroatien in der Startelf standen, 31 Jahre und 95 Tage alt.
Lediglich Australien bei der WM 2010 in Südafrika gegen Deutschland war mit 31 Jahren und 118 Tagen älter. Allerdings brachte der Versuch den Australiern damals nichts. Das DFB-Team gewann 4:0.
Eine Eigenart des Spiels
Die Ausgangssituation vor dem Spiel in der Gruppe F war angespannt. Kroatien und Marokko hatten jeweils vier Punkte, Belgien – drei. Dadurch ergaben sich viele unterschiedliche Szenarien, die den jeweiligen Teams zum Weiterkommen reichen könnten. Bereits nach vier Minuten traf Marokko parallel zum 1:0 gegen Kanada.
ARD-Kommentatorin Christina Graf, die beim Belgien-Spiel im Einsatz war, sagte damals: „Das erste Tor ist im Parallelspiel gefallen und das wird den Belgiern hier nicht gefallen. Marokko führt 1:0. Dann würde auch ein Sieg hier nicht helfen.”
Eine einfache Fehleinschätzung wie ein Sieg gegen Kroatien hätte Belgien zum Weiterkommen gereicht. Dann bekam sie einen Platz im Internet. Den vollständigen Artikel dazu können Sie hier lesen.
Der Urteilsmoment
Kroatien hätte in der 15. Minute fast einen Elfmeter bekommen. Yannick Carrasco besiegte Andrej Kramaric. Schiedsrichter Anthony Taylor zeigte ohne Zögern auf den Punkt. Als Luka Modric den Elfmeter ausführen wollte, sprach der Video-Schiedsrichter.
Am Ende wurde Schiedsrichter Taylor sogar befohlen, an der Seitenlinie zu bleiben, um die Situation zu beurteilen. Auf die Strafe wurde schließlich verzichtet. Abwehrspieler Dejan Lovren stand nur wenige Zentimeter im Abseits – genauer gesagt: Es war die Schulter und damit nur wenige Zentimeter im Abseits.
Experte Lutz Wagner ordnet die angespannte Situation zur Halbzeit im ARD-Studio ein: „Der Strich ist unterm Arm gezogen. Es war unglaublich eng. Früher hieß es, die beiden Spieler seien auf Augenhöhe. Jetzt haben wir Technologie, es gibt nur noch Schwarz und Weiß. Es nimmt dem Menschen die Entscheidung ab, ob jemand überfallen wird oder nicht. Der Schiedsrichter muss dann entscheiden, ob der Spieler aktiv ist.” Und das war Lovren.
Was kommt als nächstes für die Teams
Die Belgier müssen Katar nach dem Unentschieden und nur vier Punkten in Gruppe F verlassen. Für Kevin de Bruyne und Co. ist das Turnier beendet.
Die Kroaten sind Gruppenzweiter hinter Marokko und spielen gegen den Gruppenführer aus der deutschen Gruppe. Abhängig von den Ergebnissen am Donnerstagabend könnte es Spanien, Japan oder Costa Rica sein. Ein Spiel gegen Deutschland im Achtelfinale ist unmöglich.
Es ist eine Premiere in der 92-jährigen WM-Geschichte: Beim Gruppenspiel zwischen Deutschland und Costa Rica wird erstmals eine Schiedsrichterin amtieren. Die Französin Stéphanie Fraparte wird sogar von zwei weiteren Frauen unterstützt, Neuza Beck aus Brasilien und Karen Diaz Medina aus Mexiko. Tatsächlich ist dies das erste Mal, dass weibliche Schiedsrichter für eine Weltmeisterschaft der Männer nominiert wurden.
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